Ruck-Rede Nelles nimmt Expertentum der Münsteraner aufs Korn

Münster -

Vielen gilt sie als Ruck-Rede für Münster. Uni-Rektorin Ursula Nelles hat beim Neujahresempfang der Stadt jedenfalls Klartext geredet. Hier die Rede im kompletten Wortlaut.

Uni-Rektorin Ursula Nelles hat Münster und seinen Einwohnern bei ihrer Rede zum Neujahresempfang der Stadt so einiges ins Stammbuch geschrieben; hier beim Schluck aus dem Goldenen Hahn zusammen mit Oberbürgermeister Markus Lewe. 
Uni-Rektorin Ursula Nelles hat Münster und seinen Einwohnern bei ihrer Rede zum Neujahresempfang der Stadt so einiges ins Stammbuch geschrieben; hier beim Schluck aus dem Goldenen Hahn zusammen mit Oberbürgermeister Markus Lewe.  Foto: Oliver Werner

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Markus, Celebritäten, meine Damen und Herren,

die Einladung zur Festrede beim Neujahrsempfang der Stadt ist auch für eine Rektorin eine höchst ehrenvolle Angelegenheit. Für die Einladenden ist sie allerdings riskant und besonders dann gefährlich, wenn sich die Rednerin dem Alter drohender eloquentia senilis nähert, also das Wort ergreifen könnte, nur um es so schnell nicht wieder loszulassen, erst recht nicht das Mikrofon. Davor kann Sie heute nur die Tatsache schützen, dass dieser Neujahrsempfang der Stadt mein 10. ist und ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn ein Empfang in die dritte Stunde geht.

Also steigen wir zügig ein, um so schnell wie möglich wieder aussteigen zu können!

Ich werde meinem Thema: „Wer oder was treibt Münster?“, dem akademischen Dreischritt folgend, in drei Unterfragen nachgehen:

1.       Was ist Münster eigentlich?

2.       Was treibt Münster?

3.       Wer oder was treibt Münster?

In der Wissenschaft ist es üblich, verwendete Begriffe zunächst zu definieren. Also: Was ist mit „Münster“ gemeint?

Was ist Münster?

Münster ist – rechtlich gesehen – eine Stadt, also eine spezielle Gebietskörperschaft, die rechtlich selbstständig ist, aber von allen natürlichen und juristischen Personen getragen wird, die in diesem Gebiet leben bzw. ihren Sitz haben, und die den Namen Münster trägt. Als von Menschen bewohnte Riesenimmobilie „treibt“ Münster gar nichts. Und so – nur– wird die Aussage zutreffend: „Mönster bliw Mönster.“

Definiert man Münster indessen als Sammelbegriff für die Summe seiner Einwohner, verändert dieser Satz seinen Inhalt. „Mönster bliw Mönster“ würde dann zum selbstgefälligen Ausdruck bräsiger Unbeweglichkeit seiner Einwohner. Da ich nicht ausschließen kann, dass manche genau das auch damit meinen, muss ich begrifflich unterscheiden: Wenn ich die Summe der Einwohner meine, werde ich im Folgenden nicht von „Münster“, sondern von der „Stadtgesellschaft“ oder „dem Münsteraner“ sprechen.

Damit, verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, meine ich nicht jeden und jede Einzelne und niemals diejenigen, die im Saal sind. Sollte das ausnahmsweise doch einmal der Fall sein, beziehe ich mich notwendig selbst mit ein, denn auch ich bin Münsteranerin – im Übrigen in der 5. Generation; frühere lebten in so entlegenen Orten wie Wadersloh, Greven, Ostbevern oder Hamm – und ich bin es gern.

Bleiben wir zunächst bei Münster im engeren Sinn, um nach Charakteristika zu suchen, die diese Stadt von anderen Städten unterscheidet, und schauen dann jeweils, wie der Münsteraner damit umgeht. Dabei muss ich mich – dem Format einer Rede entsprechend – auf eine kleine Auswahl und auf notwendig holzschnittartige Aussagen beschränken. Also:

Bei diesem Charakteristikum handelt es sich um die liebevoll-poetische Umschreibung der historisch gewachsenen Baustruktur der Stadt, die aber insoweit nur noch für die Innenstadt zutrifft.

