Hindernis in der Altstadt
Sie stehen im Weg und sind verboten: Werbe-Fahrräder

Münster -

Aktuell stehen in der Innenstadt wieder mehrere Fahrräder herum, die offensichtlich als Werbeflächen dienen. Die Verwaltung ist nicht begeistert – betont aber, dass es gar nicht so einfach sei, dagegen vorzugehen.

Mittwoch, 19.10.2016, 09:00 Uhr aktualisiert: 19.10.2016, 09:21 Uhr
An mehreren Stellen in der Innenstadt stehen immer wieder Werbe-Fahrräder – so wie hier an der Ecke Prinzipalmarkt / ­Michaelisplatz. Die Stadt ist darüber nicht begeistert. Foto: Matthias Ahlke

Mal stehen sie nur vereinzelt in der Innenstadt, mal an mehreren Stellen gleichzeitig. Zurzeit findet man sie wieder öfter – vor der Bezirksregierung, am Prinzipalmarkt : Fahrräder , die nur ganz wenig fahren, aber ganz viel herumstehen. Dort, wo besonders viele Passanten vorbeikommen, wollen sie mit Schildern oder Prospekten auf Geschäfte und Veranstaltungen aufmerksam machen. Dabei ist es in der Altstadtsatzung ausdrücklich untersagt, auf diese Art zu werben.

„ Werbefahrräder und Passantenstopper sind nicht zulässig“, stellt auch Andreas Lohaus , Leiter des Bauordnungsamtes, klar. Bei Passantenstoppern handelt es sich zum Klappschilder, die von Gewerbetreibenden morgens herausgestellt und abends wieder hereingeholt werden.

Werbefahrrad oder nicht?

Fallen solche Räder bei Routine-Kontrollen auf, werde die Behörde tätig – doch die Personaldecke in der Verwaltung für solche Kontrollgänge sei dünn. Lohaus betont zudem, dass es oft alles andere als einfach sei, rechtssicher zu belegen, dass ein Werbefahrrad auch tatsächlich ein Werbefahrrad ist.

Münster - Stadt der Fahrräder

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  • Fahrrad - 035 Foto: Markus Lehmann
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Steht es wirklich stundenlang an einer Stelle, um Werbung zu machen? Oder sieht es nur wie ein Werbefahrrad aus – ist aber gerade nur für ein paar Minuten vom Besitzer abgestellt worden? Reicht es aus, den Filialleiter eines Geschäftes ins Visier zu nehmen – oder muss ein Verantwortlicher in der Unternehmenszentrale angeschrieben werden, auf den diese Werbeidee zurückgeht? Lohaus spricht von „Grauzonen“, die Raum für Interpretationen bieten. Vor Gericht könnte sich dies für die Stadt zu einem Bumerang entwickeln.

Korb mit Prospekten

Ist die Situation eindeutig, dann suche die Behörde in der Regel zuerst das Gespräch – und die Verantwortlichen entfernen die Räder freiwillig. Tun sie das nicht, wird ein Verwaltungsverfahren eingeleitet. Am Ende kann sogar ein Zwangsgeld stehen. Dann müssen Fahrrad-Werber, die nicht einsichtig sind, ins Portemonnaie greifen. Zumindest Verwaltungsverfahren gegen Werbe-Räder gibt es laut Lohaus regelmäßig.

Ein Rad, das zurzeit in der Stadt steht, wird übrigens wohl schon bald ziemlich sicher verschwinden. Am Lenker hängt ein Korb mit Prospekten, der von einem Schirm vor Sonne und Regen geschützt wird. „So fährt nun wirklich niemand Fahrrad“, betont der Bauordnungsamt-Leiter.

Münsters Fahrrad-ABC: Von A wie Ampel bis Z wie Zeit

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    Alle Jahre wieder, zum Start des Wintersemesters, ist die Zeit der Frischlinge auf den Radwegen. Mit den neuen Studentinnen und Studenten erobern Tausende Neumünsteraner für sich die deutsche Fahrradhauptstadt. Für viele eine mitunter abenteuerliche Begleiterfahrung des Studienstarts. Hier für die Anfänger auf den Radwegen und alle Leezenliebhaber ein kleines Alphabet des Radverkehrs in Münster von unserer Redakteurin Karin Völker.

    Foto: dpa
  • A wie Ampel: Unbedingt beachten! Ampeln haben in Münster für Fahrradfahrer nicht bloß Empfehlungscharakter. Bei Rot also besser stehenbleiben. Erstens, weil alles andere gefährlich sein kann. Zweitens, weil als Strafe ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei und 100 Euro Strafe drohen. Sehr empfindlich fürs studentische Portemonnaie.

    Foto: Colourbox.de
  • B wie Bürgersteig: Er ist in Münster den Fußgängern vorbehalten. Es gibt ja auch meistens Radwege.

    Foto: Colourbox.de
  • C wie cholerische Anfälle: Sie sind trotz des hier verbreiteten gemäßigten westfälischen Temperaments bei diversen Verkehrsteilnehmern bisweilen zu beobachten. Gilt das Geschimpfe einem selbst, am besten die Ruhe bewahren.

    Foto: Colourbox.de
  • D wie Diskussionen: Sollte man als Fahrradfahrer besser mit anderen Verkehrsteilnehmern nicht anfangen, erst recht nicht mit Polizisten. Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von Verkehrsregeln sind zwecklos.

    Foto: Colourbox.de
  • E wie E-Bike: Das Fahrrad mit Batterieverstärkung ist auf Münsters Radwegen schwer im Kommen. Vorsicht vor dem beachtlichen Tempo – wenn sportliche junge Menschen von älteren Herrschaften überholt werden, ist oft ein Akku im Spiel.

