Landfahrerplatz geräumt Drei Container Müll und zwei Wohnwagen

Münster-Nienberge -

Das Datum steht für die Menschen, die seit Mitte Mai auf dem Landfahrerplatz in Nienberge leben, seit Langem fest: Ende September müssen sie das in städtischem Besitz befindliche Areal räumen. Am Freitag sind es Mitarbeiter des städtischen Ordnungs- und des Sozialamts, die die Schließung durchführen.

Von Kay Böckling
Auf dem verlassenen Landfahrerplatz standen am Freitag noch zwei Wohnwagen sowie weitere Hinterlassenschaften.
Auf dem verlassenen Landfahrerplatz standen am Freitag noch zwei Wohnwagen sowie weitere Hinterlassenschaften. Foto: kbö

Was bleibt, sind zwei verlassene Wohnwagen sowie drei Tonnen Müll, die von den Abfallwirtschaftsbetrieben entsorgt werden. Auch die beiden Wohnwagen sind wohl ein Fall für die Deponie – es sei denn, sie werden dieser Tage noch abgeholt. „Damit rechnen wir aber nicht“, sagt ein Vertreter des Sozialamts während der Räumungsaktion. „Die sind schon seit geraumer Zeit verlassen.“

Seit Mai sind es bis zu 40 Personen – vornehmlich aus dem osteuropäischen Raum – die auf dem Landfahrerplatz ihre Zelte oder Campingwagen aufstellen. Über die Gründe, warum sie in Nienberge den Sommer verbringen, kann man nur spekulieren. Ihren Unterhalt bestreiten sie laut Heinz Lembeck vom Sozialamt auf unterschiedliche Weise.

In diesem Jahr soll laut Lembeck von Mai bis zu dieser Woche alles problemlos abgelaufen sein. Das war nicht immer so. In der Vergangenheit hat es vor Ort auch Stress gegeben. Wie bei einer größeren Schlägerei, „die vermutlich auf Alkoholkonsum zurückzuführen war“, vermutet der Sozialamtsmitarbeiter. In diesem Jahr seien ihm keine Vorfälle zu Ohren gekommen.

Die Stadt ist zwar nicht verpflichtet, für die Bewohner des Landfahrerplatzes Sorge zu tragen – rein juristisch werden sie als Touristen betrachtet. Dennoch kümmert sich die Verwaltung unter der Federführung des Sozialamts den gesamten Sommer hinweg um die Menschen. Zwei Mal in der Woche suchten in diesem Jahr städtische Mitarbeiten den Landfahrerplatz auf und schauten nach dem Rechten.

Auch wenn die Bewohner um die zeitliche Befristung der Landfahrerplatz-Nutzung wissen, machen Mitarbeiter des Sozialamts bereits ab Ende August regelmäßig auf die Räumung Ende September aufmerksam. „Die Menschen akzeptieren das und sitzen quasi schon auf gepackten Koffern“, so Heinz Lembeck. So auch am Freitag. Flankiert wird die Räumungsaktion von einem stillen Protest des münsterischen Bündnisses gegen Abschiebung. Aber auch dort vermeldet Heinz Lembeck: „Keine besonderen Vorkommnisse.“

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