Der Münsteraner nun assoziiert damit, dass Münster faktisch grün ist, und zieht daraus den normativen Schluss, dass das auch so zu bleiben hat. Soweit der Münsteraner nicht selbst auch „grün“ ist  – oder aus anderen Gründen jede Veränderung ablehnt –, gerät seine Haltung in Konflikt mit den Tatsachen, z.B. der, dass die Bevölkerung wächst und sich in ihrer Zusammensetzung ändert – Stichwort: demografischer Wandel einerseits, wachsende Studierendenzahl andererseits – und deshalb zusätzlicher Wohnraum, also, absolut unerlässlich ist. Ob überhaupt und ggf. welche Konfliktlösungen in Sicht sind, wird in den beiden nächsten Teilen zu besprechen sein.

Auch dieses Merkmal ist historischer Natur und wird es zunehmend mehr. Es knüpft an die Tatsache an, dass Münster als frühere „Provinzialhauptstadt“ Sitz zahlreicher Gerichte und Oberbehörden war, von denen im Laufe der Zeit aber etliche abgezogen wurden und noch werden. In jüngster Zeit gehören dazu etwa die Oberfinanzdirektion, die Sparkassenakademie, oder auch Bundeswehreinrichtungen (Lufttransportkommando / neuerdings Unteroffiziersschule).

Wie geht nun der Münsteraner damit um? Fiskalisch oder politisch-organisatorische begründete Rationalisierungen sieht er als feindlichen Angriff auf seinen wohlerworbenen Besitzstand an. Für mich eines der erheiterndsten Beispiele war der Aufschrei anlässlich der Schließung des Landessozialamts zum Ende des 20. Jahrhunderts, dessen Gründungsaufgabe, die Hinterbliebenenversorgung der Gefallenen des Krieges von 1870/71, zu diesem Zeitpunkt unter allen denkbaren Gesichtspunkten gegenstandslos geworden war.

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Der Münsteraner nimmt auch so etwas gleichwohl persönlich, zieht sich in seine Schmollecke zurück, zeigt mit dem Finger nach Düsseldorf und weint: 'Alles fließt ins Rheinland! Immer geht es gegen die Westfalen!' Diese Larmoyanz ist entschieden ein basso continuo der Stadtgesellschaft.

Ursula Nelles

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Kommentar: Ich kann es nicht mehr hören! Vor allem, weil es vor dem Hintergrund einer psychologischen Gesetzmäßigkeit, die man „self-fulfilling prophecy“ nennt, die denkbar dümmste Strategie ist, wenn man Veränderungen bewirken will.

Ich bevorzuge die meiner Oma: Wenn du nicht jeden Abend den ganzen Garten nach einzelnen Eiern der freilaufenden Hühner absuchen willst, lege Nester aus mit je einem Gips-Ei, denn Hühner legen ihre Eier immer dort ab, wo schon eines liegt. Übertragen heißt das: Wenn du eine gute Idee hast, krempel die Ärmel auf und fang an, sie umzusetzen! Ist erst einmal der Anfang gemacht, erkennt auch ein Düsseldorfer, dass es sich lohnt, hier weiterzumachen!

Münsters Hochschulen ziehen

Für die Universität, so darf ich aus meiner bescheidenen Erfahrung beisteuern, hat sich dieser Weg als zielführend erwiesen. Auch, wenn es anfangs mühsam ist, entwickelt sich nach einiger Zeit die überraschende und erfreuliche Eigendynamik einerself-fulfilling prophecy.

Auch dieser Befund ist zutreffend. Den Titel haben wir 2013 – Stadt und Universität gemeinsam – tatsächlich errungen. Mit inzwischen neun Hochschulen und mehr als 65.000 Studierenden hat Münster, bezogen auf die Einwohnerzahl die größte Dichte. Lassen Sie mich im Bild bleiben: So wie die Universität ihre Stärken und Möglichkeiten zu Gips-Eiern geformt und aufpoliert hat, ist sie auch ein Gips-Ei für die Stadt geworden. Das gilt im Übrigen auch für die Fachhochschule, die als solche die beste in ganz Deutschland ist. Die Stadt kann, darf und sollte sich diese Funktion zunutze machen und tut es auch schon.

