Peter Ludolf Motto: Schrottplatz war gestern!

Metelen -

Peter Ludolf schaut nicht im Zorn zurück auf die Querelen mit seinen Brüdern vom TV-Schrottplatz. Gemeinsam mit Dirk und Naddel Lating aus Metelen tüftelt er als „L-Team“ bereits jetzt an Plänen für eine Zukunft, in der auch das Thema Fernsehen nicht ausgeschlossen wird.

Von Dieter Huge sive Huwe
Frische Ideen für alte Autos: Dirk und Naddel Lating sowie Peter Ludolf (r.)sind das „L-Team“. Gemeinsam mit einer wachsenden Schar Interessierter, die jetzt schon ihre Aktivitäten im Internet verfolgt, sind sie auf verschiedenen Events rund ums Automobil aktiv.
Frische Ideen für alte Autos: Dirk und Naddel Lating sowie Peter Ludolf (r.)sind das „L-Team“. Gemeinsam mit einer wachsenden Schar Interessierter, die jetzt schon ihre Aktivitäten im Internet verfolgt, sind sie auf verschiedenen Events rund ums Automobil aktiv. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Peter Ludolf blickt nicht im Zorn auf seine Brüder – was viele seiner Fans angesichts der Auseinandersetzungen der vergangenen Monate schon ein wenig wundern dürfte. Denn das traute Schrauber-Eldorado im Westerwald mutierte zum Schauplatz eines erbittert ausgetragenen Bruderzwists. Ein trauriger Höhepunkt war die Räumungsklage, die Manni Rudolf erwirkte. Folge: Der Kult-Schrottplatz in Dernbach, Drehort vieler Folgen der beliebten Ludolfs-Dokusoap, ist kaum wiederzuerkennen. Peter Ludolf ließ sämtliche Fahrzeuge aus dem Gelände abtransportieren und verschrotten. Ausnahme: einige Filmautos, die ihm und den Fans ans Herz gewachsen sind.

Und diese stehen jetzt in Metelen. Der Hippy-Bulli, ein Uralt-Kübel und auch eine weiße 2-CV-Ente finden sich auf dem Vorplatz der alten Tankstelle an der Wet­tringener Straße. Hier tüfteln Dirk Lating, dessen Frau Naddel und Peter Ludolf an einem Neubeginn, der unter dem Namen „L-Team“ firmiert. So ist es auf dem Van der Latings zu lesen. L für Lating, L für Ludolf und L auch für Leon, agiler Sprößling der Metelener Eheleute und Patenkind des Dauergastes Peter Ludolf.

Und während in Dernbach viel schmutzige Wäsche gewaschen wurde – inklusive des Rätselratens über verschwundene 200 000 Euro samt Verleumdungsvorwürfen – schaute das Trio in Metelen längst nach vorne. „Wir, also Dirk, Naddel und ich, sind das L-Team“, stellt Peter Ludolf im Gespräch mit dieser Zeitung unmissverständlich fest. Und vergisst auch nicht, den kleinen Leon zu erwähnen – dessen Name fängt ja schließlich auch mit einem L an.

„Ludolfs light“ also in der Vechtegemeinde? Keineswegs. „Wir machen unser eigenes Ding“, betonen unisono Dirk Lating und Peter Ludolf. Und wer den beiden ein wenig zuhört in der ehemaligen Waschhalle der Tanke, in der heute die Werkstatt Latings ist, der merkt schnell, dass die beiden auf einer Wellenlänge funken. Der frotzelnde Ton gehört dazu, das Fachwissen um das Innenleben der Youngtimer auf dem Hof und aktuell die Hingabe, mit der die weiß-blaue Ente aus Dernbach wieder auf Vordermann gebracht wird.

Streit der TV-bekannten Brüder

Peter Ludolf muss Schrottplatz in Dernbach räumen

Der Duft frischen Lacks liegt in der Luft und dazu Aufbruchstimmung. Neue Wege beschreitet das L-Team, stellt sich bei Veranstaltungen vor, zuletzt auf Terminen in Münster und Coesfeld, demnächst beim Monzaguhru-Treffen in Ahaus, für das Dirk Lating zum 16. Mal verantwortlich zeichnet. „Die Menschen wollen Peter sehen und freuen sich, dass es ihm wieder gut geht“, weiß der Metelener Autoschrauber. Und Ludolf glänzt mit seinen ausufernden Erzählungen aus der Zeit, als das Herz der automobilen Fernsehwelt noch in Dernbach schlug.

Schräge Geschichten sind das, ulkige Begegnungen, skurrile Treffen mit Menschen, die immer noch auf der Mattscheibe zu finden sind. Für Peter Ludolf ist das Geschichte. Oder? Das wissende Lächeln hinter dem Zottelbart und unter der unvermeidlichen Pudelmütze spricht Bände. „Na ja“ oder „Da wurde schon angefragt“ sind die einzigen Beiträge, die dem L-Team derzeit zu entlocken sind, wenn die Rede auf mögliche Fernseh-Ambitionen kommt.

Zwei Facebook-Gruppen jedenfalls verfolgen bereits regelmäßig das Treiben in der alten Tankstelle, ein Kamerateam nebst Moderator arbeitet an Youtube-Streifen. Und wer weiß? Vielleicht mausert sich das Domizil des L-Teams noch zur TV-Kulisse. „Schrottplatz war gestern“, steht auf dem Auto des Teams. Trotzig klingt das irgendwie. Doch der Lackierer hätte durchaus noch Platz, um zu ergänzen: „Heute ist Tanke!“

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