Ausstellung mit Gesichtern einer Flucht in der Pfarrkirche St. Gertrudis zu sehen
„Schau mich an“

Horstmar -

„Schau mich an – Gesicht einer Flucht“ heißt das Thema einer Ausstellung, die noch bis zum 29. September (Sonntag) in der Pfarrkirche St. Gertrudis zu sehen ist. Ein Teil der Werke wird während des Jubiläums „50 Jahre Stadt und Dorf vereint“, das Ende September in Leer gefeiert wird, mit ins dortige Festzelt wandern.

Sonntag, 15.09.2019, 14:22 Uhr aktualisiert: 17.09.2019, 16:00 Uhr
Pfarrdechant Johannes Büll, Prädikant Alexander Becker die Ehrenamtskoordinatorin für die Flüchtlingshilfe Horstmar beim Caritasverband Steinfurt, Claudia Berning (v.l.) empfehlen die Ausstellung in der Pfarrkirche St. Gertrudis. Foto: fn

Häufig heißt es in den Medien oder in Gesprächen „DIE“ Flüchtlinge; fremd, anonym und negativ. „Schau mich an – Gesicht einer Flucht“ lädt dazu ein, genauer hinzuschauen. Wer sind die Flüchtlinge, die bei uns Schutz suchen? Was hat sie in die Flucht getrieben? Wie geht Fliehen überhaupt? Und schließlich: Wie erleben die Menschen ihre Ankunft in Deutschland?

Deutsche Teilnehmende, die seit der Zeit des Zweiten Weltkriegs fliehen mussten oder vertrieben wurden, lenken den Blick auf die eigene Geschichte. Die Porträts und kurzen Texte auf den Roll-Ups laden dazu ein, näher zu treten und Schicksale kennenzulernen. Schicksale, die berühren und die die Augen für das Trauma von Krieg, Terror und Flucht öffnen: Schau, ein Mensch.

Die Ausstellung wurde zusammen mit der Gemeindecaritas und Claudia Berning, der Ehrenamtskoordinatorin für die Flüchtlingshilfe Horstmar beim Caritasverband Steinfurt in Horstmar-Leer organisiert. Sie zeigt Menschen, die erst vor kurzem aus Syrien und Afghanistan geflohen sind, aber auch Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg und aus der DDR und wurde vom Asylkreis Haltern am See erstellt.

Auch Deutsche erlebten im Zweiten Weltkrieg und in der DDR Flucht und Vertreibung. Sie berichten, wie es damals war und wie sich diese Ereignisse auf ihr Leben auswirkten. So ist auf dem Folder der 75-jährigen Ingrid aus Oberschlesien zu lesen: „Wenn ich heute nachts wach werde, weil man bei Ostwind die Bahn hört, kann ich nicht mehr schlafen, weil es mich an die Flucht erinnert.“

„Markieren Sie das Land, aus dem Sie stammen, wenn Sie oder Ihre Vorfahren auch aus einem anderen Land nach Horstmar gekommen sind auf einer großen Weltkarte“, appelliert Claudia Berning an die Besucher.

Pfarrdechant Johannes Büll und Prädikant Alexander Becker werden im Festgottesdienst am 29. September am Kalvarienberg das Thema unter dem Gedanken „Miteinander wohnen – miteinander leben“ aufgreifen.

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