Mehr Wohnungen, mehr Kita-Plätze Stadt: Hohe Zahl an Flüchtlingen stellt Infrastruktur-Planungen auf den Kopf

Münster -

Neue Wohnungen, mehr Plätze in Schulen und Kindertagesstätten, noch mehr Flüchtlingseinrichtungen: Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket will die Stadt auf den anhaltend hohen Zuzug von Flüchtlingen reagieren. Die Grundlagen für die dafür erforderlichen politischen Entscheidungen sollen noch vor Ostern geschaffen werden, so die Verwaltung am Mittwoch.

Von Martin Kalitschke
An verschiedenen Stellen in Münster entstehen neue Flüchtlingseinrichtungen – zum Beispiel an der Gronowskistraße in Gievenbeck.
An verschiedenen Stellen in Münster entstehen neue Flüchtlingseinrichtungen – zum Beispiel an der Gronowskistraße in Gievenbeck. Foto: kbö

So sollen zu den 2400 Plätzen in Flüchtlingseinrichtungen, die im ersten Halbjahr 2016 realisiert werden, 3000 im zweiten Halbjahr hinzukommen. Weitere 3000 sollen 2017 geschaffen werden. Zudem will die Stadt dafür sorgen, dass an den Schulen weitere 2500 Schüler untergebracht werden können. Die Zahl der zusätzlich in der Tagesbetreuung für Flüchtlingskinder benötigten Plätze wird auf 2000 beziffert. Das Wohnbaulandprogramm soll von jährlich 2000 auf 3000 Wohnungen ausdehnt werden, die Zahl der neuen Sozialwohnungen pro Jahr von 300 auf 800 wachsen.

„Erstmals seit vielen Jahren bekommt Münster die Folgen eines Krieges unmittelbar zu spüren“, so Oberbürgermeister Markus Lewe nach einer eintägigen Klausurtagung mit Vertretern aller an der Flüchtlingsthematik beteiligten Ämter. Lewe unterstreicht, dass es bei der Erweiterung der Infrastruktur nicht zu einer Konkurrenz zwischen den in Münster lebenden Menschen und Flüchtlingen kommen dürfe. Es könne nur um „Wohnen für alle“, „Kitaplätze für alle“ und „Platz an Schulen für alle“ gehen.

Gerade erst hatte die Verwaltung eine Ratsvorlage veröffentlicht, die neue Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge auflistet. Die Entscheidung im Rat folgt im Februar, doch bereits jetzt geht die Suche nach weiteren möglichen Standorten für Flüchtlingsheime weiter, so ein Stadtsprecher. Nach wie vor gelte: Eine Unterbringung in Turnhallen sollte vermieden werden.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3736053?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F