Kinderbetreuung Kita auch am Abend

Münster -

Der Bund fördert nun mit einem Programm Kitas, die längere Betreuungszeiten anbieten. In Münster gibt es bislang zwei solcher Angebote in öffentlichen Einrichtungen. Die Stadt registriert bislang auch nur vereinzelt Bedarf.

Von Karin Völker
In der Kita Uppenberg werden bereits jetzt nach Bedarf der Familien längere Öffnungszeiten angeboten.
In der Kita Uppenberg werden bereits jetzt nach Bedarf der Familien längere Öffnungszeiten angeboten. Foto: Outlaw

Die Kita ist in der Regel von 8 bis 16 oder 17 Uhr geöffnet. Doch was, wenn Mutter und Vater bis 18 Uhr arbeiten müssen? Oder morgens schon ab 7.30 Uhr? Das Bundesfamilienministerium will nun Kitas fördern, die auch Kinder in sogenannten Randzeiten, also am Abend, morgens oder gar nachts betreuen.

In Münster gibt es bisher zwei öffentliche Kitas mit flexiblen Öffnungszeiten – auch ohne das 100-Millionen-Euro-Porgramm, das Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig am Dienstag vorgestellt hat.

Die Kita „Uppenberg“ des Trägers „Outlaw“ am Friesenring und die DRK-Kita „Schatzkiste“ in Gremmendorf betreuen Kinder bei Bedarf auch am frühen Morgen oder bis in den Abend hinein. Daneben gibt es Angebote von Betriebs-Kitas oder Pflegestellen, die münsterische Unternehmen oder öffentliche Arbeitgeber für ihre Beschäftigten eingerichtet haben – und die den Arbeitszeiten der Mitarbeiter Rechnung tragen. Die Kita des Universitätsklinikums reagiert besonders flexibel auf die Schichtarbeit der Belegschaft. Zwölf öffentliche Kitas bieten überdies das Programm „Extra-Zeit“, bei dem Eltern einmal pro Woche längere Betreuungszeit in Anspruch nehmen können.

Die Nachfrage nach Betreuungszeiten am Abend und Morgen in den öffentlichen Kitas ist bisher eher gering: „Es gibt nur vereinzelte Anfragen“, sagt Sibylle Kratz-Trutti vom städtischen Amt für Kinder, Jugendliche und Familien. Gleichwohl will die Stadt in mehr Kitas flexible Betreuungszeiten anbieten. Denn es sei ja nicht klar, ob die Eltern die ungewöhnlichen Zeiten bisher nicht nachfragten, weil sie ohnehin nicht mit einem entsprechenden Angebot rechneten.

Kratz-Trutti bedauert, dass sich das Förderangebot des Bundes nicht an Kommunen als Träger richtet, sondern lediglich freie Träger anspricht. Als in Münster aktiver Kita-Träger habe sich etwa das DRK um eine Förderung beworben, so Kratz-Tutti. Grundsätzlich seien alle Einrichtungen unabhängig von dem Förderprogramm offen für neue Zeit-Regelungen. Entscheidend sei der Bedarf der Familien – und die Möglichkeiten der Kita-Teams, entsprechend und mit guten Betreuungskonzepten im Team darauf zu reagieren. „Das Kindeswohl muss immer im Vordergrund stehen“, so Kratz Trutti.

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