Sexuelle Übergriffe Frauen werden häufiger belästigt

Münster -

Eine massenhafte Belästigung von Frauen, wie in der Silvesternacht in Köln geschehen, wurde in Münster bisher nicht beobachtet. Die Beratungsstelle Frauennotruf registriert aber eine deutliche Zunahme sexueller Belästigung von Frauen in der Öffentlichkeit.

Bei einer nicht repräsentativen Umfrage des Frauennotrufs gaben 75 Prozent der Befragten an, sexuell belästigt worden zu sein.
Bei einer nicht repräsentativen Umfrage des Frauennotrufs gaben 75 Prozent der Befragten an, sexuell belästigt worden zu sein. Foto: Colourbox.de (Symbolbild)

Die Polizei in Münster hat keine Anhaltspunkte dafür, dass es in der Silvesternacht auch in Münster massenhaft zu sexuellen Belästigungen von Frauen gekommen ist. „Wir haben hier keine vergleichbare Entwicklung wie in Köln“, erklärte dazu am Dienstag ein Sprecher der Polizei. Auch Richard-Michael Halberstadt, sozialpolitischer Sprecher der CDU- Ratsfraktion und Mitglied der „Ordnungspartnerschaft Bahnhof/Drogen“, erklärte, dass es an Silvester im Umfeld des Bahnhofs in Münster zu keinen Übergriffen gekommen sei.

Keine massenhaften Übergriffe, aber über das Jahr verteilt viele sexuelle Belästigungen in der Öffentlichkeit: Das ist die Einschätzung der Beraterinnen des Frauennotrufs Münster. Die Beratungsstelle hat kürzlich unter 400 jungen Frauen in Münster, die meisten zwischen 20 und 30 Jahre, eine Umfrage zu diesem Thema durchgeführt. „Das Ergebnis ist nicht repräsentativ“, stellt Gerlinde Gröger vom Frauennotruf klar – aber es gebe eine deutliche Tendenz: 75 Prozent der Befragten gaben an, sexuell belästigt worden zu sein – die meisten im vergangenen Jahr.

„Das ist ein hohes Ausmaß“, betont Gröger. Sie nimmt wahr, dass verbale Anzüglichkeiten, Pöbeleien oder gar körperliche Übergriffe gegen Frauen aktuell zugenommen hätten. Der Frauennotruf hat nicht abgefragt, ob die Belästigungen in starkem Umfang von Männern aus anderen Kulturkreisen ausgehen. Die meisten Belästigungen – häufig tagsüber – beklagten Frauen auf der Straße, es folgen Kneipen, der Bahnhof und öffentliche Verkehrsmittel.

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