„Zöller & Konsorten“ auf Tour Lautsprecher statt Leisetreter

Münster -

Gerade erst ist das Debüt-Album von Zöller & Konsorten erschienen. "Flucht nach vorn" ist ein gelungenes Deutschrockalbum. Jetzt kommt die Band mit Tony Carey und Steffi Stephan ins Jovel.

Von Carsten Vogel
Zöller & Konsorten: Ein neuer Name in der Musikbranche kann auch aus alten Hasen bestehen. Im März konnte die Band um Schlagzeuger Jürgen Zöller (2.v.r.) bereits auf der New-Names-Bühne im Jovel überzeugen. Jetzt ist sie mit neuem Album im Gepäck wieder am Start.
Zöller & Konsorten: Ein neuer Name in der Musikbranche kann auch aus alten Hasen bestehen. Im März konnte die Band um Schlagzeuger Jürgen Zöller (2.v.r.) bereits auf der New-Names-Bühne im Jovel überzeugen. Jetzt ist sie mit neuem Album im Gepäck wieder am Start. Foto: Gunnar A. Pier

Im März dieses Jahres standen „Zöller & Konsorten“ bereits auf der New-Names-Bühne im Jovel. Neue Namen sucht man in der Band aber vergeblich.

Denn mit an Bord sind Christoph Stein-Schneider, (einst Gitarrist bei Fury in the Slaughterhouse), Lyle Närvänen (ehemals Gitarrist bei den Leningrad Cowboys), Tony Carey (bekannt geworden durch den Song „Room With A View“ aus der ARD-Serie „Wilder Westen inclusive“ – und in den 70er-Jahren Mitglied der Band Rainbow). Und am Bass spielt Steffi Stephan : „Ich kenne Jürgen schon seit Langem, von BAP , und weil er bereits häufiger im Jovel gespielt hat. Es hat mir viel Spaß gemacht, mit ihm in seiner Band zu spielen.“

Namensgeber Jürgen Zöller hat 50 Jahre Rock ’n’ Roll-Geschichte mitgeschrieben. Als Schlagzeuger bei Supermax, James Last, Franz Morak, Inga Rumpf und, wie erwähnt, BAP. Um nur einige Meilensteine zu nennen.

Disco- und Hippie-Zeit

Vergangene Woche ist das Debütalbum „Flucht nach vorn“ erschienen. Und es klingt sehr frisch. Ein Album, das textlich einer Autobiografie gleicht und musikalisch im Deutschrock verortet ist. „Es könnte auch meine Biografie sein“, sagt Steffi Stephan, „weil sie so typisch ist für Musiker, die seit längerer Zeit im Geschäft sind“.

Zöllers Stimme klingt wie eine Mischung aus Achim Reichel und Stefan Stoppok. Der heute vor 69 Jahren geborene Musiker wird in seinen Texten nicht müde, darauf hinzuweisen, dass er ein Vollblut-Schlagzeuger ist: „Aus dem Leben eines Trommlers, der nichts an­deres wollte, als auf die Pauke hau’n und seinem Leben Respekt zollte“, heißt es im Album-Opener „Achterbahnfahrt“. Und im Titelsong „Flucht nach vorn“ singt Zöller „Mit der Schießbude nach England“. Sowieso arbeitet er viele Stationen seines Lebens ab. In „Da Da Da Dam“ erfährt man, dass Rudi Zöller nicht sein leiblicher Vater gewesen ist, in „Torremolinos“ lässt er die Hippie-Zeit in Andalusien Revue passieren und resümiert in „Top Cat“ über seine Zeit als DJ in einer Disco.

Frisch und ehrlich

Diese Zeitreise wäre textlich allein schon unterhaltsam, aber die gestandenen Musiker der „Konsorten“ sind nicht nur erfahren, sondern auch allesamt hungrig genug, um nicht mit Klischeehaftem zu langweilen.

„Für mich war es wichtig, dass es in der Band musikalisch und menschlich funktioniert“, bestätigt Steffi Stephan.

Neben Midtempo-Nummern sind es Songs wie „Fliegerklause“ mit treibenden Bläsern, „Money Joe“ mit seinen Reggae-Anleihen, das funkige „Puppa“ und die psychedelischen Flötentöne von „Nie wieder LSD“, die allesamt überzeugen können.

Zum Thema

Donnerstag, 20 Uhr, Jovel Music Hall, Albersloher Weg 54.

Es ist ehrlicher Rootsrock, den die Band jetzt wieder auf die Bühne bringt. Um es mit Zöller zu sagen: „Ich will dorthin, wo die Lautsprecher stehen.“ Wer das auch möchte, sollte sich den Tourauftakt in Münster nicht entgehen lassen.

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