July Talk begeistert im Gleis 22 Laut, wild und rassig

Münster -

Die Indie-Rockband July Talk stand am Samstag im Gleis 22 auf der Bühne. Das Publikum war begeistert.

Von Benjamin Scholz
July-Talk-Frontsänger Peter Dreimanis und seine Gesangspartnerin Leah Fay legten eine klasse Performance hin.
July-Talk-Frontsänger Peter Dreimanis und seine Gesangspartnerin Leah Fay legten eine klasse Performance hin. Foto: bsc

Die Vorfreude war spürbar. Eine prickelnde Spannung lag in der Luft. „Der hat eine Hammer-Stimme! Das sieht man ihm gar nicht an“, raunte eine Konzertbesucherin ihrem Nebenmann zu. In einer zähen Umbaupause kam er auf die Bühne und füllte das Gleis 22 eindrucksvoll mit seiner vom Whiskey getränkten Stimme.

Die Rede ist von Peter Dreimanis , Frontsänger der Indie-Rockband July Talk. Die noch recht junge, 2012 gegründete kanadische Band war mit ihrem neuen Album „Push + Pull“ im Gleis 22 zu Gast. Und sie ließen ihre Fans lange warten.

Den stimmungsvollen Einstieg gaben die Nordiren von „exmagician“. Im Vergleich zu dem, was July Talk danach bot, präsentierte „exmagician“ fast schon Kuschelrock – wobei das freilich eine heillose Untertreibung dessen ist, was die Nordiren auf die Bühne legten. Sie verabschiedeten sich mit einem Augenzwinkern von der Bühne: „Sorry about Brexit.“

July-Talk-Frontsänger Peter Dreimanis stand schon nach wenigen Minuten der Schweiß auf der Stirn. Seine beeindruckende, kratzig-raue Stimme erfüllte das Gleis, angereichert mit den fröhlich-unschuldigen Tönen seiner Gesangspartnerin Leah Fay . Mit zunehmender Dauer schweifte Dreimanis’ stierender Blick durch die Menge, während Fays zerlaufener Lippenstift nicht im Geringsten die Wirkung ihres charmanten Lächelns beeinflusste.

Dreimanis und Fay legten eine klasse Performance hin. Sie spielten miteinander, liebkosten sich auf der Bühne, badeten in der Menge. Fay verzauberte mit ihrem unwiderstehlichen Sex Appeal nicht zuletzt auch den ein oder anderen männlichen Zuhörer im Gleis.

Rund eine Stunde krachender Indie-Rock verging wie im Fluge. Selten wurde es ruhig, fast die ganze Zeit war es laut, wild und rassig. July Talk genoss den Auftritt im Gleis sichtlich – war er doch ganz anders als die Premiere hier vor einigen Jahren. Er erinnere sich noch an die zehn Gäste beim ersten Konzert, scherzte Peter Dreimanis. Ganz anders der Zuspruch jetzt. Die Fans wollten mit July Talk feiern. „Für uns ist immer Samstag“, beschrieb Dreimanis die Stimmungslage seiner Band, „aber wenn für euch auch Samstag ist, ist es gerechtfertigt, dass wir trinken“. Sagte es – und nahm einen Schluck Whiskey.

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