Carsten Heim wieder in der münsterischen JVA Wiedervereinigung

Münster -

Am liebsten hätte der Justizminister ein Einführungsgeschenk mitgebracht. Doch es blieb beim Trost: „Ich kann keinen endgültigen Standort für die neue JVA vermelden“, sagte am Montag Thomas Kutschaty im Festsaal des alten Gefängnisses an der Gartenstraße, „aber wir führen konkrete Gespräche mit Grundstückseigentümern.“

Von Günter Benning
Mit diesem Schlüssel kommt der neue JVA-Leiter Carsten Heim (M.) überall rein. Den haben ihm nämlich die Mitarbeiter überreicht. Maria Look (l.), seine Vorgängerin, ist jetzt in Werl, Rolf Silwedel (r.) hat die Anstalt in den letzten Monaten kommissarisch geleitet.
Mit diesem Schlüssel kommt der neue JVA-Leiter Carsten Heim (M.) überall rein. Den haben ihm nämlich die Mitarbeiter überreicht. Maria Look (l.), seine Vorgängerin, ist jetzt in Werl, Rolf Silwedel (r.) hat die Anstalt in den letzten Monaten kommissarisch geleitet. Foto: bn

Carsten Heim, der neue Leiter des alten Gemäuers, kann damit leben. Für den gebürtigen Münsteraner hat sich nämlich nach 23 Auswärts-Jahren ein Wunsch erfüllt. Die Fahrerei ist vorbei. Der Vater von drei Kindern muss nicht mehr täglich nach Gelsenkirchen fahren, wo er zuletzt eines der modernsten Gefängnisse des Landes geleitet hat. Und wenn alles gut geht, wird er in ein paar Jahren auch in Münster eine moderne JVA leiten.

Dass die Anstalt mit über 300 Mitarbeitern nicht ins Umland verzieht, das bleibt erklärtes Ziel, versichert Minister Kutschaty. Um den künftigen Wandel personell vorzubereiten, hat man sich im Land der Justiz einige Monate Zeit gelassen.

Maria Look, 13 Jahre Chefin an der Gartenstraße, wurde ebenfalls gelobt. Auch dafür, dass sie kurz vor der Pensionierung noch einmal einen beruflichen Wechsel selbst beantragt hat. Sie leitet den „Tanker“ Werl, eine Justizvollzugsanstalt für schwere Jungs.

Rolf Silwedel, stellvertretender Leiter der JVA Münster, hat in den vergangenen 15 Monaten das Gefängnis kommissarisch gelenkt. Auch dafür gab es ein dickes Lob vom Minister und – noch wichtiger – von den Mitarbeitern.

Personalratsvorsitzender Achim Hirtz überreichte dem Neuen aus Gelsenkirchen einen überdimensionalen Schlüssel. Die Mitarbeiter setzen auf die Entwicklung der JVA, die nach einem Neubau statt 528 rund 640 Häftlinge beherbergen soll. Derzeit gibt es 300 Beschäftigte, die Zahl würde künftig steigen.

Im vergangenen Jahr hatten die Mitarbeitervertretung vorgeschlagen, man solle doch die alte JVA renovieren, wenn sich kein Neubau realisieren lasse. Da winkte allerdings Minister Kutschaty ab: „Dann würden wir ja weniger Häftlinge als heute aufnehmen können.“

Im großen Saal waren zahlreiche Ehrengäste anwesend, darunter Regierungspräsident Prof. Reinhard Klenke, der Vorsitzende des NRW-Rechtsausschusses, Dr. Ingo Wolff, und Polizeipräsident Hans-Joachim Kuhlisch. Eindrucksvoll die Musik: Riacarda Malkemper heizte mit jazzigem Timbre ein. Im Hauptberuf ist sie Kriminalbeamtin.

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