Kommentar: Gastronom lädt AfD wieder aus
Fader Beigeschmack

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Die AfD ist eine rechtspopulistische Partei, die teilweise nur schwer erträgliche politische Positionen vertritt. Gleichwohl hinterlassen die Begleitumstände des Auftritts der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry einen faden Beigeschmack – zumindest für die Gastronomie. Das Schlossgarten-Café zog seine Zusage zurück, als Veranstaltungsort zur Verfügung zu stehen. Zu groß war die Angst, selbst zur Zielscheibe der öffentlichen Kritik zu werden.

Dienstag, 19.01.2016, 19:19 Uhr aktualisiert: 20.01.2016, 13:23 Uhr

Das führt unweigerlich zu der Grundsatzfrage: Darf man als Gastronom der AfD einen Saal für eine Veranstaltung überlassen? Wer diese Frage jetzt mit „Nein“ beantwortet, der sollte die Folge bedenken. In den Köpfen aller Anbieter könnte schnell eine Tabu-Liste entstehen, die immer länger wird und irgendwann die demokratische Vielfalt der Stadt beschneidet. Wollen wir das?

Man muss die AfD nicht mögen. Aber man muss es aushalten, wenn sie sich in Münster versammelt.

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