Die meisten Sketche klappen schon Putin pokert um den Fußball

Münster -

Acht Minuten und 36 Sekunden dauert der Saunagang der Stammtisch-Männer. „Das werden nachher wahrscheinlich doch 12 Minuten werden“, schätzt Gabriele Brüning, Regisseurin von „Kappe App“. Die Übergänge müssen noch abgesprochen und hier und da am Text gefeilt werden, doch im Groben klappt dieser Sketch des neuen Kappe-App-Programms „Willkommen“, das in drei Wochen Premiere feiern wird.

Von Maria Conlan
Das bunte Ensemble von „Kappe App“ um Regisseurin Gabriele Brüning (M.) bindet das aktuelle Geschehen auch in seine bereits bekannten Programmteile ein.
Das bunte Ensemble von „Kappe App“ um Regisseurin Gabriele Brüning (M.) bindet das aktuelle Geschehen auch in seine bereits bekannten Programmteile ein. Foto: con

Damit bei der Premiere alles flutscht, auch die Slapsticknummern, die Zauberei und Musikeinlagen, probt das achtköpfige Ensemble nun jedes Wochenende intensiv. Da kommt die weltweit einmalige Klorinette zum Einsatz, da treten Erdogan und Putin im Pokerwettstreit um die Fußball-WM 2026 an. Der Karnevalist und seine Frau Michelle planen, dieses Jahr einen Flüchtling aufzunehmen, und irgendwann fliegen in der Deele sogar die Klobürsten durch die Luft.

Wie im Vorjahr besteht das Ensemble aus: Christiane Balster und Kornelia Kabbaj, Manni Kehr, Marcello Lang, Matthias Menne, Björn Schimpf, Ulrich Sprenger und Michael Tumbrinck. Die Kappe-App-Band sorgt mit Gitarre (Detlef Antemann), Bass (Sascha Oeing) und Schlagzeug (David Rebel) fürs Live-Musik-Entertainment. Der Titelsong aus dem Musical Cabaret hört sich jetzt schon a cappella mitreißend an. Passend zum Thema werden vierzig verschiedene Länderfahnen das Bühnenbild der 23. Kappe-App-Session zieren. Wie im Vorjahr wird in der Deele (Lappe Event) gespielt, wo bis zu 200 Personen das etwa zweieinhalbstündige Programm genießen können.

Pegida, Flüchtlinge, übereifrige Helfer, Aktuelles aus Köln – all das findet sein Pendant in den kleinen Szenen, teilweise mit Charakteren und Elementen, die schon aus den Vorjahren bekannt sind, so die „Fünf-Minuten-Politik“, die nach Bedarf aktualisiert wird. Da kann es vorkommen, dass das eine oder andere Lachen in der Kehle stecken bleibt. Gezaubert wird nicht nur mit Worten und Tönen, sondern auch mit Karten und unter Mitwirkung des Publikums. Spannend bleibt es dabei auch für die Akteure. „Es ist manchmal erstaunlich, an welchen Stellen gelacht wird“, plauderte Brüning aus ihrem Erfahrungsschatz.

Der Kartenvorverkauf für den alternativen Karnevalsspaß ist angelaufen. Ab dem 29. Januar heißt es „Willkommen“ und „happy to see you“ – mit einer Kappe, stolpernden Kellnern und zupackenden Bodyguards, aber ohne Conferencier. Bis dahin wird auch das Kostüm für den Saunagang feststehen. „Wir wollen ja keine Zuschauer vergraulen“, so Balster augenzwinkernd, schließlich ist es keine Gemischtsauna.

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Im zweiten Jahr finden in der Grauten Deele (Lappe in Event) an der Nieberdingstr. 12 vom 29. Januar bis zum 7. Februar sieben Vorstellungen statt (täglich um 20 Uhr, am 6.2. zusätzlich um 15 Uhr und am 7.2. um 18 Uhr). Ob mit Rad, Auto oder Bussen, der Ort kurz hinter der Münsterlandhalle ist gut zu erreichen.

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