Bistum freut sich über Elfenbeinkruzifix „Als würde Christus noch atmen“

Münster -

Aus der Dauerleihgabe wurde ein Geschenk. Das paradiesverheißende Kreuz in der Maximuskapelle im Dom zu Münster bleibt an seinem angestammten Platz. Der Besitzer als auch der Sponsor sind dem Dom verbunden und möchten nicht mit Namen genannt werden.

Von Maria Meik
Mit ausgestreckten Armen am Kreuz, dem Paradies entgegen : Das kostbare Kruzifix aus Elfenbein wurde dem St.-Paulus-Dom geschenkt.  
Mit ausgestreckten Armen am Kreuz, dem Paradies entgegen : Das kostbare Kruzifix aus Elfenbein wurde dem St.-Paulus-Dom geschenkt.   Foto: Oliver Werner

In diesem Kreuz ist Leben. Das Leiden hat ein Ende, der Tod hat keinen Stachel mehr. Die Erlösung naht. Das Göttliche verschmilzt förmlich mit dem Irdischen in diesem lichterfüllten Kruzifix, das seit 2002 in der Maximuskapelle unweit der Orgel im St.-Paulus-Dom Betende und Kunstliebhaber gleichermaßen anzieht. Es ist um 1620 / 30 aus Elfenbein geschaffen worden und zählt heute zu den bedeutendsten kunsthistorischen Werken in Europa.

Für Dompropst Kurt Schulte und Domkustos Dr. Udo Grote ist dieses Kruzifix ein Geschenk des Himmels: „Ein großartiges Geschenk, wir sind überwältigt.“ Denn das Kreuz, bislang eine Dauerleihgabe, geht über in den Besitz des Domes. „Viele Menschen haben eine Beziehung zu dem Kreuz. Es spricht sie an, sie verweilen vor dem Kreuz und halten Zwiesprache. Über die Kunst bekommen sie eine Beziehung zu dem, was dargestellt wird. Wir sind dankbar, dass es dem Dom erhalten bleibt und an einem Ort steht, wofür es bestimmt ist. Es führt zur Anbetung, zur Stärkung und Entdeckung des Glaubens“, sagte am Donnerstag im Kachelzimmer der Kathedrale Dompropst Schulte.

„Als würde Christus noch atmen. Obwohl seine Augen gebrochen sind und sein Mund klagend geöffnet ist, wird hier ein wunderbares Bild zusammengeführt. In einer feinsinnigen Körpersprache weist der Sieger über den Tod in seinen Schwingungen und im Aufbau auf das Paradies hin. Die Nägel wirken wie Attribute“, erläutert Dr. Grote das imposante und anziehende Kreuz, das offen für alle Besucher ist. Auf einem kleinen Altar steht es in der Kapelle. Eine Alarmanlage schützt das kostbare Kunstwerk, das nach Auskunft des Domkustos als Kunst für Westfalen vom Flämischen geprägt ist und in der Hoch-Zeit des Barocks geschaffen wurde.

Das Kreuz stammt aus einer Auktion in der Nähe von London und wird nach Auskunft des Dompropstes vom Eigentümer sehr geschätzt. Er befand, dass es in einen sakralen Raum gehöre.

Sowohl der Eigentümer als auch der Sponsor sind Westfalen. Sie möchten unbekannt bleiben. 

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3738057?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F