Til-Schweiger-Tatort aus Polizeisicht Keine Chance für Psychopathen

Münster -

So ein Psycho wie Nick Tschiller hätte bei der Polizei keine Chance. Da ist sich Polizeisprecher Roland Vorholt aus Münster ziemlich sicher.

Von Günter Benning
Vergiss es –  so eine Action würde es bei der Polizei nicht geben. Einzelgänger hätten keine Chance.
Vergiss es –  so eine Action würde es bei der Polizei nicht geben. Einzelgänger hätten keine Chance. Foto: NDR/Gordon Timpen

Er ballert mit Bazookas, kloppt, wird gefoltert, nietet reihenweise Mafiosi um. Was Nick Tschiller, alias Til Schweiger, so im Doppel-Tatort erlebt, hat Polizeisprecher Roland Vorholt aus einem Grund nicht gesehen. Er hält es für totalen Unsinn. Redakteur Günter Benning sprach mit ihm über die Tatort-Kripoarbeit.

Was stört Sie an Nick Tschiller aus Hamburg?

Vorholt: Das ist ein Einzelgänger, da geht es nur um reine Action. Aber mit Polizeiarbeit hat das nichts zu tun. Wenn ich Action sehen will, gucke ich mir amerikanische Actionfilme an.

Aber Sie sind kein Tatort-Verweigerer?

Vorholt: Nein, Tatorte sind unterhaltsam, der münsterische ist eine Mischung aus Spannung und Wortwitz. So ein Format muss auch aktuelle Themen aufgreifen. Das ist alles okay.

Wie sieht die Polizei-Realität aus?

Vorholt: Polizeiarbeit ist Kärrnerarbeit und Teamarbeit. Da werden viele Spuren gesammelt und Akten gefüllt. Den „Superkommissar“ gibt es nicht.

Oft begeben sich Tatort-Kommissare allein in gefährliche Situationen. Ist das normal?

Vorholt: Undenkbar, das macht keiner, außer wenn akut ein Menschenleben zu retten ist. Der Tatort soll eben unterhalten, Polizeiarbeit soll erfolgreich sein.

Sind junge Leute vom Tatort „verdorben“, wenn sie sich bei Ihnen bewerben?

Vorholt: Wer zu uns kommt, hat sich informiert. Nicht beim Tatort, sondern bei Bekannten und Verwandten oder in unseren Informationsveranstaltungen.

Manche Tatort-Charaktere wie die Dortmunder sind echte Psychopathen. Was würden Sie mit solchen Leuten machen?

Vorholt: Die würden nicht den ersten Tag unseres Einstellungstests überstehen. Wir arbeiten mit Menschen. Wir lösen 95 Prozent aller Probleme mit Sprache und durch unser Verhalten. Da haben Psychopathen keine Chance.

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