Reaktionen auf Radfahrer-Urteil „Zu viele Egoisten im Straßenverkehr“

Münster -

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts, nachdem Radfahrer auch künftig entlang der Wolbecker Straße den Radweg benutzen müssen und nicht auf die Fahrbahn ausweichen dürfen, stößt im sozialen Netzwerk Facebook auf ein geteiltes Echo.

Von Helmut Etzkorn
Radfahrer  müssen entlang der Wolbecker Straße auch künftig den Radweg nutzen.
Radfahrer  müssen entlang der Wolbecker Straße auch künftig den Radweg nutzen. Foto: hpe

Im sozialen Netzwerk Facebook schlägt das Urteil des Verwaltungsgerichts Münster zur Radwegebenutzungspflicht hohe Wellen. Die Richter hatten einem Radler untersagt, auf der Wolbecker Straße die Fahrbahn – statt des schmalen Radweges – zu nutzen . Auch, weil das Ordnungsamt und die Polizei das Radeln auf der Straße für zu gefährlich halten. Der Kläger hält den Radweg für „unsicher“.

Richard Henrichs spricht auf Facebook von einem „Etikettenschwindel“, wenn Münsters sich als „fahrradfreundliche Stadt“ tituliere, weil die Radwege gefährlich seien. Die meisten verunglückten Radler seien auf Radwegen ums Leben gekommen, meist durch Abbiegefehler von Autofahrern. Deshalb sei es eine „Verhöhnung der Unfallopfer“, den Radweg als sichere Alternative darzustellen.

Alexa Maus beklagt, dass gerade auf der Wolbecker Straße sowohl Radfahrer wie auch Fußgänger keine Rücksicht aufeinander nehmen, und Florian Voß zweifelt ebenfalls am „Fahrradstadt-Image“ in einer Stadt, die so stark wächst. Martin Gerhardy glaubt, dass noch viele Ordnungsgelder nötig seien, um ein gesetzeskonformes Verhalten erreichen zu können. Das Urteil vermittelt für ihn „ein Bild mangelhafter Regelakzeptanz auf Seiten des Klägers“. Fabian Lepper spricht von „zu vielen Egoisten auf der Straße“. Gefahrenpunkte entstünden, weil die gegenseitige Rücksichtnahme fehle, meint er.

Für Jules Heinrich sind Radfahrer in Münster im Vergleich zu Stuttgart oder Berlin „unfassbar verwöhnt“. Claudius Harnischmacher fragt sich, ob verengte Fahrbahnen oder breitere Radwege ein Lösungsansatz sein könnten. Und Siggi Krüssel kündigt an, demnächst mit dem Auto über den Radweg fahren zu wollen, falls der Kläger (wie von ihm angekündigt) nun sein Rad über die Wolbecker Straße schieben will. Sein klarer Standpunkt: „Wo Radwege sind, müssen sie genutzt werden!“ Tom Penta kontert: „Dann fahre ich demnächst mit dem Auto in Ihre Wohnung. Wo Türen sind, muss man durchfahren dürfen!“

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