Nachtspeicherheizungen Stadtwerke-Nachttarif: 4210 Kunden erhalten insgesamt 750.000 Euro zurück

Münster -

Fünf Jahre lang haben die Stadtwerke den günstigen Nachtstrom für Speicheröfen zu teuer berechnet. Im vergangenen September ist der Fehler bemerkt worden, aber erst nach der Jahreswende erhalten die betroffenen Kunden das Geld zurück: insgesamt 750 000 Euro.

Von Lukas Speckmann
Die Stadtwerke informieren die betroffenen Kunden in den kommenden Tagen. 
Die Stadtwerke informieren die betroffenen Kunden in den kommenden Tagen.  Foto: Matthias Ahlke

Die Stadtwerke Münster schulden ihren Kunden Geld. Nicht allen – aber doch jenen, die von Ende 2010 bis einschließlich 2015 Strom zum günstigen Nachttarif für ihre Nachtspeicherheizung bezogen haben. Wie berichtet, war den Stadtwerken bereits im September aufgefallen, dass diesen Kunden im fraglichen Zeitraum überhöhte Konzessionsabgaben in Rechnung gestellt worden waren. Der Fehler entstand nach Angaben des Unternehmens 2010 bei einer Systemumstellung und wurde – trotz einiger Hinweise – erst fünf Jahre später bemerkt. Die Stadtwerke baten die Betroffenen um Entschuldigung und stellten die volle Rückerstattung in Aussicht.

Wann ist damit zu rechnen? In den kommenden Tagen. Laut Stadtwerke-Sprecher Florian Adler wurden in den ersten Wochen des neuen Jahres die Ansprüche ausgerechnet. In der heute beginnenden dritten Kalenderwoche sollen die Briefe an die Betroffenen in die Post gehen.

Warum erst jetzt? Weil die Abrechnung so kompliziert sei, dass man den Schnitt nicht mitten im Jahr, sondern erst zum Jahreswechsel habe machen wollen, wenn ohnehin die Zählerstände mitgeteilt oder geschätzt werden. „Selbstverständlich bekommen die Kunden auch die Differenz von September bis Dezember 2015 erstattet“, betont Florian Adler.

Zu viel gezahlt wurden 0,6 Cent brutto pro Kilowattstunde im Nachttarif – insgesamt rund 750 000 Euro von 4210 Kunden, überwiegend Privatkunden. Das wären rein rechnerisch also etwa 180 Euro pro Kunde, aber auf diesen Durchschnittswert mag sich Florian Adler keinesfalls festlegen: „Das hängt vom Verbraucherverhalten ab, von der Größe des beheizten Hauses und von der Vertragsdauer“, betont er. Die tatsächliche Rückzahlung könne also noch höher – oder deutlich niedriger ausfallen.

Betroffen sind Kunden im ganzen Stadtgebiet. Wobei es sich um eine eher kleine Gruppe handelt: Nur zwei bis drei Prozent der münsterischen Haushalte heizen noch mit der umstrittenen, weil als veraltet und uneffektiv geltenden Nachtspeichertechnik , die sich spürbar auf dem Rückzug befinde. Sie zu ersetzen sei allerdings nicht ganz leicht: Schließlich fehlen den betroffenen Häusern und Wohnungen die Heizungsrohre einer konventionellen Anlage. Vor einem Umbau müsste also erst einmal gründlich saniert werden.

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