Kulturinitiative Erzähl-Reise durch das Land der Fantasie

Metelen -

Viele, ganz unterschiedliche Vortragende, Klangschalen, indischer Tanz und eine fantasievolle Dekoration machten die lange Nacht der Erzählungen auf der Kulturetage zu einer abwechslungsreichen Veranstaltung. Kinder und Erwachsene lauschten den Geschichten.

Von Dorothee Zimmer
Für Jung und Alt: Karin Beutler zeigt Illustrationen aus dem Buch Ronja Räubertocher.
Für Jung und Alt: Karin Beutler zeigt Illustrationen aus dem Buch Ronja Räubertocher. Foto: DorotheeZimmer

Der Abend wurde lang – und genau so hatte sich die Kulturinitiative (KIM) die Veranstaltung am Freitag auch vorgestellt. Bis um Mitternacht nahmen verschiedene Vorleser in der Kulturetage zunächst Kinder und später Erwachsene mit auf eine Reise durch ein zauberhaftes Märchenland. Nein, vom vorzeitigen Ende in Ermangelung von Erzählern konnte keine Rede sein. Und jeder einzelne von ihnen beflügelte mit den Geschichten die Fantasie, die sich nun mal nicht im Handumdrehen einstellt. „Dass man Raum und Zeit vergisst und eintaucht in die Märchenwelt, das braucht Zeit“, sagte Samuel Beutler.

Ehefrau Clara Beutler – zugleich zweite Vorsitzende der veranstaltenden KIM – war Zugpferd der Veranstaltung. Sie moderierte charmant, war wunderbare Vorleserin und zugleich jemand, der eine in Märchen gern genommene Überlieferung aus eigener Erfahrung widerlegte. „Da sind ja Stief- und Schwiegermütter ungefähr das Schlimmste. Aber bei meiner Schwiegermutter ist das anders“, kündigte sie Karin Beutler an. Die Mutter ihres Mannes nahm das Buch „Ronja Räubertochter“ zur Hand und erklärte, sie sei gern bereit, bei ihren Besuchen in Metelen interessierten Kindern auf der Kulturetage stets ein weiteres Kapitel vorzulesen.

Lustig war es, mit der eigenen Vorstellungskraft die Schildkröte „Tranquilla Trampeltreu“ – vorgetragen von Brigitte Schmitter-Wallenhorst – auf ihrem Weg zur Hochzeit des Sultans zu begleiten oder den durch Monika Vortkamp plattdeutsch sprechenden Maulwurf, der den Verursacher für die Hinterlassenschaft auf seinem Kopf sucht.

Robin Fairhurst erzählte von einer echten und unechten Nachtigall und wurde dabei musikalisch begleitet von Samuel Beutler am Klavier und Flötist Christoph Bumm-Dawin.

Petra Weßling trug ein Märchen aus Afrika vor, in dem ein Hase die Hauptrolle spielte. Die 13-jährige Rebecca Saxlehner war die jüngste Vorleserin. Und aus Wettringen nahm Hedwig Raue im Gewand einer Märchenfee im Vorlesesessel Platz. Mit an Klangschalen erzeugten Tönen untermalte Silke Tenkhoff ihre Erzählung, deren Botschaft lautete: Bleib dir selbst treu. Es ist nicht der Sinn des Lebens, anderen zu gefallen. Allgemeine Erheiterung lösten die kleinen authentischen Erlebnisse von Monika Vortkamp aus, die sie in Plattdeutsch unter anderem vom Rillenstuten und der Buern-Schokolade zu erzählen wusste.

Einer Geschichte aus 1001 Nacht widmeten sich Clara Beutler und Olivia Ragulan. Während Beutler las, stellte Ragulan tänzerisch eine vom König verehrte Sklavin dar. Für Samuel Beutler war schließlich der Vortrag von Everhard Drees „der krönende Höhepunkt“. Die Veranstaltung sei vielseitig gewesen, unterschiedliche Menschen hätten auf ihre eigene Art erzählt, bilanzierte Beutler. Eben das sei auch das Anliegen der Kulturetage: eine Plattform anzubieten, auf der man sich mit eigenen Talenten und Fähigkeiten einbringen kann.

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