Protestcamp vor dem Schloss Wohnungen für Studenten wie immer Mangelware

Münster -

Es gibt zu wenige bezahlbare Wohnungen in Münster, die vielen Studierenden leiden besonders darunter. Vor dem Schloss wurde am Dienstag öffentlichkeitswirksam gegen den Wohnungsnotstand gezeltet.

Von Karin Völker
 
Zelten gegen den anhaltenden Wohnungsnotstand: Vor dem Schloss haben Studierende für einen Nacht ein Protestcamp aufgeschlagen Foto: Matthias Ahlke

Passend zum aufziehenden Regengebiet werden am Dienstag die Zelte auf der Wiese zwischen ­AStA-Häuschen und Schloss aufgeschlagen. „Zelten ist schön, wohnen ist schöner“ – das Motto prangt auf einem Schild, das die Aktiven der Allgemeinen Studierendenausschüsse von Uni und FH Münster in den Rasen gerammt haben.

Außerdem sind Infostände, ein Getränkewagen und ein Bühnenzelt fürs abendliche Konzert des Protestcamps für eine Nacht aufgebaut. Ist es in diesem Herbst besonders schwer, eine Wohnung zu finden? „Schwer wie immer“, lautet die knappe Antwort von Linda Schmeißer vom Uni-AStA. Das Camp soll auf den chronischen Engpass aufmerksam machen.

Melissa Schaub , AStA-Referentin an der FH, kann selbst ein Lied davon singen. In der Wohnung, in der sie mit ihrer WG lebt, werden seit 1999 Mietverträge für ein Jahr vergeben, nun gibt es Ärger mit dem neuen Eigentümer. Der alte Mietvertrag lief aus, ein neuer kam nicht zustande, jetzt sollen die Studenten sofort ausziehen. Ein gar nicht so untypischer Fall für Ron Thiesmann vom Mieterschutzbund, der im Camp einen Vortrag darüber hält, worauf Studierende beim Abschluss von Mietverträgen achten sollten.

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Auch Achim Wiese vom Studentenwerk beantwortet Fragen. Später spielen die Bands „Fabel“, „Infinite Regress“ und „Electric Rowdy“ gegen das feucht-kalte Wetter an, bevor die wackeren Protestler in die Zelte krabbeln. Ihre Botschaft ist klar: Wer in Münster noch Wohnraum übrig hat, möge ihn anbieten – zu fairen Bedingungen.

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