    Foto: Oliver Werner
  • F wie Fußgänger: Sie verdienen Rücksicht und Freundlichkeit – auch wenn es mitunter erscheint, die Fußgänger liefen prinzipiell auf Radwegen.

    Foto: Colourbox.de
  • G wie Geschwindigkeit: Tempo 30 in Wohngebieten gilt auch für Radler!

    Foto: Colourbox.de
  • H wie Hamburger Tunnel: Er ist während des Bahnhofsumbaus zentrale Verkehrsachse von und zum Gleis und Ort der friedlichen Koexistenz zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern.  Skeptiker staunen: Es funktioniert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • I wie Irren: Es ist menschlich und kommt bei allen Verkehrsteilnehmern vor. Auch wenn das Fahrrad bewegungsfördernder und umweltfreundlicher ist als das Auto: Auch Autofahrer haben im Verkehr manchmal Recht.

    Foto: Colourbox.de
  • J wie Jugend: Das Radfahren in Münster ist keineswegs nur ihr Privileg. In Münster strampeln  auch viele über 80-Jährige noch durch die Stadt. Fahrradfahren ist hier eine generationsübergreifende Angelegenheit – mit vielen Geschwindigkeiten.

    Foto: Colourbox.de
  • K wie Klauen: Der Fahrradklau ist in Münster ein verbreitetes Übel, das die Stadt in der Kriminalitätsstatistik regelmäßig schlecht aussehen lässt. Ein wenig helfen solide Schlösser.

    Foto: Colourbox.de
  • L wie Ludgerikreisel: Für viele Radler ein neuralgischer Punkt. Die Polizei empfiehlt: beherzt auf der Mitte der Spur fahren. Autos kommen meistens auch nicht schneller vorwärts als Radler.

    Foto: Oliver Werner
  • M wie Meimel: Ein münsterischer Ausdruck für Regen – und zwar dessen langanhaltende Form, und damit einer der natürlichen Feinde des Fahrradfahrers. Trotz häufiger Meimelgefahr lässt man sich in Münster nicht so leicht aus dem Sattel vertreiben. Viele auch nicht durch Schnee und Frost: Es gibt hier extra Streufahrzeuge für die Radwege.

    Foto: Colourbox.de
  • N wie Nase: Sie hat der Radfahrer immer im Wind. Nicht ausgeschlossen, dass im Winter dabei mal eine Erkältung rauskommt. Aber was gibt es Schöneres, als im Frühling unter den blühenden Silberlinden auf der Promenade herzuradeln? 

    Foto: Colourbox.de
  • O wie Ordnungshüter: Die Kräfte von Stadt und Polizei schenken dem Radverkehr sehr viel Aufmerksamkeit, besonders zu Semesterbeginn. 

    Foto: Klaus Wiedau
  • P wie Parken: In Münster bisweilen auch für Fahrradfahrer nicht unproblematisch. Merke: Bürgersteige  gehören nicht zugestellt und immer merken, wo das Rad steht. Es soll Studenten geben, die ihre Leezen semesterlang gesucht haben.

    Foto: Colourbox.de
  • Q wie Quälerei: Kommt sogar im Fahrradparadies Münster vor – vor allem immer dann, wenn man Pannen hat.  Zum Glück gibt es an fast jeder Ecke einen Fahrradladen, der helfen kann.

    Foto: Colourbox.de
  • R wie Rücklicht: Sollte unbedingt ebenso wie das Vorderlicht funktionieren. Wenn man nicht selbst kontrolliert, ob es brennt – die Polizei tut es ohnehin und verteilt gegebenenfalls Knöllchen.

    Foto: Colourbox.de
  • S wie Stau: Gibt es in Münster, speziell während der Semesterzeiten auch auf Radwegen. Hier hilft nur Geduld.

    Foto: Colourbox.de
  • T wie Trunkenheit: Auch wer sich noch mit 1,6 Promille Alkohol im Blut für fahrtüchtig hält: Lieber das Rad schieben! Denn auch Fahrradfahrer erwarten Alkoholkontrollen durch die hiesige Polizei. Kein Scherz: Im Extremfall werden Fahrradfahrverbote verhängt.

    Foto: Colourbox.de
  • U wie Unfälle: Sie passieren leider – trotz vieler Maßnahmen der Verkehrsplaner und Polizei immer noch zu häufig. Ein Helm kann manchmal das Schlimmste verhindern. 

    Foto: Colourbox.de
  • V wie Vorsicht: Auch defensive Radfahrer kommen ans Ziel, mitunter sogar schneller als die Draufgänger.

    Foto: Colourbox.de
  • W wie Waschanlage: Luxus, wenn man seinem Drahtesel mal was Gutes will. Gibt es tatsächlich speziell für Fahrräder – im Fahrradparkhaus am Bahnhof.

    Foto: Presseamt/Joachim Busch
  • X&Y sind die Unbekannten und stehen für das Unerwartete beim Radfahren – zum Glück ist das nicht nur der plötzliche Plattfuß. Es gibt auch den Flirt beim Warten an der roten Fahrradampel. . .

    Foto: Colourbox.de
  • Z wie Zeit: Wer in Münster Rad fährt, spart meistens kostbare Minuten. Faustregel: Je näher man sich im Stadtkern bewegt, desto größer die Zeitersparnis. Autofahrer kommen fast immer langsamer ans Ziel.

    Foto: Colourbox.de
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