TÜV Münster legt Prüfstatistik vor Jedes dritte Auto hat erhebliche Mängel

Münster -

36 Prozent aller bei TÜV in Münster im vergangenen Jahr überprüften Fahrzeuge hatten erhebliche Mängel und mussten „nachsitzen“. Häufig stimmte etwas mit der Beleuchtung nicht oder die Bremsen waren schadhaft.

Von Helmut P. Etzkorn
Mit einem Adapter kann TÜV-Prüfer Markus Stroot den Fehlerspeicher im Auto auslesen und Mängel orten.
Mit einem Adapter kann TÜV-Prüfer Markus Stroot den Fehlerspeicher im Auto auslesen und Mängel orten. Foto: hpe

Die Scheinwerfer blenden oder leuchten überhaupt nicht, der Auspuff ist nicht in Ordnung, oder die Bremswirkung ist mies. 36 Prozent aller im vergangenen Jahr vom TÜV in Münster überprüften Autos hatten bei der Hauptuntersuchung schwere Mängel und bekamen keine Plakette.

„Wir haben da gesetzlich immer weniger Spielräume, schon der Ausfall einer einzigen Beleuchtung reicht, um durchzufallen“, so TÜV-Teamleiter Markus Stroot. Erst nach der Fahrt zur Werkstatt und einer fälligen Nachprüfung klebe dann das begehrte Siegel am hinteren Kennzeichen.

Die andere Wahrheit ist aber auch, dass mit 48 Prozent fast die Hälfte aller rund 2000 Fahrzeuge, die an der TÜV-Station an der Rudolf-Diesel-Straße gecheckt wurden, keine Mängel hatten. „Wenn die Autofahrer sich um die Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge kümmern und Inspektionen durchführen, wirkt sich das positiv für die Sicherheit auf unseren Straßen aus“, so Stroot. Und diese Autobesitzer können „gelassen der Untersuchung entgegensehen“.

Die geprüften Autos sind im Durchschnitt neun Jahre alt und haben 105 000 Kilometer hinter sich. Die Tendenz geht nach oben. „Eine Laufleistung von 200 000 ist heute normal, und die Autos halten länger, weil sie von der Bauweise langlebiger sind“, so Stroot. 16 Prozent der Pkw haben geringe Mängel, die noch während der Prüfung vom Besitzer abgestellt werden können. Wenn beispielsweise der Verbandskasten abgelaufen ist, die obligatorische Warnweste fehlt oder nur ein Birnchen ausgetauscht werden muss, kann das gleich in der TÜV-Station geregelt werden. Nur ein einziges Auto musste direkt auf der Wartungsbühne stillgelegt werden. Am Prüfstand riss der Bremsschlauch. „Der Besitzer war uns dankbar und glücklich, weil der Mangel nicht erst danach bei voller Fahrt aufgetreten ist“, meint Stroot.

Wer noch mit einer gelben Plakette für 2015 unterwegs ist, sollte sich sputen. Ist der TÜV-Termin mehr als zwei Monate überzogen, wird bei einer Polizeikontrolle ein Verwarnungsgeld fällig. In der Statistik mit den wenigsten Beanstandungen dominieren die Marken Mercedes, Audi, Porsche und Toyota. Das Thema „Rost“ spielt kaum noch eine Rolle bei älteren Fahrzeugen.

Seit Mitte 2015 kann der TÜV mit einem speziellen Adapter den Fehlerspeicher im Fahrzeug-Bordcomputer auslesen und so besser beurteilen, wie es um das Fahrzeug bestellt ist.

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