Patientenverfügung Es kommt auf jedes Wort an

Metelen -

Positiv entwickelt sich das Fahrgastaufkommen des Bürgerbusses in Relation zu den gefahrenden Kilometern. Darauf verwies der Betreiberverein bei seiner Jahresversammlung. Auch finanziell schrieben die ehrenamtlich Aktiven im Vorjahr eine schwarze Null. 

Von Irmgard Tappe
Die lebensverlängernde Apparatemedizin ist für viele Menschen mit Blick auf eine unheilbare Erkrankung ein Albtraum. Patientenverfügungen – wenn sie denn formell korrekt abgefasst sind – tragen für Angehörige und Mediziner dazu bei, den Willen der Patienten zu erkennen und danach zu handeln
Die lebensverlängernde Apparatemedizin ist für viele Menschen mit Blick auf eine unheilbare Erkrankung ein Albtraum. Patientenverfügungen – wenn sie denn formell korrekt abgefasst sind – tragen für Angehörige und Mediziner dazu bei, den Willen der Patienten zu erkennen und danach zu handeln Foto: dpa

Wohl kaum jemand setzt sich in gesunden Tagen gern mit der Endphase seines Lebens auseinander. Doch gerade dann ist nach Meinung des Arztes Dr. Wolfgang Gerlach-Reinholz und des Notars Dr. Sven Keuter der richtige Zeitpunkt, um alle Fragen und Behandlungswünsche rund um den Sterbeprozess zu klären und in einer Patientenverfügung unmissverständlich niederzuschreiben.

Zum Tragen komme das Dokument erst, wenn die Einschränkungen so gravierend sind, dass der Patient nach menschlichem und medizinischem Ermessen nicht mehr gesunden kann. Den Angehörigen werde dann eine unzumutbare und unerträgliche Entscheidungslast genommen.

Gerlach-Reinholz und Keuter referierten jetzt auf Einladung des Hospizvereins Ochtrup/Metelen, der Volkshochschule und des Pflegedienstes Leusbrock zum Thema „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“. Das Interesse der Bevölkerung war groß, so dass der Veranstaltungsraum in der Seniorenwohnanlage „Metelener Heide“ aus den Nähten platzte.

Der Arzt warnte vor schwammigen Formulierungen in der Patientenverfügung wie etwa „Ich möchte keine lebensverlängernden Maßnahmen“ oder „Ich möchte nicht an Schläuche angeschlossen werden“. „Es muss konkret formuliert werden, was ich im Ernstfall will und was ich nicht will“, legte Gerlach-Reinholz den Zuhörern ans Herz.

Möchte ich bei einer Demenz im fortgeschrittenen Stadium zum Beispiel im Falle einer Lungenentzündung noch alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpfen? Oder: Wie weit soll der Tod durch medizinische Maßnahmen hinausgezögert werden, wenn ich im Endstadium einer schweren Krankheit bewusstlos und bewegungsunfähig bin und nach medizinischem Ermessen keine Aussicht auf Besserung besteht?

Gerlach-Reinholz erzählte von einer Patientin, die sich nach einer Hirnblutung in einem solchen Zustand befand. „Diese Patientin hatte eine Patientenverfügung in unserer Praxis hinterlegt. Wir haben in würdevoller Atmosphäre die Beatmungsmaschine abgestellt.“

Ebenso wichtig wie die Patientenverfügung ist die Vorsorgevollmacht. Was sich dahinter verbirgt, erklärte Sven Keuter. Der Jurist erläuterte, dass darin Personen des Vertrauens bevollmächtigt werden, die sich im Falle fehlender Handlungs- und Entscheidungsunfähigkeit rechtsverbindlich um die Belange des Betroffenen kümmern. Es muss natürlich geklärt sein, dass die bevollmächtigte Person mit den anvertrauten Aufgaben einverstanden ist. „Auch in der Vorsorgevollmacht“, betonte Keuter, „muss das Gewünschte explizit dargelegt werden.“

Falls der Bevollmächtigte befugt ist, auch in Vermögensangelegenheiten zu entscheiden, muss das Dokument notariell beurkundet werden. Die Referenten wiesen außerdem darauf hin, dass der Verfasser sowohl seine Patientenverfügung als auch seine Vorsorgevollmacht jederzeit überarbeiten und ändern kann.

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