Kleiderkammer besteht seit vier Jahren
Textiles für schmalste Geldbeutel

Metelen -

Gegründet wurde sie vor vier Jahren, um Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet waren, zu helfen. Doch längst ist die

Freitag, 13.09.2019, 06:00 Uhr
Teamarbeit: Christa Göbel (l.) und Marlies Laurenz sortieren gespendete Kinderkleidung aus. Auch Schuhe hat die Kleiderkammer im Angebot.        Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Einmal haben wir hier sogar einen Bräutigam eingekleidet – und die beiden jungen Männer, die ihn begleiteten und ebenfalls auf der Hochzeit eingeladen waren, gleich dazu.“ Es sind Geschichten wie diese, die sie gerne erzählen in der Kleiderkammer der Kolpingfamilie. Geschichten von Menschen, denen das Team um die Eheleute Franz-Josef und Konny Wiechers helfen konnte. Es sind Geschichten, die zeigen, dass die Einrichtung Not tut im Ort.

Besonders gefragt war die Kleiderkammer in ihrer Startphase, kurz nach der großen Flüchtlingswelle des Sommers 2015. Vier Jahre ist das jetzt her, und Franz-Josef Wiechers erinnert sich noch genau an die Bitte der Gemeinde, die am Anfang des Engagements der Kolpingfamilie stand. „Die Kommune fragte an, ob wir so etwas nicht leisten könnten.“ Die Räume dafür stellte die Gemeinde in der ehemaligen Hauptschule zur Verfügung. Dort, wo früher die Schulküche und ein Essensbereich war, stapelten sich rasch Kartons mit gespendeter Kleidung.

Und ebenso rasch fanden sich ehrenamtlich Aktive, die mithelfen wollten, damit die Menschen, die teils nur mit dem Allernötigsten nach Deutschland geflüchtet waren, Kleidung bekamen – vor allem warme Sachen für den sich abzeichnenden Winter. Doch die Kleiderkammer verstand sich als Hilfsangebot an alle, die für den Kauf von Bekleidung kein Geld übrig haben. „Wir werfen hier keinen raus“, verdeutlicht Franz-Josef Wiechers das offene Angebot. Wirtschaftlich schwach gestellte Menschen und Bezieher von Sozialleistungen gehörten deshalb rasch zu den Kunden der Kammer – und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Im Gegenteil, die Zahl derjenigen Besucher, die aus ihren Heimatländern nach Metelen kamen, verringerte sich über die Jahre hinweg, während die Nachfrage nach wie vor ungebrochen ist. „So um die 30 Kunden haben wir jeden Samstag“, erklärt Marlies Laurenz aus dem ein Dutzend Frauen starken Team, die gerade gemeinsam mit Christa Göbel Kinderkleidung nach Größen sortiert. Ordnung ist in der buntesten Ecke der Kleiderkammer, die längst in ein Wohnhaus am Schilden umgezogen ist, die halbe Miete. So finden sich die Sachen einfach leichter. Kräftig anpacken ist für Josef Krude und Werner Laurenz angesagt, die immer dann gefordert sind, wenn Spender kartonweise gut erhaltene Kleidung anliefern. Die beiden Senioren helfen donnerstags dabei, die Kartons vom Parkplatz in die Kleiderkammer zu schleppen.

Einen Euro nimmt die Kolpingfamilie pro verkauftem Kleidungsstück für die Erwachsenen – gedacht als Beitrag für die Wertschätzung der Ware. Kinderkleidung ist gratis.

Gerade in diesen Tagen gibt es in der Kleiderkammer viel zu tun, denn Winterkleidung kommt aus dem kleinen Lagerraum auf die Kleiderständer vorne im Haus. Wie gut die Ware da bisweilen ist, zeigt da ein Wintermantel in Top-Qualität – einst vom Münchener Trachten-Experten „Loden Frey“ geschneidert.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6921568?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F
SPD sieht Probleme bei Verkehr und Lärm
Die stillgelegte Baustelle des Hafencenters am Hansaring.
Nachrichten-Ticker