Die Stadtgesellschaft versucht dies ebenfalls, allerdings geschieht dies gelegentlich unter umgekehrten Vorzeichen: Wer etwa meint, Teile oder gar Gebäude der Uni verkaufen zu können, um den Erlös für private Immobilien- oder Vermögensinteressen einzusetzen – Stichwort: z.B. Musikhochschule auf dem Hörsterplatz – hat hier etwas grundsätzlich missverstanden.

Schlossplatz

Ähnlich verhält es sich mit dem Schlossplatz. Seit sich Münster diesen Namen für den früheren Hindenburgplatz zu Eigen gemacht hat, glaubt der gemeine Münsterander, dass auch die des universitätseigenen Teils nunmehr ihm zusteht. Dabei kann man die Teile äußerlich sehr gut unterscheiden:Teil ist gepflastert … bei dem anderen handelt es sich um eine schlagloch- oder bei Regen pfützenbedeckte Innenstadtbrache.

Diese Bezeichnung dürfte unzweifelhaft richtig sein, wenn es um die Pro-Kopf-Zahl der Fahrer geht, charakterisiert aber auch den Umstand, dass der Anteil derjenigen, die sich mit dem Fahrrad fortbewegen, hier einer der höchsten ist.

Fahrräder

Die ist fahrradfreundlich, aber ob auch die freundlich sind, ist eine andere Frage. Ihre hohe Zahl jedenfalls ist Folge evolutionärer Anpassung an verkehrstechnisch widrige Lebensbedingungen: Bis zu einer Entfernung von fünf km ist man in Münster auf zwei Rädern schneller am Ziel als auf motorisierten Vierrädern, heißen sie nun Auto oder Bus.

Deshalb treffen in der Innenstadt zwei Ströme und zwei Gruppen mit fundamental gegenläufigen Interessen aufeinander: Radfahrer, die zumeist in Rudeln und einzeln oft auftreten, und Autofahrer, die weiter als 5 km von der Innenstadt entfernt oder sogar im Umland wohnen.

Das führt auf der individuellen Ebene zur Flucht in das Konzept: „struggle for life“ oder „survival of the fittest“. Aber das heißt auch: Dauerkonflikte, und damit kann der Münsteraner, wie ich noch ausführen werde, nur schwer konstruktiv umgehen.

Babyhauptstadt

Ich könnte nun noch viele mehr oder weniger bekannte Attribute der Stadt aufzählen. Beispielsweise soll Münster seit Kurzem auch Babyhauptstadt sein. Aber es ist schon schwierig herauszufinden, ob das stimmt.

Man könnte es für plausibel halten, wenn man darauf abstellt, dass sich 65.000 Studierende – von den „Studierenden im Alter“ einmal abgesehen – im reproduktionsfähigen Alter befinden und heftig aktiv sind. Es könnte aber auch – wie weniger romantische Realisten schnöde behaupten – daran liegen, dass viele Krankenhäuser des Umlandes ihre Geburtsabteilungen geschlossen haben.

Mit diesen Schlaglichtern auf das, was Münster so ist, will ich es bewenden lassen und mich der Frage zuwenden:

Was treibt Münster?

Keine Sorge, dieser Teil wird sehr viel kürzer, denn die Antwort ist: Alles, von „A“ wie Architektur bis „Z“ wie Zoo. Es gibt kein Thema, das sich auf die Stadt bezieht, zu dem nicht jeder Münsteraner eine Meinung hat.

Da nur Menschen „umgetrieben“ werden können, spreche ich im Folgenden von der Stadtgesellschaft und ihrer möglichen Charakterisierung. Ich muss Sie allerdings vorwarnen: Alles, was ich dazu zu sagen habe, beruht auf nahezu lebenslanger teilnehmender Beobachtung, ist aber gleichwohl nur Ergebnis einer zusammenfassenden und höchst subjektiven Beurteilung. Also:

Es gibt eine Eigenschaft, die nahezu auf jeden Münsteraner zutrifft: Er identifiziert sich mit Münster und will nur das Beste für seine Stadt. Was das Beste ist, kann er – im Zweifel sogar ohne Faktenkenntnis – allein kraft seines Expertentums als Münsteraner auch selbst am besten beurteilen.

