Anschlag auf Sikh-Tempel in Essen
Prozess gegen Münsteraner startet hinter verschlossenen Türen

Münster -

(Aktualisiert) Der Angeklagte kam komplett vermummt: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat in Münster vor dem Amtsgericht der erste Prozess um den Bombenanschlag auf einen Essener Sikh-Tempel im April dieses Jahres begonnen. Angeklagt ist ein 20-jähriger Münsteraner .

Freitag, 29.07.2016, 14:40 Uhr aktualisiert: 29.07.2016, 15:29 Uhr
Zum Prozessauftakt am Freitag erschien der Angeklagte – hier zusammen mit seiner Verteidigerin – komplett vermummt. Foto: Oliver Werner

Das Medieninteresse war groß; den angeklagten Münsteraner erwarteten beim Prozessauftakt am Freitag  ein Blitzlichtgewitter und Fernsehkameras, als er – begleitet von Justizvollzugsbeamten – den Gerichtssaal betrat. Auf dem Kopf trug der 20-Jährige, der seit dem 27. März in Untersuchungshaft sitzt, ein Käppi, um den Kopf hatte er sich einen schwarzen Schal gewickelt, nur die Augenpartie war zu sehen.

Seine Verteidigerin stellte sofort den Antrag, die Öffentlichkeit vom Prozess auszuschließen. Zur Begründung führte sie unter anderem an, dass ihrem Mandant andernfalls Nachteile in seiner persönlichen, sozialen und beruflichen Entwicklung entstünden.

Anschlag auf Sikh-Tempel

Der Vorsitzende Richter des Jugendschöffengerichts am Amtsgericht verkündete nach der Beratung, dass die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird – was auch die Urteilsverkündung betreffe, wie es die Verteidigerin beantragt hatte. Die Stigmatisierung des Angeklagten sei bei einer öffentlichen Verhandlung „als erheblich anzusehen“, sagte der Vorsitzende zur Begründung. Zudem würden während des Prozesses auch Angaben zum persönlichen Bereich und zur Familie gemacht. Nicht zuletzt solle verhindert werden, dass sich ein Heranwachsender im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses fühle.    

Der 20-jährige Münsteraner soll an der Vorbereitung des Sprengstoffanschlags auf den indischen Sikh-Tempel in Essen beteiligt gewesen sein, bei dem am 16. April drei Menschen verletzt worden waren. Ihm wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat sowie ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz und das Waffengesetz zur Last gelegt. Er soll bei einer Probesprengung dabei gewesen sein. 

Er war – wie berichtet – bereits am 27. März festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Seine Mutter hatte sich an die Polizei gewandt, da sie befürchtet hatte, dass sich ihr Sohn der Terror-Organisation Islamischer Staat in Syrien anschließen könne.

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