„Wochen gegen Rassismus“ eröffnet
„Vielfalt ist eine Bereicherung“

Münster -

Am Montagabend sind im Rathaus die zweiten „Münsteraner Wochen gegen Rassismus“ eröffnet worden. Bis zum 23. März bieten über 50 Organisationen rund 50 Veranstaltungen an.

Dienstag, 15.03.2016, 10:27 Uhr aktualisiert: 15.03.2016, 10:32 Uhr
Eröffneten im Rathausfestsaal die „Wochen gegen Rassismus“: (v.l.) Valerie Tietz (Integrationsagentur DRK), Joachim Sommer (Moderator), Sarah Bange (Integrationsagentur Caritas), Jochen Köhnke (Flüchtlingsdezernent), Oberbürgermeister Markus Lewe, Andrea Reckfort (Kommunales Integrationszentrum) und Ömer Lütfü Yavuz (Vorsitzender des Integrationsrates). Foto: kal

Es ist nicht einfach ein Montag, an dem die zweiten „Münsteraner Wochen gegen Rassismus“ beginnen. Es ist der Montag nach drei Landtagswahlen, bei denen die AfD bis zu 24 Prozent der Stimmen erhalten hat. Mag die rechte Partei anderswo Erfolge feiern: „In Münster ist kein Platz für Rassismus“, stellt Oberbürgermeister Markus Lewe am Montagabend im Rathausfestsaal klar. Mehr als 200 Menschen haben sich hier zur Eröffnung des Veranstaltungsreigens eingefunden.

Leidenschaftlich plädiert Lewe dafür, Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung wahrzunehmen. Dies gelte auch für den Umgang mit den derzeit rund 5000 in Münster lebenden Flüchtlingen. Angela Merkels Satz „wir schaffen das“ wandelt Lewe in „es geht eine Menge“ um.

Für Menschen, die der Meinung seien, dass Deutschland in der aktuellen Situation nichts gebacken bekomme, schäme er sich, betont der Oberbürgermeister. Er zeigt sich überzeugt, dass am Ende eine „Win-Win-Situation“ stehen werde, also ein Ergebnis, von dem Deutsche wie auch Flüchtlinge profitieren werden. Dabei müsse Respekt gegenüber dem Anderen im Vordergrund stehen: „Allen, die rassistisch sind, muss die rote Karte gezeigt werden“, so Lewe.

Dr. Ömer Lütfü Yavuz, Vorsitzender des Integrationsrates, berichtet von einem „friedlichen Zusammenleben in Münster“ und „Tausenden positiven Erfahrungen“. Gleichwohl gebe es auch hier Probleme. So sei in Münster die Verwaltung weit davon entfernt, sich interkulturell zu öffnen. Lütfü Yavuz äußert den Wunsch, dass mehr Migranten – ob als Praktikanten oder Auszubildende – den Weg in die Stadtverwaltung finden – damit in Zukunft einmal „viele Ämter“ von ihnen geleitet werden.

Die zweiten „Münsteraner Wochen gegen Rassismus“ laufen bis zum 23. März. Über 50 Organisationen bieten bis dahin rund 70 Veranstaltungen an – darunter Workshops, Sportangebote, Vorträge, Filme, Ausstellungen und weitere Events. Mehr Informationen auf www.stadt-muenster.de.

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