Hochschulförderung
Land lenkt 1,3 Milliarden Euro nach Münster

Münster -

In die münsterischen Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen wurde und wird kräftig investiert. 1,3 Milliarden Euro lenkt das Land in die Stadt. Uni-Rektorin Nelles hegt derweil schon wieder neue Pläne . . .

Freitag, 08.01.2016, 09:11 Uhr aktualisiert: 08.01.2016, 09:14 Uhr
Die Westfälische Wilhelms-Universität kann sich freuen: Das Land lenkt 1,3 Milliarden Euro für den Wissenschaftsausbau nach Münster. Foto: Oliver Werner

Begünstige Rheinländer, benachteiligte Westfalen: Dieses Lied wird in Münster des Öfteren gesungen, wenn es um Zuwendungen des Landes geht. Am Mittwoch schlugen Oberbürgermeister Markus Lewe und Universitätsrektorin Ursula Nelles einen anderen Ton an. Der Tenor: Münsters Hochschuleinrichtungen sind keineswegs das Aschenputtel für die Geldgeber aus Düsseldorf.

Kommentar

1,3 Milliarden fließen von 2010 bis 2020 für den Wissenschaftsausbau nach Münster. Das nützt nicht nur der Wissenschaft, sondern der ganzen Stadt , meint WN-Redakteurin Karin Völker.

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Wissenschaftsministerin Svenja Schulze freut diese Sichtweise: Sie hatte die Universität besucht, um die Zwischenbilanz der Investitionen zu besprechen, die über das Land in Wissenschaftsbauten und Projekte der Hochschulen geflossen sind und noch fließen werden: 1,3 Milliarden Euro lenkt demnach das Land in den Jahren zwischen 2010 und 2020 nach Münster. Und das Geld hat auch, wie Oberbürgermeister Lewe feststellte, „das Stadtbild positiv verändert“.

Neue Institutsbauten für die Chemie, die Pharmazie und die Geowissenschaften sind fertig. In Planung ist ein Neubau der Physikalischen Institute der Universität, der allein 150 Millionen Euro kosten soll – der teuerste Einzelposten NRW-weit im noch laufenden Hochschulbaukonsolidierungsprogramm, wie Schulze betonte. Bis zu einer halben Milliarde Euro fließt über das medizinische Modernisierungsprogramm in den Ausbau des Uniklinikums und der Medizin-Forschung. Auch das ist unter den Unikliniken in NRW der höchste Betrag, wie Schulze hervorhob.

Religionsübergreifendes Theologie-Zentrum geplant

Das Rektorat der Universität hegt derweil schon neue Pläne. Die Theologien – katholische, evangelische, islamische und jüdische – sollen in einem gemeinsamen Zentrum angesiedelt werden, um den Wissenschaftsaustausch zu fördern, skizzierte Nelles. Religionswissenschaften sind ein Schwerpunkt der Uni Münster, die hier die größten Fakultäten bundesweit unterhält.

Das Thema passt nach Einschätzung von OB Lewe und Rektorin Nelles hervorragend zu Münster als Stadt des Westfälischen Friedens, bei dem 1648 ein erbitterter Religionskrieg erstmals in der Weltgeschichte durch Diplomatie beendet wurde. Wo das künftige Zentrum der Theologien in Münster seinen Platz finden könnte, darüber schwieg sich Ursula Nelles am Dienstag noch aus. Wissenschaftsministerin Schulze gefällt die Idee, und sie sagte eine Förderung des Vorhabens zu.

Wissenschaftsausbau in Münster

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  • Hier soll noch kräftig investiert werden: 150 Millionen Euro stehen für den Neubau der Physikalischen Institute bereit – der höchste Einzelposten im Hochschulbauprogramm NRW-weit.

    Hier soll noch kräftig investiert werden: 150 Millionen Euro stehen für den Neubau der Physikalischen Institute bereit – der höchste Einzelposten im Hochschulbauprogramm NRW-weit.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Neubau des Nanozentrums kostet 46,6 Millionen Euro.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Neubau der Geo-Institute kostete 33 Millionen Euro.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Kosten für das neue Pharmazentrum werden mit 60 Millionen Euro angegeben.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Neubau für Organische Chemie und Biochemie verschlang 43 Millionen Euro.

    Foto: Oliver Werner
  • Bis zu 500 Millionen Euro fließen in den Ausbau der Uniklinik und der Medizin-Forschung.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Forscher des Exzellenzclusters „Cells in Motion“ sollen in den Forschungsbau „Molecular Imaging Center“ ziehen, das für 73 Millionen Euro gebaut wird.

    Foto: WWU
  • Auch der Ausbau des Fachhochschulzentrums an der Corrensstraße wurde vom Land gefördert. Weitere vom Land geförderte Projekte am Hochschulstandort Münster:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ausbau- und Modernisierungsprojekte des Studentenwerks

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Neubau des Philosophicums und Erweiterung des Fürstenberghauses

    Foto: Oliver Werner
  • Batteriforschungszentrum „Meet“

    Foto: WWU/Meet
  • Nano-Bioanalytik-ZEntrum und Erweiterung des Centrums für Nanotechnologie (Centech II)

    Foto: Oliver Werner

Hightech-Gebäude für die Physikalischen Institute

Die dicksten Batzen aus den Förderprogrammen des Landes für Wissenschaftsbauten und -Projekte sind noch gar nicht ausgegeben. 2020 sollen auch die Physikalischen Institute der Universität, bisher an der Wilhelm-Klemm-Straße ansässig, in ein rund 150 Millionen Euro teures, modernes Hightech-Gebäude mit erschütterungsfreien Laborräumen ziehen. Die Planungen laufen, erklärten am Mittwoch Uni-Rektorin Ursula Nelles und Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. Wo genau das Gebäude errichtet wird, stehe aber noch nicht fest. Klar ist: Das Gebäude kann nicht auf dem Grundstück der bisherigen Physik gebaut werden. Während der Bauzeit benötigen die Physiker weiter ihre alten Gebäude.

Das nächste Großprojekt, das fertiggestellt wird, ist der Forschungsbau „Molecular Imaging Center“ für 73 Millionen Euro in Nachbarschaft des Max-Planck-Instituts an der Röntgenstraße. Dort werden zum großen Teil auch die Zellforscher des Exzellenzclusters „Cells in Motion“ ihre Arbeitsplätze finden. Das Gebäude soll 2018 fertiggestellt werden.

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