Ludwig Güttler in der Apostelkirche Umjubelter Trompeten-Weltstar

Münster -

Die Trompeter Ludwig Güttler und Johann Clemens sowie Organist Friedrich Kircheis gaben ein umjubeltes Konzert in der ausverkauften Apostelkirche.

Von Ulrich Coppel
Virtuos (v.l.): Johann Clemens, Friedrich Kircheis und Ludwig Güttler in der Apostelkirche
Virtuos (v.l.): Johann Clemens, Friedrich Kircheis und Ludwig Güttler in der Apostelkirche Foto: Ulrich Coppel

Sein Stern leuchtet noch immer heller als die allermeisten anderen am Trompeten-Himmel: Ludwig Güttler ist der Inbegriff für die Interpretation von Trompeten und Hornmusik des 18. Jahrhunderts – auf modernen, eigens für ihn entworfenen Instrumenten. Am Sonntag spielte er mit Johann Clemens (Trompete und „Corno da caccia“) und seinem langjährigen Wegbegleiter an der Orgel, Friedrich Kircheis, ein umjubeltes Konzert in der ausverkauften Apostelkirche.

Gebannt lauschte das Publikum den beiden Virtuosen, wie sie auf ihren Piccolotrompeten und Hörnern mit Trompetenrohr und Mundstück ohne hörbaren Ansatz die Melodien scheinbar irgendwo aus dem Nichts herholten, bevor sie diese im opulenten Hall des Kirchenschiffs gleich wieder entschwinden ließen. Niemand vermisste die bei ventillosen Naturinstrumenten gewohnten Krächzer, Schnauber und Aussetzer.

Als Güttler und Clemens Bach, Loeillet oder Purcell spielten, war insgesamt viel mehr Druck im Ton zu hören, als auf ventillosen historischen Instrumenten. Wenig hat das mit dem glockenklaren, obertonreichen Diskant des historischen Originals gemein. Sind Kompromisse dieser Art unvermeidbar? Jedenfalls ist Güttlers Sound ein Bekenntnis, das polarisiert. Der Erfolg gibt ihm Recht. Die zahlreichen Fans lieben ihren Star, der sich auch als Kurator der „Stiftung Frauenkirche“ einen großen Namen gemacht hat. Hochverdient.

Inmitten des Bläserprogramms präsentierte der souverän agierende Kircheis virtuose Orgelsoli von Buxtehude, Händel und Bach. Kongenial interagierend und klanglich nahezu ununterscheidbar gestalteten Güttler und Clemens Dialoge im Bachschen Choralvorspiel „Wie schön leucht’ uns der Morgenstern“ (auf zwei „Güttler / Syhre“ – Corni da caccia“) sowie Purcells „Konzert D-Dur für zwei Trompeten und Orgel“.

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