Danae Dörken im Schoneberg-Konzert Süß, wild und sehnsuchtsvoll

Münster -

Der Anfang ist hoffnungsfroh, ja zuversichtlich, das Ende dunkel und schmerzvoll. Dazwischen werden auf engem Raum die unterschiedlichsten Gefühle und Ahnungen zum Ausdruck gebracht, denen sich ein liebender Mensch ausgesetzt sieht. Die Rede ist von Johannes Brahms und seinem sechsteiligen Klavierzyklus op. 118, seiner vorletzten Schöpfung für Soloklavier. Innerhalb der Schoneberg-Konzertreihe „Neue Namen“ war nun die junge deutsch-griechische Pianistin Danae Dörken mit einem attraktiven Brahms- und Schumann-Programm im Rathausfestsaal zu Gast, das sie mit eben dieser emotionsintensiven Komposition eröffnete.

Von unsereMitarbeiterMichael Schardt
Die Pianistin Danae Dörken beim Konzert im Rathaus-Festsaal
Die Pianistin Danae Dörken beim Konzert im Rathaus-Festsaal Foto: ms-

Nach der positiv gestimmten Auftaktsequenz gewinnt bereits im A-Dur Intermezzo (Nr. 2) eine sehnsuchtsvoll-melancholische Grundhaltung Kontur, bevor die Ballade (Nr. 3) dramatisch-wilde Akzente setzt und zu ruhigen, lyrischen Momenten findet. Dörken spielt den Zyklus technisch brillant, kraftvoll und mit viel Gefühl. Sie setzt auf starke Kontraste, recht zügige Übergänge und in den bewegten Passagen auf dramatische Zuspitzung. Ihre eigenständige Interpretation zeugt von hoher intellektueller Durchdringung des Stoffs, die das ein oder andere Mal die Erwartungshaltung des Zuhörers aufgebrochen haben mag. Im zweiten, von wechselvollen Stimmungen geprägten Brahmsstück (op. 119) grenzt die 25-jährige Virtuosin heitere, mystisch und feierliche Bilder deutlich voneinander ab. Besonders eindrucksvoll in der abschließenden Rhapsodie.

Auch Robert Schumanns besonders am Ende des zweiten Satzes sehr schwer zu spielende Fantasie in C-Dur (op. 17) meisterte Danae Dörken souverän. Im ersten Satz räumte die Pianistin einigen Beethoven-Zitaten aus dem Liederzyklus „An die ferne Geliebte“ in der Komposition keine besondere Bedeutung ein; als Triumphzug gestaltete sie den zweiten Satz, und nahezu ohne Übergang ließ sie das Stück zum Finale in gemäßigte, sanfte Fahrwasser einmünden.

Mit stehenden Ovationen reagierte das Publikum und bekam in dem Flamenco „Feuertanz“ von Manuel de Falla eine südländisch-temperamentvolle Zugabe.

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