LEG widerspricht kritischen Anwohnern Es bleibt beim autofreien Konzept

Münster -

Im Laufe des Herbstes will die Wohnungsgesellschaft LEG mit der Erweiterung der autofreien Siedlung Weißenburg im Geistviertel beginnen. Dabei bleibt es auch nach dem Austausch unlängst mit den Anliegern, die durch die Ausweitung vermehrten Verkehr und zugestellten Parkraum auf ihren Wohnstraßen fürchten. Christian Mengler, Leiter der LEG-Niederlassung Münster, hält am bisherigen Konzept auch für 61 neue Wohnungen fest, die – wie berichtet – im westlichen Bereich der Siedlung entstehen sollen.

Von Karin Völker
Hier will die LEG 61 neue frei finanzierte Mietwohnungen in der autofreien Siedlung bauen. Im Hintergrund die Häuser an der Habichtshöhe.  
Hier will die LEG 61 neue frei finanzierte Mietwohnungen in der autofreien Siedlung bauen. Im Hintergrund die Häuser an der Habichtshöhe.   Foto: Oliver Werner

Der rechtsgültige Bebauungsplan dort gestattet es, dass die LEG für die neuen Wohnungen keine Autoabstellplätze ausweisen muss. Gleichzeitig hat das Oberverwaltungsgericht festgestellt, dass auch Mietern in einer autofreien Siedlung nicht das Recht auf den Besitz eines eigenen PkW verwehrt werden dürfe.

Christian Mengler widerspricht der Darstellung mehrere Anwohner im Umfeld der autofreien Siedlung, nach der eine erhebliche Anzahl der Mieter dort über eigene Autos verfügen, die sie in den Nebenstraßen parkten. „Es herrscht auf den Nebenstraßen kein Verkehrschaos“, unterstreicht Mengler und betont, dass es sich bei den Autobesitzern unter den Mietern um „Einzelfälle“ handele. Nur sehr wenige hätten eine Ausnahmegenehmigung zur Anschaffung eines Pkw beantragt und erhalten. Georg Heinrichs, ehemaliges Vorstandsmitglied des Bewohnervereins autofreie Siedlung Weißenburg stimmt zu. Er schätzt, dass fünf bis zehn Prozent der derzeitigen Mieter ein eigenes Auto nutzen. Die Mieter der fünf behindertengerecht gebauten Wohnungen dürften einen eigenen Wagen halten. Im Fall von Problemen mit dem Bekenntnis zur Autofreiheit schwört Mengler auf die Institution der Schlichtungsstelle, an der auch der Bewohnerverein beteiligt ist. Mieter müssen ungeachtet der grundsätzlichen Rechtslage im Mietvertrag unterschreiben, dass sie autofrei leben möchten. Christian Mengler unterstreicht, dass die LEG keinesfalls bereit sei, „das gute Konzept für das autofreie Wohnen aufzugeben, nur um einige Nachbarn zu beschwichtigen“.

In Ansprache mit dem Bewohnerverein sollen künftig auch Mieter für die neuen Wohnungen gefunden werden.

Diese sind allerdings komplett frei finanziert, was ebenfalls im Bebauungsplan festgeschrieben ist. Die bisher 138 gebauten Wohnungen sind allesamt mit öffentlichen Mitteln errichtet, die Quote der gesamten Siedlung liegt nach der Erweiterung bei etwa 72 Prozent – weit mehr als die in Münster bei Bauvorhaben neuerdings vorgeschriebenen 30 Prozent, wie Mengler betont.

Wegen der problematischen Baustellenzufahrt über die Habichtshöhe sei die LEG noch mit der Stadt im Gespräch über eine für die Anwohner störungsfreie Bauzeit des Projekts.

Klar sei aber, dass die Fahrzeuge wegen einer neuen, nicht hinreichend tragfähigen Tiefgarage nicht über die Metzer Straße die Baustelle anfahren könnten. Mengler: „Wir werden in der Bauphase vor allem der Sicherheit der Fußgänger und Radfahrern Rechnung tragen.“ Über die Habichtshöhe verläuft für die meisten Kinder der autofreien Siedlung der Weg zu Grundschule und Kita.

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