Zöller & Konsorten im Jovel Die Oldie-Newcomer grooven gewaltig

Münster -

Am Donnerstagabend hat Steffi Stephan mit ein paar Kumpels in seinem Jovel gespielt. Das kommt häufiger vor, doch diesmal war es anders: Das Konzert war der Auftakt einer Deutschland-Tournee. Im Mittelpunkt: Jürgen Zöller, einst BAP-Trommler und nun auf neuen musikalischen Wegen mit alten Weggefährten, die er „Konsorten“ nennt.

Von Gunnar A. Pier
Die Konsorten im Jovel: Lyle Närvänen (Leningrad Cowboys), Jürgen Zöller (einst BAP), Tony Carey und Steffi Stephan (von links).
Die Konsorten im Jovel: Lyle Närvänen (Leningrad Cowboys), Jürgen Zöller (einst BAP), Tony Carey und Steffi Stephan (von links). Foto: Gunnar A. Pier

Zusammen bringen sie es auf überschlagene 235 Jahre Bühnenerfahrung – und doch sind Zöller & Konsorten plötzlich so etwas wie Neulinge. Lyle Närvänen ( Leningrad Cowboys), Jürgen Zöller (einst BAP ), Tony Carey, Christof Stein-Schneider (früher Fury in The Slaugh­terhouse) und Steffi Stephan haben sich neu zusammengetan und das Album „Flucht nach vorn“ aufgenommen. Das präsentieren sie nun auf der Tour.

Eins vorweg: Das groovt gewaltig. Obwohl Gitarrist Stein-Schneider am Donnerstag ausfiel, füllten die Konsorten den kleinen Club mit einem packenden, knackigen Rocksound. Besonders Lyle Närvänen gefiel mit vielen lustvollen Soli. Nur eine gute Woche hatten die Newcomer-Oldies geprobt – doch alles wirkte wie seit Jahrzehnten eingespielt.

Die Songs erzählen Episoden aus Zöllers Biografie. Und deshalb erklärte der singende Trommler die Texte – wie „Money Joe“, das so heißt, weil das Publikum in Mosambik einst „Money Joe“ sang, als Zöller mit seinen damaligen BAP-Konsorten „Maat et joot“ spielte.

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Album: "Flucht nach vorn" heißt das Album von Zöller & Konsorten. Bericht: hier .

New Names: Im März 2016 spielte die Band bereits bei den New Names. Bericht: hier .

Tournee 2016: Bis Ende Oktober touren die Konsorten durch Deutschland. Alle Termine: hier .

Die Ansagen waren wichtig, denn während der Musik waren die Texte nur schwer zu verstehen. Der Gesang ging ein wenig unter – ein Frontmann, der hinten sitzt, hat es eben schwer. Das ist bedauerlich, wenn die Texte so eine Bedeutung haben wie bei diesem Projekt – der Stimmung tat das freilich keinen Abbruch.

Anderthalb Stunden standen die Konsorten auf der Bühne – da war auch Zeit für Exkurse wie Careys Solo-Hit „Room with a view“ und Steffi Stephans „Das kann man ja auch mal so sehen“, das sonst Udo Lindenberg singt. Der kölsche Rock alter Tage wurde nicht erwähnt. Nur einmal sprach Zöller von einer „Kölner Tanzkapelle mit drei Buchstaben.“

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