Johannes Middelhoff lernt Landwirt
Zwischen Maisernte und Bullenstall

Metelen -

„Das ist genau mein Ding!“ Johannes Middelhoff bringt auf den Punkt, dass seine Berufswahl exakt die richtige war. Landwirt will er werden – und er hat Ambitionen, wie er im Gespräch auf dem Hof Konert deutlich macht. Hier absolviert der 20-Jährige eine Ausbildung, die zwei Jahre dauert.

Donnerstag, 12.09.2019, 06:00 Uhr
Johannes Middelhoff im Bullenstall des Hofes Konert: Die Versorgung der Tiere gehört zu den Aufgaben des 20-jährigen Auszubildenden. Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Eigentlich wären es drei Jahre, aber ich kann verkürzen“, berichtet der Azubi und nennt die Gründe: „Ich habe ja bereits eine komplette Ausbildung hinter mir.“ Als Modellbauer mit Schwerpunkt Metallbau. In der ersten Lehre ging es vornehmlich um Formenbau, etwa für die Automobilindustrie.

Die Verbindung zur Zweitausbildung fällt da nicht ganz so leicht, oder? „Doch schon, der Umgang mit Technik interessiert mich sehr, doch die Kombination ist es, die den Beruf des Landwirts ausmacht.“ Außerdem – und darauf legt Johannes Middelhoff großen Wert – sei man fast ständig an der frischen Luft.

Dass der Beruf viele Facetten hat, gefällt dem jungen Auszubildenden. Die Tierproduktion ist dabei eines der Themen, die auch im Rahmen von Lehrgängen außerhalb des Betriebes vermittelt werden. Metallverarbeitung ist ein zweites Thema – schließlich ist Ackerbau ohne modernen Maschinenpark heute nicht mehr vorstellbar. Und dann sind es eben jene hochtechnisierten Maschinen, welche geführt werden müssen – ein weiterer Schwerpunkt der Lehre. Ergänzt wird die praktische Ausbildung durch Kenntnisse in der Betriebsführung eines Betriebes.

„Landwirtschaftsgeselle“ darf sich nennen, wer die Abschlussprüfungen erfolgreich absolviert hat. Doch Johannes Middelhoff plant schon jetzt in die Zukunft, will eine zweijährige Fachschulausbildung zum Agrarbetriebswirt dranhängen. „Die Vermittlung des kaufmännischen Wissens ist ein absolutes Muss heutzutage“, unterstützt ihn Konny Stauvermann bei diesem Vorhaben. Der Metelener ist Ausbildungsleiter auf dem Hof Konert und kümmert sich um die jungen Leute, die auf dem Weg in einen landwirtschaftlichen Beruf sind.

Johannes Middelhoff hatte bereits beste Voraussetzungen mitgebracht. Aufgewachsen auf dem elterlichen, landwirtschaftlichen Betrieb hatte er von Kindesbeinen an Kontakt zu Nutztieren und Maschinen. Den Traktorführerschein T brachte er mit, ebenso die Berechtigung, schnellere Schlepper zu fahren und natürlich die Pkw-Lizenz.

Der Führerschein für die großen Schlepper gehört dazu, um in einem großen Betrieb wie dem Hof Konert einsetzbar zu sein. Gerade in der Erntezeit – die Maisernte steht vor der Tür – unterstützt Johannes Middelhoff das sechsköpfige Team des Hofes und fährt mit dem Schlepper die Anhänger auf den Hof. Auch die Beschickung der großen Biogasanlage mit dem Radlader übernimmt der Auszubildende.

„Eigentlich fangen wir hier um 7.30 Uhr an“, schildert der Emsdettener den Tagesablauf, doch während der Ernte reist er früher an – und mitunter abends später zurück zu seinem Elternhaus. Auch am Wochenende muss er bisweilen ran, kann jedoch voraus planen, stimmt sich mit den Kollegen ab. „Das klappt gut. Dass hier ein junges Team arbeitet, hat mich bewogen, mich zu bewerben“, schildert der 20-Jährige, dass die Stimmung in der Mannschaft stimmt.

Dennoch wird er nur ein Jahr auf dem Hof lernen. Das zweite Lehrjahr führt ihn zu einem Hof in der Burgsteinfurter Bauerschaft Sellen-Veltrup. „Der hat Milchviehhaltung“, erläutert der junge Mann, dass er so auch der Anforderung der Ausbildung in einem Reproduktionsbetrieb nachkommen kann. Der Hof Konert hat sich neben dem Maschineneinsatz und der Biogasanlage auf Bullenmast und Kälberaufzucht spezialisiert – und dort werden eben keine Tiere geboren.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6919505?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F
SPD sieht Probleme bei Verkehr und Lärm
Die stillgelegte Baustelle des Hafencenters am Hansaring.
Nachrichten-Ticker