Daraus leiten sich – nach meiner Wahrnehmung – zwei Lieblingsbeschäftigungen ab:

1.       Pläne schmieden – zum Besten der Stadt – und

2.       Pläne anderer zunichte zu machen – ebenfalls zum Besten der Stadt, versteht sich!

Diese These möchte ich nur noch durch wenige Beispiele unterfüttern.

Stichwort: A 43

Die A43 sollte Münster mit – eher unwichtig – dem Ruhrgebiet und dem Rheinland, aber auch mit Ostwestfalen verbinden. Ein großer und, wie ich meine, guter Plan. Er scheiterte an der Beschwerdemacht der zweiten Gruppe, die lieber ruhig und unbeeinträchtigt von Verkehrslärm im Grünen in sich ruhen wollte.

Es gibt inzwischen zahllose Pläne für seine Gestaltung. Sie waren schon Gegenstand einer Ausstellung im Stadtmuseum. Weitere lagern im Archiv des Baudezernats der Uni. Ich darf Ihnen verraten, dass ich zu Beginn meiner Amtszeit als Rektorin von nicht nur einem selbst ernannten Stadtplaner aufgesucht wurde, der mir Pläne für meine vorgeblich dringendste Aufgabe vorlegte, den damals noch so genannten Hindenburgplatz endlich angemessen herzurichten.  

Selbstverständlich zum Besten der Stadt und ebenso selbstverständlich auf der Grundlage Vorstellungen.

Leider hatte ich dafür weder die Befugnis, noch gehörte und gehört es zu meinen Aufgaben, aus der – und das ist ein dritter Grund – ohnehin nicht ausreichenden Grundfinanzierung der Uni für die Aufgaben in Forschung und Lehre, Plätze zu pflastern.

Pläne, die in der Erwartung entworfen werden, dass allein die gute Idee schon dazu veranlassen werde, sie umzusetzen, sind Luftschlösser und keine Gips-Eier! Sie brauchen schon deshalb nicht einmal mehr zerredet zu werden.

Musik- und Kongresshalle

Der abstrakte Plan, also das Ziel, Münster mit einer Musik- und Kongresshalle auszustatten, war groß und gut. Hier wurde sogar auf höchst respektable Weise tatkräftig mit der Umsetzung begonnen und Geld gesammelt und zur Verfügung gestellt.

Leider hat man in der Euphorie des Pläneschmiedens ein Betreiberkonzept vergessen, so dass es für die Widersacher ein Leichtes wurde, diesen Plan – selbstverständlich zum vermeintlich Besten der Stadt – im Wege des Bürgerbegehrens zunichte zu machen.

City-Maut

Einer der mich am meisten erheiternden Zukunftspläne aus jüngster Zeit ist der Plan, eine Citymaut für Münster einzuführen. Ich sehe vor meinem geistigen Auge endlich wieder freie Parkplätze in der Innenstadt, lange Autoschlangen vor den Factory-Outlets des Umlandes, einen Dauerstau auf dem Ring, für den dann auch das Maximaltempo 30 gar nicht erst vorgeschrieben werden müsste, den Neubau des Stadthauses III, damit das Personal untergebracht werden kann, das die Maut, die Verrechnung der Maut mit Parkgebühren, die Wartung der elektronischen Überwachungseinrichtungen und die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten zu bearbeiten hat. – Wir werden sehen!

Das Fazit lautet für mich: Mund halten! Ich fasse das in der Uni bei vielen Gelegenheiten mit dem Satz zusammen: „Über Pläne wird erst gesprochen, wenn die Bagger schon auf dem Grundstück stehen!“

Also bleibt nur noch die Frage:

Wer oder was treibt Münster?

Die Antwort lautet: Not. Die Unwetterkatastrophe und im abgelaufenen Jahr die sogenannte Flüchtlingskatastrophe waren und sind Situationen und Beispiele dafür, dass tatkräftige Hilfe möglich ist und auch auf breiter Basis geleistet wird, wenn gehandelt und geholfen werden muss. Dann zeigt sich kollektive Umsetzungsstärke.

