Radverkehrskonzept 2025
„Das Anti-Stauprogramm“

Münster -

Mehr Radfahrer, schnellere Räder. Das verlangt nach besseren Wegen. Die Stadt präsentierte am Montag ihr Radverkehrskonzept für die nächsten neun Jahre.

Montag, 22.08.2016, 16:24 Uhr aktualisiert: 22.08.2016, 17:56 Uhr
Sehr einfach - aber effektiv: Manchmal reichen Streifen, um Radwege auch im Dunkeln sicher zu machen. Verkehrsplaner Stefan Böhme zeigt das Beispiel, links daneben Stadtdirektor Hartwig Schultheiß, Oberbürgermeister Markus Lewe und Planungsamtschef Christian Schowe. Foto: bn

Es gab so einige griffige Formel n, mit denen das neue Radwegekonzept 2025 gestern im Rathaus präsentiert wurde. Prägnant formulierte es Radwege-Planer Stephan Böhme: „Was wir machen, ist ein Anti-Stauprogramm.“

Kernstück der Planungen, die in die politische Beratung kommen, ist ein sternförmiges System von 13 Velo-Routen, die Münster mit den Umlandgemeinden verbinden. Vieles ist vorhanden, manches muss nachgebessert werden, weniges wird neu gemacht. Verkehrsplaner Michael Milde: „Das ist klar eine Qualitätssprung.“

Das neue Radverkehrskonzept wird vorgestellt

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  • Wolbecker Straße -- hier ist der Radweg deutlich zu schmal.

    Wolbecker Straße -- hier ist der Radweg deutlich zu schmal.

    Foto: Günter Benning
  • Hammer Straße - hier wird darüber nachgedacht, den Straßenraum zu öffnen, wenn es zu einer Tempo-30-Regelung käme.

    Foto: Günter Benning
  • Hansaring - hier wurde für die Radler die Abbiegesituation deutlich sicherer gestaltet.

    Foto: Günter Benning
  • Radwegekonzept 2025: v.r. Stefan Böhme. Hartwig Schultheiß, Markus Lewe, Christian Schowe, Michael Milde

    Foto: Günter Benning
  • Radwegekonzept 2025: v.r. Stefan Böhme. Hartwig Schultheiß, Markus Lewe, Christian Schowe

    Foto: Günter Benning

Für Oberbürgermeister Markus Lewe bleibt hervorzuheben, dass hier erstmals ein Infrastrukturkonzept gemeinsam in interkommunaler Zusammenarbeit geschaffen wurde. Wer an die wachsende Stadt denke, müsse den Metropolraum mitdenken, so sein Credo.

Rund fünf Millionen Euro wird das Radverkehrskonzept allein die Stadt Münster jährlich kosten – derzeit wird für die Radwege rund eine Million ausgegeben. Wem das viel erscheint, den weist Radverkehrsplaner Böhme darauf hin, dass eine normale Straße zehnmal mehr als ein Radweg koste.

Infos

39,1 Prozent – das ist der Anteil des Radverkehrsanteils in Münster. Tendenz steigend. 727 000 Wege legen Münsteraner mit Rad, Bus, Bahn oder zu Fuß zurück. 269 000 mit dem Auto. Hinzu kommt aber die gleiche Zahl an Fahrten durch Auswärtige, Besucher und Pendler. 46,4 Prozent – das ist der Anteil der Fahrradfahrer an den verunglückten Personen im Jahr 2015. 88 Radfahrer waren das – allerdings 12 Prozent weniger als im Jahr zuvor. 3000 Fahrradstellplätze sollen in einer Radstation auf der Bahnhofsrückseite entstehen. 

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Tatsächlich soll das Radwegekonzept die bisher schon sehr hohe Quote von 40 Prozent Radlern im Individualverkehr der Stadt noch einmal steigern – auf 50 Prozent.

Entscheidend für diese Entwicklung ist der Trend zum E-Bike. „In ein paar Jahren“, prognostiziert Stadtdirektor Hartwig Schultheiß, „wir es nur noch Fahrräder mit Motor geben.“

Die E-Bikes oder Pedelcs vergrößern den Radius von Rad-Pendlern. Sie fordern aber auch den innerstädtischen Radverkehr, weil sie rasant unterwegs sind.

Ein wichtiges Motiv des neuen Konzepts ist daher auch die bessere Markierung von Radwegen in der Stadt. Alle Radwege sollen rot markiert werden, sagt Planungsamtsleiter Christian Schowe , auch die Fahrradstraßen. Besonders in Kreuzungsbereichen soll klare Markierung zu mehr Sicherheit führen.

Wo es machbar ist, sollen Radwege auch breiter werden. An Straßen, in denen möglicherweise künftig Tempo 30 eingeführt werde, könne man die Radwegebenutzungspflicht aufheben. Das gilt etwa für Hammer Straße, deren Radwege für schnelle Radler gefährlich sind. Nicht nur wegen der Räumung der Windthorststraße ist das Parkproblem im Radverkehrskonzept wichtig. So müsse, hieß es gestern, an einigen Stellen in der Stadt an doppelstöckige Park-Anlagen gedacht werden, wie es sie in Berlin oder München bereits gebe.

Die werden allerdings das Problem von Oberbürgermeister Markus Lewe nicht lösen: Er hat sich zu Weihnachten ein Bakfiets zum Einkaufen gekauft. Das passt in keinen Fahrradständer.

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