20 Jahre Familienhaus Münster Ein starkes Team

Münster -

Vor 20 Jahren wurde das Familienhaus Münster gebaut – am Samstag feiert es diesen runden Geburtstag mit Schirmherrin Ute Lemper.

Von Martina Döbbe
Jubiläum: Monika Schlattmann (vorn M.) hat das Projekt auf den Weg gebracht, heute leitet ihr Sohn Simon (r.) das Familienhaus. Er kann auf ein gutes Team zählen.
Jubiläum: Monika Schlattmann (vorn M.) hat das Projekt auf den Weg gebracht, heute leitet ihr Sohn Simon (r.) das Familienhaus. Er kann auf ein gutes Team zählen. Foto: ide

Eigentlich läuft alles so wie in einer „ganz normalen“ Familie. Es wird gelacht, es wird geweint, mal wird gezankt, Pläne werden geschmiedet, es wird gehofft und gefeiert. Doch diese Familie ist eine ganz besondere. Eine, die sich immer wieder neu findet, eine, in der die Familienmitglieder häufiger wechseln. Die Rede ist von den Menschen, die im Familienhaus Münster leben. „Manche bleiben ein paar Tage, manche auch schon mal ein Jahr“, macht Simon Schlattmann die ganze Bandbreite deutlich. Doch egal, wie lange er bleibt – jeder, der kommt, soll hier auftanken, Kraft schöpfen, neue Energie bekommen. Das war von Anfang an das Ziel, als das Familienhaus gebaut wurde. Am 11. Oktober 1996 wurde es eröffnet – am Samstag (1. Oktober) feiert es den 20. Geburtstag.

Und: Es ist noch mal deutlich gewachsen in dieser Zeit – dem ersten folgt der zweite, später der dritte Bauabschnitt. Damit stehen heute rund 40 Appartements zur Verfügung. Die Bewohner: zumeist Eltern, manchmal auch Geschwister – immer Familien, die oftmals am Limit sind, die ein schwer krankes Kind haben, das im gegenüberliegenden Universitätsklinikum behandelt wird.

„Für eine Familie ist es immer eine Belastung, wenn ein Kind weit weg von zu Hause über einen längeren Zeitraum stationär behandelt werden muss. Deshalb wollen wir für die Sorgen, Ängste und Nöte der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu jeder Zeit ein offenes Ohr haben“, das hat Monika Schlattmann, die Vorsitzende und Gründerin des Vereins Familienhaus Universitätsklinik Münster, schon häufig erzählt, wenn sie das Projekt vorstellt. Wenn sie zurückblickt, dann erfüllt es sie „mit großer Dankbarkeit“, dass es von Anfang an immer Unterstützer, Wegbegleiter und Förderer gab, die auch finanziell dem Familienhaus überhaupt erst die wichtige Basis gegeben haben. „Die Hilfsbereitschaft, die wir erfahren haben, war enorm“, lässt sie zwei Jahrzehnte Revue passieren.

Eine Frau, auf die der Verein ebenfalls immer habe zählen können, ist Ute Lemper . Von Anfang an – und das war 1992 im Jahr der Vereinsgründung – hat die in Münster geborene und heute in New York lebende Musical- und Chansonsängerin das Familienhaus unterstützt – zum Beispiel mit Benefizkonzerten. Und sie wird, das freut alle im Familienhaus Aktiven, auch zum Jubiläumsfest am Samstag kommen.

Und vielleicht auch schon etwas über die neuesten Pläne hören. Denn auch nach drei Bauabschnitten ist noch lange nicht Schluss. „Die Nachfrage und der Bedarf sind immens“, berichtet Simon Schlattmann, der das Familienhaus mit einem Team von vier Vollzeit-, drei Teilzeit und fünf 450-Euro-Kräften leitet. Dazu kommt noch eine engagierte Gruppe von rund 25 Ehrenamtlichen. Zurück zur Nachfrage: „Auf ein Zimmer kommen im Schnitt in Spitzenzeiten fünf bis sieben Anfragen“, rechnet Simon Schlattmann vor. Also: „Es muss erweitert werden“, sagt Monika Schlattmann. Sie hofft, dass es die Möglichkeit gibt, in direkter Nachbarschaft auf einem Grundstück des Bistums zu bauen.

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