Die ist etwas komplizierter: Man sollte meinen, dass Planung, die Lösung von Interessenskonflikten zum Wohl der Gemeinschaft, die Lösung von Verkehrsproblemen, die Schaffung von Wohnraum, die Integration von Flüchtlingen und viele weitere Fragen genuine Aufgaben der Kommunalpolitik sind. Wir könnten uns dann gelassen zurücklehnen und einfach machen lassen.

So einfach sind die Dinge aber in Münster nicht.

Demokratie

Demokratie ist nicht, wie viele meinen, dass man mich vor jeder Entscheidung persönlich zu fragen hat. Die Stimme jedes und jeder Einzelnen drückt sich vielmehr in Wahlen aus. Ziel ist es, eine kleinere Gruppe von Menschen zu legitimieren, die auch zwischen zwei Wahlen notwendigen Entscheidungen zu treffen.

Das funktioniert aber nur, wenn und solange auch eine arbeits- und entscheidungsfähige Gruppe zustande kommt. Und insoweit darf man angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Rat der Stadt doch gelegentlich begründete Zweifel haben.

Ein kluger und praxiserfahrener Politikwissenschaftler berichtete mir, dass es nach seiner Beobachtung in früheren Jahren selbstverständliche Leitlinie von gerade Kommunalpolitikern gewesen sei: „Erst das Wohl der Stadt und dann Parteiinteressen.“ Dieses Selbstverständnis lasse sich heute vielfach nicht mehr feststellen. Es könnte etwas dran sein! Ich nenne das einen Verfall der politischen Moral.

Auch in Münster lässt sich beobachten, dass die Kakophonie kleinkarierter parteipolitischer Partikularinteressen gegenüber den sachlichen Tönen einer klaren Gemeinwohlorientierung immer lauter wird. Wirklich antreiben oder gar vorantreiben kann man auf diese Weise nicht viel.

Ein Ausweg wäre die Rückkehr zu einer Koalition der Vernünftigen oder besser zu einer Koalition der Vernunft mit Blick auf das Wohl der Stadt. Dass dies auch der Wunsch jedenfalls einer knappen Mehrheit der Münsteraner ist, zeigt sich für mich am Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl im vergangenen Jahr. Man traut es Markus Lewe zu.

Vielleicht liegt es daran, dass er in der Tradition einer ganzen Reihe von Oberbürgermeistern dieser Stadt steht, die ursprünglich beim Bistum beschäftigt waren. Einmal dem Regime eines (im Arbeitsrecht) so genannten „Tendenzbetriebs“ entronnen und nach Reden, die nur ganz zu Anfang noch einen leisen Hauch von Weihrauch und Pumpernickel verbreiteten, konnten sich die kleinen Schwestern der Nächstenliebe: Offenheit, Toleranz und Zugewandtheit, voll entfalten.

Aber auch für ein Kommunikationsgenie und einen Moderator wie Markus Lewe ist es eine Mammutaufgabe.

Sollte sie nicht, jedenfalls nicht so schnell gelingen, wie wir alle hoffen, bleibt ein Trost: Hongkong ist als Freihandelszone erst zu voller Blüte herangewachsen, als zum Ende des 19. Jahrhunderts ein Gouverneur dort waltete, der lieber Golfplätze baute, als sich um die Amtsgeschäfte zu kümmern.

Als die Chinesen dies bemerkten, nutzten sie die Tatsache, dass sie eigentlich gar nicht regiert wurden, um frei von staatlichen Regeln ihre eigenen Geschäfte voranzutreiben. Auch mit einer solchen möglichen Entwicklung rechnen möglicherweise viele Münsteraner.

Mit über 300 Projekten, die nicht nur Ideen sind, sondern konkret umgesetzt werden, zeigen sie bei der Aktion „Gutes Morgen Münster“, dass sie durchaus in der Lage sind,zu denken undzu handeln.

So wird es denn nicht nur ein „Gutes Morgen“, sondern hoffentlich für uns alle gemeinsam auch ein gutes Jahr werden können.

Mit diesem Wunsch danke ich für Ihre Aufmerksamkeit!

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