Uraufführung von „Origins“ im Planetarium Astronaut in den kanarischen Kiefern

Münster -

Der deutsch-spanische Regisseur Lucas F. Borkel stellte im Planetarium seine Videokunst „Origins“ vor. Mit suggestiven Bildern erklärt er den Ursprung der Welt und zeigt die kreative Kraft des Kosmos.

Von Wolfgang A. Müller
Das Team von „Origins“ (v.l.): José María Roldán (Schauspieler), Johann Gottschling (Musiker), Tobias Borkel (Musiker, Schauspieler), Steffen Köhler (Audio Produzent), Lucas Borkel (Produzent, Regisseur) und Gonzalo Castro (Tontechniker)
Das Team von „Origins“ (v.l.): José María Roldán (Schauspieler), Johann Gottschling (Musiker), Tobias Borkel (Musiker, Schauspieler), Steffen Köhler (Audio Produzent), Lucas Borkel (Produzent, Regisseur) und Gonzalo Castro (Tontechniker) Foto: wam

Die Geschichte der Erde ist in Lucas F. Borkels Heimat allgegenwärtig. Der junge deutsch-spanische Regisseur stammt von den Kanarischen Inseln, einem Archipel, der seine Entstehung dem Vulkanismus verdankt. Die dortige Natur lieferte Borkel reichhaltiges Material frei Haus für sein Video „Origins“, eine Reise zu den Ursprüngen der Welt. Auf computergenerierte Bilder verzichtet das Kunstwerk völlig. Und doch gewährt es, wie es der Leiter des LWL-Planetariums, Dr. Björn Voss, jetzt bei der Premiere ankündigte, „einen Blick hinter die Kulissen des Universums“.

Schroffe Felsformationen türmen sich in einer kraftvollen Ouvertüre auf der Kuppel über den Köpfen der Betrachter auf. Der Blick wird entführt in einen Wald mit Farnen, begleitet von einer Erzählstimme, die die menschliche Suche nach Wissen, Schönheit, Wahrheit mit poetischen Worten thematisiert. Sinnbildlich erkundet ein Astronaut den Raum, inmitten von Kanarischen Kiefern. Die musikalische Untermalung oszilliert zwischen modernen Rock- und Jazz-Klängen und klassischen Stücken, die die schon vorhandene Suggestivität der Bilder noch einmal steigern.

In drei Phasen hat Borkel sein Werk unterteilt: Raum, Zeit und das Erwachen des menschlichen Bewusstseins. Inspiriert von Terrence Malicks Film „The Tree Of Life“ und Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ stellt auch er bildgewaltig Fragen in einem philosophischen Diskurs: Woher und wohin geht der Mensch in diesem Kosmos, in diesem gewaltigen Laboratorium? „Wir tragen unsere Hindernisse in uns“, sagt die Erzählerin. Der Saturn-Mond Iapetus, der Zwergplanet Pluto und der Jupiter-Mond Europa gehen auf. Das Labor des Künstlers schickt derweil rauschhaft wirkende Experimente, mal eruptive, mal in einander fließende Farbspiele zu Maurice Ravels „Ondine“ an die Netzhaut. Schließlich tönt mächtige Meeresbrandung.

Kein didaktischer, lehrbuchartiger Film über die Entstehung des Universums und der Erde, sondern eine Vorführung der kreativen (und destruktiven) Kraft des Kosmos, die bis in die menschliche Natur und Kultur hinein ein wirkmächtiges Spiel treibt.

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