60 Jahre Haus der Familie „Ein springender Punkt mitten in Münster“

Münster -

Vor 60 Jahren als Mütterschule gegründet, ist das Haus der Familie zu einer unverzichtbaren Größe in dieser Stadt geworden. An Freitag wurde gefeiert: mit einem einmaligen Musikgenuss und internationaler Suppenküche.

Von Maria Meik
Schirin Partowi beeindruckte in der Petrikirche beim Konzert zum 60. Geburtstag des Bildungsforums.
Schirin Partowi beeindruckte in der Petrikirche beim Konzert zum 60. Geburtstag des Bildungsforums. Foto: mm

Dieses Haus ist ein Segen für die Stadt und für die Menschen, die dort ein- und ausgehen. Denn sie sind alle willkommen. Gleich welcher Herkunft, gleich welcher Religion. Das Haus der Familie (HdF) ist von morgens bis abends mit Leben erfüllt, das Kleine und Große in die Einrichtung tragen. Was vor 60 Jahren mit der Mütterschule begann, ist zum Katholischen Bildungsforum im Stadtdekanat Münster gewachsen – zum Haus der Familie, das die Würde eines jeden zu schätzen weiß und wo Begegnungen auf Augenhöhe stattfinden.

Der 60. Geburtstag wurde am Freitagabend gebührend gefeiert. Mit Rückblick, Glückwünschen, Lob und faszinierenden Klangbrücken zwischen den Kulturen. „Schirin Partowi & Avram“ sowie Kai Bettermann als Rezitator erfüllten die Petri-Kirche mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Mit einer internationalen Suppenküche vor der Kirche wurde das Fest geschmackvoll beendet.

Edith Thier , Leiterin und Geschäftsführerin des Hauses, freute sich über mehr als 200 Gäste und brachte es auf den Punkt: „Wir sind ein springender Punkt, und das mitten in Münster. Wir bewegen, was uns bewegt. Noch vor der Geburt bis hin ins Alter erfahren Menschen hier Orientierung und Bildung.“

Stadtdechant Jörg Hagemann, erster Vorsitzender des Hauses, blickte zurück in die Anfangszeit, die von Kriegskatastrophen geprägt gewesen sei. Er sei tief beeindruckt von den Mitarbeitenden, die mit christlichem Selbstverständnis am Puls der Zeit seien. Pfarrer Hagemann lobte in seiner Ansprache das interkulturelle Bemühen in einer Zeit, in der noch mehr Menschen ihre Heimat verloren hätten als vor 60 Jahren.

Lob für das Haus gab es auch von Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson: „Die interkulturelle und interreligiöse Arbeit ist wichtiger denn je. Das wissen Rat und Verwaltung zu schätzen. Im Haus der Familie, auf das Verlass ist, wird auf den Punkt gebracht, was die Zeit erfordert.“

1500 Veranstaltungen stemmt das Bildungsforum mit 380 Honorarkräften und 18 Hauptamtlichen jährlich. Rund 16 000 Erwachsene und 4500 Kinder nehmen jährlich die Angebote wahr.

Zum 60. ist im HdF am Krummen Timpen bis zum 6. Oktober, eine interreligiöse Fotoausstellung zu sehen, die zum Thema „Glaubensleben“ Arbeiten eines christlichen, eines jüdischen und eines muslimischen Künstlers zeigt.

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