Keine dunklen Szenarien beim ersten Rathauskonzert Fröhliche Klangvielfalt

Münster -

Es ging weitgehend heiter zu beim ersten Rathauskonzert der Saison. Melancholie und Trauer jedenfalls hatte das aus dem Sinfonieorchester Münster neu zusammengesetzte Kammerensemble bei seinem Eröffnungsprogramm am Donnerstagabend nicht auf dem Schirm.

Von Michael Schardt
Musiker des Sinfonieorchesters bestreiten die Rathauskonzerte, die jetzt begonnen haben.
Musiker des Sinfonieorchesters bestreiten die Rathauskonzerte, die jetzt begonnen haben. Foto: Michael Schardt

Humorvoll kam schon das Klarinettenquintett B-Dur von Carl Maria von Weber (op. 34) daher, nahezu komödiantisch schelmenhaft gebärdete sich die „Sinfonische Dichtung“ „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ von Richard Strauss (op. 28), die in Franz Hasenoehrls in den 50er-Jahren als „Groteske musicale“ für fünf Instrumente arrangierten Kammerversion erklang. Leicht und luftig gestalteten sich nach der Pause die kammermusikalischen Dialoge in den beiden ersten Sätzen von Ludwig van Beethovens beliebtem Septett (op. 20). Witzig dann das genau koordinierte Scherzo mit seinem pointierten Finale.

Webers Quintett, das von zwei Sologeigen eröffnet wird, bot Klarinettist Werner Raabe schon in den Anfangsdialogen mit den Streichern reichlich Gelegenheit zu glänzen. Immer wieder setzte er in seinen melodiösen Antworten weiche und kraftvolle Momente, schritt sicher durch „Fantasia“ und „Menuetto“, um in ein furioses Finale (Rondo) einzumünden.

Eine Selbstinterpretation des „Eulenspiegel“ hat Strauss (selbst auf Dirigenten-Nachfrage) verweigert und augenzwinkernd gemeint, das Publikum solle die Nüsse selbst knacken. Doch scheint es angeraten, sich nicht allzu sehr aufs Rätselraten einzulassen, zu schnell wäre man einem großen Scherz auf den Leim gegangen, wie einst die Eulenspiegel-Zuschauer. Das Kammerensemble vermochte es indes glänzend, den Witz der Komposition so rüberzubringen, dass nicht nur geschmunzelt, sondern vereinzelt sogar gelacht wurde.

Nach einem wunderbar und eingängig dargebotenen Beethoven wurden die Rathausmusiker mit großen Beifall verabschiedet.

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