Protest-Radtour nach Münster
In die Pedale treten für den Klimaschutz

Metelen -

Er leitete früher ein Autohaus und ist heute immer noch Seniorchef in dem Betrieb. Was ihn allerdings privat umtreibt, ist die Zukunft der Mobilität und vor allem die Entwicklung des Klimas auf diesem Planeten. Josef Schlüter und seine Frau Inge – diese ist nicht minder engagiert für den Klimaschutz – rufen am Freitag zu einer Protest-Radtour nach Münster auf. Ziel: Die Kundgebung „Friday for Future“.

Samstag, 14.09.2019, 06:00 Uhr
Photovoltaik auf dem Dach, E-Bikes für die täglichen Fahrten: Inge und Josef Schlüter meinen es ernst mit ihrem Beitrag zum Klimaschutz und wollen viele Metelener motivieren, mitzuradeln bei der Protest-Radtour nach Münster am Freitag. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Greta Thunberg hat damit angefangen und eine Welle ins Rollen gebracht, die längst auch bis in die Tiefen der deutschen Provinz geschwappt ist. Die junge Schwedin, die sich konsequent freitags vors Parlament in Stockholm setzte, hat Vorbildcharakter – auch für ein Metelener Ehepaar, das weitere Bürger aus dem Ort einlädt, mitzumachen.

„Wir haben darüber nachgedacht, dass wir auch etwas machen müssen“, bringen es Inge und Josef Schlüter auf den Punkt. In ihrem Alltag haben sie schon viele Schritte unternommen, um zur Klimaschonung beizutragen – jetzt wollen sie auch andere Metelener motivieren, ihren Protest öffentlich zu machen. Am Freitag laden sie deshalb interessierte Bürger zu einer Radtour nach Münster ein, um so ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen (s. Info).

Das Thema beschäftigt die Schlüters schon seit vielen Jahren. Eine Wärmeisolierung fürs Eigenheim, Photovoltaik auf dem Dach und der Umstieg auf Elektromobilität gehören dazu. Natürlich nicht alles auf einmal, aber nach und nach. Statt wie früher mit dem Pkw zur Arbeit zu fahren, nutzt Josef Schlüter etwa seit einem Jahrzehnt das Rad, um damit nach Burgsteinfurt und zurück zu radeln. Dabei hätte er eigentlich die freie Auswahl unter den motorisierten Untersätzen, kommt er doch als Senior-Chef eines Autohauses im Steinfurter Ortsteil aus der Branche.

Doch längst hat der Verbrenner-Pkw in der heimischen Garage ausgedient, wurde getauscht gegen ein Elektro-Mobil. „Klimaschutz ist doch ein Thema, das nicht nur die Generation von Greta etwas angeht, sondern uns alle“, sagt Josef Schlüter mit Bestimmtheit. Und seine Frau ergänzt: „Wir leben in einer Welt, die von unserer Generation ausgebeutet wurde.“

Selbstkritische Töne, die zeigen, dass sich die beiden mit der Klima-Thematik umfassend beschäftigt haben. Und im tiefer gehenden Gespräch wird deutlich, dass sie Zusammenhänge kennen und benennen – keinesfalls sektiererisch, sondern untermauert von Fakten und immer an der Praxis orientiert.

Auch das nächste Projekt zur CO2-Einsparung ist schon in der Pipeline: Wenn die in die Jahre gekommene Gas-Brennwertheizung ihren Dienst versagen sollte, wird eine Wärmepumpe in­stalliert. „Wir haben eine Verantwortung für die nächsten Generationen“, erklärt Inge Schlüter – auch mit Blick auf ihre vier Enkel.

Die beiden hoffen nun, dass sich viele Metelener ihrem Protest anschließen. In der Kulturinitiative Metelen (KIM) haben sie Unterstützter für die etwa 50 Kilometer lange Tour gefunden.

Am Freitag (20. September) findet eine große „Friday for Future“-Protestkundgebung auf dem Prinzipalmarkt unter dem Motto „10 000 fürs Klima“ statt. Die Gruppe aus Metelen startet um 6 Uhr am Parkplatz vor der Kulturetage (Wettringener Straße 2). Stationen der Tour sind der Parkplatz am Kalvarienberg in Leer (6.20 Uhr), der Bahnhof Horstmar/Laer (7.15 Uhr), und das Rathaus in Laer (7.30 Uhr). Dort gibt es eine kleine Pause und es besteht auch die Möglichkeit zur Toilettenbenutzung. Weiter führt die Tour über Holthausen (8 Uhr) danach via Roxel nach Münster. Kurzfristige Teilnahmen sind möglich. Um die Rückfahrt per Bahn zu organisieren, bitten die Schlüters um Anmeldungen unter Telefon 01 71/8 94 57 07

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