Beeindruckend
„Suchet der Stadt Bestes“

Horstmar -

Einen würdigen Auftakt fanden die Jubiläumsfestivitäten am Freitagabend in der Pfarrkirche St. Gertrudis. Dort feierten Pfarrdechant Johanns Büll und Prädikant Alexander Becker einen bewegenden Gottesdienst. Es folgte ein Festakt, in dem Hans-Peter Boer die Festansprache hielt. Auch das musikalische Programm stimmte. Anschließend ging es zum Empfang am Borchorster Hof.

Sonntag, 26.05.2019, 18:14 Uhr aktualisiert: 26.05.2019, 18:18 Uhr
Ein stimmungsvolles Bild bietet die Pfarrkirche St. Gertrudis von der Orgelbühne. Für gute Laune sorgt der Chor „Once Again“ mit seinem Leiter Winne Voget.

„Horstmar und ich?“ Jedem, der weit über 6000 Bürger würde dazu vermutlich etwas anderes einfallen. Hans Peter Boer hat sich die Frage anlässlich seiner Einladung zum Jubiläum „750 Jahre Stadtrechte“ gestellt. Der ehemalige Kulturdezernent in der Bezirksregierung Münster ist am Freitagabend Festredner in der Pfarrkirche St. Gertrudis.

„In meinem Leben spielt Horstmar nur eine diffuse Rolle und meine Erinnerungen sind sehr vielgestaltig“, erklärt der Autor. Von einem Besuch mit seinem Vater als Kind sei ihm nicht das „berühmte“ Rathaus, sondern die an seiner Ecke hängende „Uhrzeigerampel“ hängen geblieben. Als Student habe er wahrgenommen, dass das kleine Städtchen Horstmar einmal Verwaltungssitz eines großen Amtes im Kern-Münsterland war und durchaus einem heutigen Kreissitz entsprochen habe.

Auf die besondere Bedeutung der Burgmannstadt habe ihn Dr. Anton Janßen hingewiesen. Dafür, dass Horstmars Ehrenbürger „viel Licht in das vor Jahrzehnten noch existierende Dunkel der Horstmarer Geschichte“ gebracht hat, dankt Bürgermeister Robert Wenking dem 81-Jährigen in seiner Begrüßung der zahlreichen Gäste. Sie erleben einen vielversprechenden und würdevollen Auftakt zu den Jubiläumsfestivitäten am Wochenende. Diese beginnen mit einem ökumenischen Gottesdienst, den Pfarrdechant Johannes Büll und Prädikant Alexander Becker gemeinsam feiern. „Suchet der Stadt Bestes und prägt sie durch Hoffnung, Glaube und Liebe“, lautet ihr Appell an die Besucher.

Allen Festteilnehmern wünschen sie „lohnende Begegnungen und fröhliche Stunden“. Dafür, dass diese Fürbitte in Erfüllung geht, sorgt schon kurze Zeit später der Chor „Once Again“, der den sich anschließenden Festakt singend und swingend eröffnet. Spätestens beim zweiten Lied lassen sich die Besucher von dem mitreißenden Dirigenten Winne Voget anstecken, mitzusingen. Mit der Zugabe „Halleluja“ erzeugen die Sänger wahres Gänsehautfeeling.

Bewegend ist auch der Auftritt des Projektchores unter der Leitung von Rafael D. Marihart an der Orgel, der später noch mit seiner Freundin Cornelia Becken auf der Querflöte unter anderem das Palästina-Lied von Walther von der Vogelweide spielt. Von der Orgelbühne haben die Akteure einen guten Blick auf das Geschehen und die herrliche Kulisse im Altarraum. Für das bunte Bild dort sorgen die zahlreichen Bannerträger der verschiedenen Vereine und Verbände, die während der zweistündigen Veranstaltung wahres Stehvermögen beweisen. Glücklicherweise will nicht jeder der Festgäste ein Grußwort sprechen, und die Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer, die stellvertretende Landrätin des Kreises Steinfurt, Gisela Köster, und Steinfurts stellvertretender Bürgermeister Hans Günther Hahn fassen sich kurz. Vor ihnen ist Bürgermeister Robert Wenking noch einmal kurz auf die Entwicklung der Stadt eingegangen. Deren „bedeutendster Sohn“ sei „Bernhard der Gute“ (ihm gedachten die Bürger während der Historienspiele in 1996 und 2006) gewesen. Er habe aber die städtebauliche und geistige Entwicklung nicht beeinflusst, begründet der Gastgeber, warum die Veranstalter von den traditionellen Jubiläumsfeiern anlässlich seines Todestags abgewichen seien.

Beim Blick in die jüngere Vergangenheit erinnert der Bürgermeister an den „klugen Entschluss“, Horstmar und Leer 1969 zusammenzuschließen. Diese 50-jährige gemeinsame und erfolgreiche Zeit werde man im September ausgiebig feiern. Stadt und Dorf machten aber nicht die städtebaulichen Zeugen der Vergangenheit aus, vielmehr seien es die Menschen, die in diesen Räumen lebten, zieht der Wenking ein positives Fazit und dankt den Bürgern für ihr Engagement. „Wir leben in Horstmar und Leer im Paradies“, betont er und erntet dafür Applaus.

Dem Festakt schließt sich ein bei schönstem Wetter ein Empfang am Borchorster Hof an.

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