Keine Auffälligkeiten in Münster „Übernutzung“ landwirtschaftlicher Fläche: Der Ackerrand ist tabu

Münster -

Weg- und Straßenränder sind oftmals die letzten Refugien selten gewordener Pflanzen und Tiere. Wichtig also, dass sie nicht unter den Pflug geraten. In Münster ist das Problem nach Einschätzung des Grünflächenamts nicht dringend.

Von Lukas Speckmann
Blühende Ackerränder sind wichtig für die Artenvielfalt.
Blühende Ackerränder sind wichtig für die Artenvielfalt. Foto: dpa

Wo endet ein Acker? Dort, wo der Landwirt zu pflügen aufhört – und das ist nicht selten unmittelbar an einem Weg oder an einer Straße. Doch seit den Tagen der alten Preußen gehören viele Randstreifen der öffentlichen Hand. „ Übernutzung “ nennt man es, wenn die Landwirte diese Flächen dennoch bewirtschaften.

In den Münsterlandkreisen ist darüber in den vergangenen Monaten intensiv diskutiert worden, die Rede ist von einigen Hundert Hektar übernutzter Fläche. Nach den grünen Kreistagsfraktionen in Coesfeld, Steinfurt und Warendorf haben nun auch die münsterischen Grünen das Thema entdeckt und um Stellungnahme der Stadtverwaltung gebeten. Ist landwirtschaftliche Übernutzung in Münster ein Problem?

Das sei auf Anhieb nicht erkennbar, meinte Grünflächenamtsleiter Heiner Bruns am Dienstag im Umweltausschuss. Man habe einzelne Flächen geprüft und „keine ganz auffälligen“ Verstöße bemerkt. Im Übrigen, so Bruns: „Der Aufwand, das zu berechnen, ist nicht unerheblich.“ Ausschussmitglied Ulrich Oskamp ( CDU ) fügte hinzu, dass der Landwirtschaftliche Kreisverband „es sich zur Selbstaufgabe gemacht“ habe, der Übernutzung entgegenzuwirken.

Thema erledigt? Die Grünen überlegen nun, der Verwaltung einen formellen Arbeitsauftrag zu erteilen, um es ganz genau zu wissen, wie Bürgermeister Gerhard Joksch erläutert. Zwar seien bei Übernutzung öffentlicher Flächen häufig Duldung, Gewohnheit oder Ahnungslosigkeit im Spiel. Doch Randstreifen seien nun einmal wichtig für die Artenvielfalt; die Stadt fördere deshalb seit Jahren ein entsprechendes Projekt der Nabu-Naturschutzstation. Landwirtschaftliche Übernutzung würde diese Arbeit konterkarieren.

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