Altenhilfezentrum Meckmannshof „Nichts Schlimmes verbrochen“

Münster-Mecklenbeck -

Der vom Perthes-Werk beurlaubte Helmut Scheuer will seine Freistellung und die damit verbundene außerordentliche Kündigung nicht hinnehmen. Der langjährige Leiter des Meckmannshofs geht vors Arbeitsgericht.

Von Thomas Schubert
Im Altenhilfezentrum Meckmannshof wird am 21. Oktober das 30-jährige Bestehen gefeiert.
Im Altenhilfezentrum Meckmannshof wird am 21. Oktober das 30-jährige Bestehen gefeiert. Foto: eb

„Ich bin noch nicht entlassen – der Prozess schwebt!“ sagt der langjährige und vor wenigen Tagen vom evangelischen Perthes-Werk beurlaubte Leiter des Altenhilfezentrums Meckmannshof. Er will seine Beurlaubung sowie die damit einhergehende Kündigung auf keinen Fall unwidersprochen hinnehmen und hat nach eigenen Angaben beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage eingereicht.

Im Gespräch mit unserer Zeitung ließ er durchblicken, dass ihm vonseiten seines Arbeitgebers als Träger des Meckmannshofs offenbar übel mitgespielt wird: „Das Perthes-Werk lehnt sich sehr weit aus dem Fenster. Es gibt keinerlei Gründe, die eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen.“ Die fristlose Entlassung sei ihm bereits am 30. September ausgesprochen worden.

„Ich habe nichts Schlimmes verbrochen“, betont der der langjährige Altenhilfezentrum-Leiter. Darüber, warum er vor die Tür gesetzt worden sei, könne er nur spekulieren. Er vermute, dass Zentralisierungstendenzen innerhalb des Perthes-Werks sowie eine neue Führungsstruktur der Hintergrund seien. Er habe den Meckmannshof immer als „starken Satelliten“ des Perthes-Werks mit besonderer Vernetzung innerhalb Mecklenbecks betrachtet.

Seit 1999 nimmt er den Leiterposten des Altenhilfezentrums ein, auch der Koordinator des Sozialdiensts wurde „bis auf Weiteres freigestellt“.

Auf harsche Kritik stößt die Entscheidung des Perthes-Werks bei Karlheinz Pötter. „Ich kann das einfach nicht verstehen“, sagt der Ehrenvorsitzende des Mecklenbecker Bürgervereins. Jeder vermute, dass der Leiter vor die Tür gesetzt worden sei, da er sich etwas Gravierendes habe zu Schulden kommen lassen. „Aber das kann nicht der Fall sein“, meint Pötter. Das Unverständnis in Mecklenbeck sei groß. Er spreche in dieser Hinsicht nicht allein für sich, sondern habe sich auch bereits mit etlichen anderen Vereinen des Heimatorts kurzgeschaltet: „Wir Mecklenbecker verstehen diesen Rauswurf überhaupt nicht!“

Mit dem langjährigen und erfahrenen Leiter sei nach vielen Führungswechseln in den vergangenen 16 Jahren endlich wieder Kontinuität ins Altenhilfezentrum eingekehrt. Am Mittwoch (21. Oktober) werde dort das 30-jährige Bestehen gefeiert. Dieses habe dieser maßgeblich vorbereitet.

An die Adresse des Perthes-Werks gerichtet, plädiert Karlheinz Pötter dafür, das Jubiläumsfest zu nutzen, „sich doch noch positiv näher zu kommen“. Es könne nicht sein, „dass eine in unseren Augen bewährte Person so entlassen wird und dadurch in Gefahr gerät, nicht nur den Beruf verloren zu haben, sondern auch menschlich ,komisch‘ angesehen zu werden“.

Zu einem Gespräch am Jubiläumstag wird es im Meckmannshof vermutlich jedoch nicht kommen: „Wir werden ihn nicht einladen – das geht nicht“, sagt Ralf Lohscheller vom Perthes-Geschäftsbereich Altenhilfe. Die Entscheidung über Freistellung des Leiters sei gefällt. Bestätigen könne er, dass auch der Koordinator des Sozialdiensts bis auf Weiteres freigestellt worden sei.

Zu den Gründen der Freistellungen wollte Lohscheller keine Angaben machen. „Es handelt sich um Personalangelegenheiten, die ich nicht öffentlich kommentieren kann.“ Der bisherige Leiter habe niemanden persönlich etwas getan. Die Feier zum 30-jährigen Bestehen des Meckmannshofs werde „ganz normal“ über die Bühne gehen.

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