Dialogpreis für Stephan Orth Klare Kante gegen Pegida gezeigt

Münster -

Rund 10 000 Menschen demonstrierten vor einem Jahr in Münster für Toleranz, Vielfalt, Gleichheit und Freiheit. Der Student Stephan Orth organisierte das Aufbegehren gegen Fremdenhass. Dafür erhielt er jetzt den Dialogpreis.

Von Hannah Decker
Bischof Felix Genn (2.v.l.) zeichnete unter anderem Stephan Orth (4.v.r.) mit dem Dialogpreis aus.
Bischof Felix Genn (2.v.l.) zeichnete unter anderem Stephan Orth (4.v.r.) mit dem Dialogpreis aus. Foto: had

Stephan Orth ist nicht der einzige Münsteraner, der die Initiative gegen Rechtspopulismus und Ausländerfeindlichkeit ergreift. Aber er gab dem Protest in Münster ein Gesicht: Seinem Aufruf zur friedlichen Demonstration für Toleranz, Vielfalt, Gleichheit und Freiheit vor einem Jahr folgten rund 10 000 Menschen.

Für seinen Mut und sein Engagement ist er deshalb am Samstag von der Diözese und der Wochenzeitung „Kirche+Leben“ des Bistums Münster mit dem „Dialogpreis für gute Taten 2015“ ausgezeichnet worden. „Er hat Leute auf die Straße geholt, klare Kante gezeigt“, begründete der stellvertretende Chefredakteur Markus Nolte bei der Preisverleihung die Wahl der Jury.

Es war im Dezember 2014, in Dresden marschierte seit einigen Wochen jeden Montagabend die Anti-Islam-Bewegung „Pegida“. Schnell bildeten sich Ableger in ganz Deutschland. Auf Facebook entstand eine Seite, die den rechtspopulistischen Protest auch nach Münster tragen wollte (sie existiert inzwischen nicht mehr).

Orth störte das, aber er war zuerst vorsichtig: „Ich wollte Pegida nicht antreiben oder aufwerten.“ Doch in der Weihnachtszeit ging der Theologiestudent noch mal in sich, und er kam zu dem Schluss: „Man muss nicht erst dann etwas unternehmen, wenn es zu spät ist.“ Mit anderen Worten: Auch wenn Pegida in Münster nie demonstriert hat, so wollte Orth trotzdem ein Zeichen für ein weltoffenes Münster setzen. In nur wenigen Tagen organisierte er über Facebook die besagte Demonstration.

Für sein Engagement wurde Orth im vergangenen Jahr auch schon von Oberbürgermeister Markus Lewe, Uni-Rektorin Ursula Nelles sowie SPD-Chef Sigmar Gabriel geehrt. 

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