Mehrfamilienhäuser in Münster auf dem Vormarsch Es wird größer und dichter

Münster -

Unsere Zeitungen hat sich auf Münsters Baustellen umgesehen. Im Wohnungsbereich geht der Trend zu Mehrfamilienhäusern.

Von Klaus Baumeister
 Neubau auf dem ehemaligen Winkhaus-Gelände.
 Neubau auf dem ehemaligen Winkhaus-Gelände. Foto: Oliver Werner

„Urbanisierung“ ist derzeit in Münster ein geflügeltes Wort. Angesichts der kontinuierlich wachsenden Bevölkerungszahl gibt es beim Bau neuer Wohnhäuser deutliche und inzwischen auch für den Laien sichtbare Verschiebungen. Die früher üblichen Wohnsiedlungen mit Ein- bis Zweifamilienhäuser sind auf dem Rückzug, Mehrfamilienhäuser indes dominieren an immer mehr Stellen im Stadtgebiet das Geschehen.

Das gilt nicht nur für die verdichtete Innenstadt, sondern auch für den Stadtrand. Beispiel Hiltrup: In Münsters größtem Außenstadtteil reihte sich über Jahrzehnte hinweg eine Einfamilienhaus-Siedlung an die nächste. In dem Neubaugebiet Meesenstiege ist jetzt erkennbar, was Urbanisierung heißt. Südlich des Einkaufszentrums entsteht jetzt ein ganzes Quartier nur mit Mehrfamilienhäusern, darunter 60 Wohnungen der Wohn- und Stadtbau.

Für den Boom der Mehrfamilienhäuser und den zunehmenden Trend zu verdichtetem Wohnen gibt es verschiedene Gründe. Hier eine Übersicht zu der aktuellen Debatte:

► Angesichts der wachsenden Bevölkerungszahl macht die Politik ordentlich Druck, die Wohnungsbilanz zu verbessern. Mehrfamilienhäuser helfen dabei.

► Der Flächenverbrauch in Münster wird zum Politikum. Gemessen an der Grundstücksgröße bieten Mehrfamilienhäuser die Chance, Grund und Boden zu „sparen“.

► Grundeigentum ist in Münster inzwischen sehr teuer. Ohne verdichtetes Bauen sind viele Bauvorhaben für den Bauherrn nicht mehr rentabel.

► Kostentreibend wirkt auch der Umstand, dass viele Baugrundstücke zuvor anderweitig genutzt wurden und praktisch eine Art Flächenrecycling stattfindet. Die Herrichtungskosten fließen in die Kalkulation mit ein. Die Folge ist Verdichtung.

► Der eigene Garten am Haus war für viele Menschen über Jahrzehnte hinweg Ausdruck von Lebensqualität. Das hat sich geändert. Auch wohlhabende Wohnungseigentümer halten den Garten inzwischen für entbehrlich. Eine Wohnung „nur“ mit Dachterrasse, dafür aber in zentraler Lage, zählt inzwischen mehr als das Haus mit viel Platz drum herum, aber vor den Toren der Stadt.

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