Möllenbaums Talkschau im Boulevard Graf Lo von Blickensdorf trifft Millionär Leon Windscheid

Münster -

Ein falscher Graf und ein echter Millionär trafen am Dienstag im Boulevard Münster aufeinander: Elfriede Möllenbaum begrüßte in ihrer Talkshow Graf Lo von Blickensdorf und RTL-Millionär Leon Windscheid. Schwierig für die Gastgeberin, sich für einen Mann zu entscheiden.

Von Heike Eickhoff
Gute Unterhaltung im Boulevard boten (v.l.) Monika Kopplin, Lo Graf von Blickensdorf, Gastgeberin Elfriede Möllenbaum und Leon Windscheid.
Gute Unterhaltung im Boulevard boten (v.l.) Monika Kopplin, Lo Graf von Blickensdorf, Gastgeberin Elfriede Möllenbaum und Leon Windscheid. Foto: Heike Eickhoff

Elfriede Möllenbaum scheint sich Farben der britischen Queen zum Vorbild genommen zu haben. Ihr Strickkostüm in Hellblau bis Türkis ist eine Augenweide. Entsprechend fragt sie aufgeregt: „Könnte man aus mir auch eine Gräfin machen? Gräfin von Möllenbaum?“

Graf Lo von Blickensdorf schmunzelt: „Sicher!“ Denn der Graf ist ein vielseitig begabter Künstler. Mit selbst entworfenem Wappen auf kostenloser Visitenkarte und einem Sakko aus dem Sonderangebot wurde er zum Grafen – und damit zum Gesamtkunstwerk. Am Dienstag war der illustre Gast in Frau Möllenbaums „Talkshow“ im Boulevard Münster . Dass er mit 61 Jahren die Schwimmprüfung zum Seepferdchen abgelegt hat, seit über vier Jahren nun Graf ist (der Künstlername ist tatsächlich in seinen Papieren eingetragen) und täglich um 14 Uhr ein Stück Torte isst, verfolgen Tausende Menschen auf Facebook .

Sein erstes Buch „Werden Sie doch einfach Graf!“ sei mittlerweile vergriffen, plaudert der gebürtige Münsteraner mit Lebensmittelpunkt Hauptstadt. Nur als „E-Book“ sei es noch zu kriegen. Und weil die rüstige rheinische Frohnatur Möllenbaum gern damit kokettiert, dass sie sich so gar nicht mit Computern auskennt, muss der Graf erklären, dass man das Buch dann auf dem „Klapprechner“ lesen könne. Das zweite Buch erscheint in wenigen Tagen und trägt den hoffnungsvollen Titel: „Abnehmen mit Torte“.

Die Ölgemälde, die Lothar Blickensdorf (so der bürgerliche Name) in früheren Jahren so gern malte, nähmen zu viel Stauraum ein, plaudert der Künstler; deshalb sei er nun auf Cartoons umgestiegen. Die bekommt man zur Not auf einen Notizblock. Der Sänger Peter Maffay habe übrigens eines seiner ehemals großformatigen Bilder gekauft. Das hätte dieser immer, wenn er wieder eine Freundin verließ, mitgenommen – zusammen mit den Autoschlüsseln und den Papieren. Alle Freundinnen hätten dieses Bild deshalb gehasst, bekennt der Graf.

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Er ist kein Graf. Und heißt doch so. Lo Graf von Blickensdorf lebt Träume vor. Und fühlt sich dabei super. Er weiß, wie man mit Torten abnimmt. Ein Porträt.

Er kam, gab Autogramme und taufte: Fernsehmoderator Günther Jauch hat Windscheids Partyschiff auf seinen Vornamen getauft. Bericht: hier .

Und da er seit seiner Zeit als Grafiker unter „Lackdosenintoleranz“ leidet, passte Dr. Monika Kopplin (Direktorin des Museums für Lackkunst) gut in die Gästerunde. Was sie maßgeblich beeinflusst hat? Trotz wissenschaftlicher Meriten und internationaler Studien seien es vielleicht doch die russischen Lackdosen gewesen, die ihre Mutter ihr einst vor langer Zeit schenkte, und nicht die Impressionisten, über die sie promoviert habe, mutmaßte Kopplin lächelnd.

Leon Windscheid (Münsters wohl bekanntester Millionär und Besitzer der „MS Günther“) ergänzte die Runde. „In Richtung Wirtschaftspsychologie“ gehen seine Neigungen, verriet der Doktorand an der Universität Witten-Herdecke. Soziales Engagement und unternehmerische Tätigkeiten gehörten für ihn zusammen, betonte der Jungunternehmer vor dem Publikum.

Die vielen Zuschauer lauschten interessiert und sehr amüsiert, und Frau Möllenbaum führte, sehr gut vorbereitet und immer für einen Scherz zu haben, locker durch den Abend.

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