Hafencenter
Stadt Münster zahlt 7,2 Millionen Euro an Investor

Münster -

Die Stadt Münster zahlt aus dem Stellplatzablöse-Topf dem Hafencenter-Investor 7,2 Millionen Euro für den Bau öffentlicher Tiefgaragenplätze. Das ist erlaubt.

Freitag, 26.02.2016, 18:24 Uhr aktualisiert: 26.02.2016, 19:26 Uhr
Foto: Matthias Ahlke

Die Zahl ist in der Welt – und sie sorgt für Diskussionen. Auf dem Gelände des geplanten Hafencenters entsteht eine Tiefgarage mit 220 öffentlichen Parkplätzen für das Hafenquartier. Dafür bezahlt die Stadt Münster aus den Mitteln des sogenannten Stellplatzablöse-Topfes knapp 7,2 Millionen Euro an den Investor, die münsterische Firma Stroetmann. In den Stellplatzablöse-Topf einzahlen müssen Bauherrn, die auf ihrem Grundstück die rechtlich vorgeschriebenen Stellplätze nicht unterbringen können.

Sind diese knapp 7,2 Millionen Euro eine Subventionierung eines privaten Bauvorhabens? Unsere Zeitung hat dazu Klaus Kötterheinrich befragt, Geschäftsführer des Unternehmens WBI, das in Münster acht Parkhäuser mit 3.900 Stellplätzen betreibt.

Stellplatzablöse-Topf

Kötterheinrich nennt als Faustformel: „Beim Bau einer Tiefgarage muss man mit 25.000 bis 35.000 Euro je Stellplatz rechnen.“ Nach dem Studium der Pläne für die Tiefgarage am Hafencenter geht er von Kosten aus, die oben in dieser Skala liegen, „wenn nicht sogar noch etwas darüber“.

Der Grund: Die Bodensohle einer Tiefgarage ist laut Kötterheinrich immer besonders teuer. Da sich am Hafen sämtliche Parkplätze auf einer Etage in der Tiefgarage befinden, ist diese Sohle besonders groß.

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Verteilt man die knapp 7,2 Millionen Euro, die der Investor erhält, auf die 220 Stellplätze, so ist man bei knapp 32.700 Euro je Platz. Kötterheinrich vermutet, dass der Investor damit nicht auskommen werde.

Der WBI-Geschäftsführer bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung, dass sein Unternehmen ein Interesse hat, als Dienstleister für die Firma Stroetmann die Tiefgarage zu bewirtschaften. Die Tiefgarage pachten indes möchte er nicht, denn dann müsste die WBI auch das wirtschaftliche Risiko tragen.

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Bei der Refinanzierung gebe es eine große Unbekannte, so Kötterheinrich – und zwar die Frage, welche Parkgebühren an diesem Standort beim Autofahrer durchsetzbar seien.

Zwar werde immer wieder über die Parkplatznot am Hafen berichtet. Aber anders als beim Parken in der Innenstadt gebe es für den Standort am Hansaring keine Erfahrungswerte für eine öffentliche Tiefgarage und ihre Bewirtschaftung.

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