Ärger mit der Arbeitsstättenverordnung
Kita dicht – wegen einer Tür

Münster -

Die Kita KEKKI im Kreuzviertel musste schließen. Grund: Nur eine der drei Außentüren des Ladenlokals öffnet sich nach außen. Damit erfüllt die Kita nicht die Bestimmungen der Arbeitsstättenverordnung. Derzeit läuft ein Eilverfahren, um eine Lösung mit der Bezirksregierung zu finden.

Freitag, 17.06.2016, 18:19 Uhr aktualisiert: 17.06.2016, 18:30 Uhr
Die Kita KEKKI muss schließen, weil die Mitarbeiter dort derzeit nicht arbeiten dürfen.  Foto: Günter Benning

Die Verfügung ließ keinen Spielraum. Mit sofortiger Wirkung habe die Kita KEKKI an der Maximilianstraße zu schließen. Das schrieb vergangene Woche die Bezirksregierung. Seither sind die neun U3-Kinder, drei Erzieherinnen und ein Praktikant heimatlos. Der Grund des Eingriffs: Die Kita hat nur eine Fluchttür, die sich nach außen öffnet. Zwei andere Türen schlagen nach innen auf.

2009 bekam die Elterninitiative aus dem Viertel ihre Betriebsgenehmigung. Die Sicherheit spielte dabei natürlich eine Rolle, erklärt Kristin Rotherm aus dem Vorstand. Die Gruppe befindet sich in einem 98-Quadratmeter-Ladenlokal und verfügt über vier Ausgänge.

Eine Tür geht in den Flur, zwei auf die Straße, eine in den Garten. Nur letztere schlägt nach außen auf, so wie es Vorschrift ist. Eine Fluchttür fehlt.  

„Vor Jahren schon“, so Rotherm, „haben wir bei der Bezirksregierung einen Ausnahmeantrag gestellt, dass diese eine Tür ausreicht.“ Nicht zuletzt wegen der Kosten. 13 000 Euro hätte am Ladeneingang eine neue Tür samt Rampe gekostet. Reichlich viel für die private Kita.

Das Verfahren zog sich hin, Ende Februar habe es dann von der Bezirksregierung eine zweimonatige Frist gegeben, um den Antrag noch einmal zu begründen. Doch kurz danach sei der Antrag abgelehnt worden.

So nett ist es in der Kita Kekki – wenn sie geöffnet wäre

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  • Sehr wohnlich sieht es in der Kita KEKKI an der Maximilianstraße aus. Nur eine Tür entspricht nicht den Arbeitsstättenvorschriften.

    Sehr wohnlich sieht es in der Kita KEKKI an der Maximilianstraße aus. Nur eine Tür entspricht nicht den Arbeitsstättenvorschriften.

    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
  • Vorsitzende Kristin Rotherm demonstriert die Türen, um die es geht.

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  • Können im Moment nur außerhalb arbeiten: Dominic Brands, Hannah Kiesow und Shalini Mensing.

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  • Sehr wohnlich sieht es in der Kita KEKKI an der Maximilianstraße aus. Nur eine Tür entspricht nicht den Arbeitsstättenvorschriften.

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  • Vorsitzende Kristin Rotherm demonstriert die Türen, um die es geht.

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  • Sehr wohnlich sieht es in der Kita KEKKI an der Maximilianstraße aus. Nur eine Tür entspricht nicht den Arbeitsstättenvorschriften.

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  • Sehr wohnlich sieht es in der Kita KEKKI an der Maximilianstraße aus. Nur eine Tür entspricht nicht den Arbeitsstättenvorschriften.

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  • Sehr wohnlich sieht es in der Kita KEKKI an der Maximilianstraße aus. Nur eine Tür entspricht nicht den Arbeitsstättenvorschriften.

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Die Initiative klagte – und während des Verfahrens erließ die Bezirksregierung nun die Schließungsverfügung. Rotherm: „Seitdem ist in den Räumen unserer Kita kein Betrieb mehr.“

Aus Sicht der Bezirksregierung war die Schließung unausweichlich. Man habe jahrelang auf eine Lösung gewartet, sagt Pressesprecherin Sigrun Rittrich . „Ein Ausnahme von der Arbeitsstättenverordnung gibt es nicht.“ Das Paradoxon: Die Eltern und ihre Kinder können weiter die Kita nutzen. Aber die Mitarbeiter nicht. Shalini Mensing , Dominic Brands und Hannah Kiesow standen gestern vor der Tür: „Wenn wir reingehen, riskieren wir eine Strafe“, sagt Mensing.

Für Sicherheit zu sorgen, so Rittrich, sei „originäre Pflicht des Arbeitgebers“. Was die Kita-Eltern ärgert: Sowohl die Feuerwehr als auch ein Ingenieurbüro seien vor Ort gewesen. „Beide haben bestätigt“, so Kristin Rotherm, „dass hier keine Gefahr besteht.“

Derzeit sind die Unter-Dreijährigen in einer Kita am Wienburgpark untergebracht, im Tobebereich. „Das Jugendamt hat uns sehr schnell weiter geholfen“, sagt Rotherm. Allerdings gilt die Gastfreundschaft dort nur für drei Wochen. Wie es dann weitergeht, steht in den Sternen.

Demnächst wird sich ein Richter die Lage vor Ort ansehen. Auch die Bezirksregierung bietet den Eltern ein Gespräch an.

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