Wiedereröffnung
Neuer Glanz für Antoniuskapelle

Horstmar -

Im neuen Glanz erstrahlt die Antoniuskapelle auf dem Schöppinger Berg nach einer um fangreichen Sanierung und Restaurierung. Die Arbeiten waren erforderlich geworden, weil am frühen Morgen des 3. Januars ein 43-jähriger Lkw-Fahrer in die Seitenwand des kleinen Gotteshauses gekracht war und dieses fast zum Einsturz gebracht hatte. Am Jahrestag des Unglücks wird die Kapelle feierlich wiedereröffnet.

Freitag, 28.12.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 02.01.2019, 17:38 Uhr
Sie freuen sich, dass die Antoniuskapelle nach der Sanierung und Restaurierung wieder in neuem Glanz erstrahlt (v.l.): Zweiter Vorsitzender der Antoniusbruderschaft, Martin Ruck, Pfarrdechant Johannes Büll und Vorsitzender Heinz Schütte.

„Heinz komm` mal rauf, in der Kapelle steht ein Auto“. Mit dieser Hiobsbotschaft weckte der damalige Stadtbrandinspektor Wilhelm Homann am Morgen des 3. Januar Heinz Schütte. „Das war um 6.10 Uhr“, kann sich der Vorsitzende der Antoniusbruderschaft noch genau an die Unglücksmeldung erinnern. Kurze Zeit später wurde Pfarrdechant Johannes Büll per WhatsApp mit der Schreckensnachricht konfrontiert. Der Seelsorger befand sich gerade auf einer Kolping-Tagung in Salem an der Müritz. „Ich dachte zuerst, das wäre eine Fake News", wollte der Seelsorger zunächst nicht glauben, was er auf seinem Smartphone lesen musste.

Inzwischen hatte sich die Nachricht von dem Lkw-Fahrer, der mit seiner Zugmaschine in die Antoniuskapelle gefahren war, längst in der ganzen Stadt herumgesprochen. Und die ersten Antoniusbrüder fuhren zum Schöppinger Berg, um sich selbst ein Bild vom angerichteten Schaden vor Ort zu machen. Der war beträchtlich und die Bruderschaft hat fast ein ganzes Jahr gebraucht, um ihr schmuckes, kleines Gotteshaus wieder herzurichten. Dieses erstrahlt nach umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten im neuen Glanz und soll am Donnerstag (3. Januar) offiziell wieder eröffnet werden.

Eine Fotowand zeigt das Szenario des Schreckens in Bildern. „Ein halber Meter weiter links und der Lkw hätte die Kapelle voll erwischt“, weist Heinz Schütte auf eine der Aufnahmen, die zeigt, dass der 20-Tonner in die Seitenwand des barocken Baus gekracht ist. „Und ein halber Meter weiter rechts und der Mann wäre vor dem Baum gelandet und sicher tot gewesen“, fügt der Pfarrdechant hinzu. Man habe noch viel Glück im Unglück gehabt, meinen die beiden Männer.

Einen guten Schutzengel hatte der 43-jährige Unfallfahrer, der mit leichten Verletzungen davon gekommen ist, auf jeden Fall. Ob er dem lieben Gott mit einem entsprechenden Spruch ins Gästebuch gedankt hat? „Möglich wäre es“, schmunzelt der Hausherr, der verstehen kann, dass der Mann lieber anonym bleiben wollte. Schließlich hat die Schreckensfahrt schon genug Aufmerksamkeit sogar bis nach Amerika und England erregt.

Wiedereröffnung Antoniuskapelle

1/9
  • Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der barocke Bau auf dem Schöppinger Berg wieder hergestellt war. Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der barocke Bau auf dem Schöppinger Berg wieder hergestellt war. Foto: abi
  • Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der barocke Bau auf dem Schöppinger Berg wieder hergestellt war. Foto: abi
  • Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der barocke Bau auf dem Schöppinger Berg wieder hergestellt war. Foto: abi
  • Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der barocke Bau auf dem Schöppinger Berg wieder hergestellt war. Foto: abi
  • Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der barocke Bau auf dem Schöppinger Berg wieder hergestellt war. Foto: abi
  • Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der barocke Bau auf dem Schöppinger Berg wieder hergestellt war. Foto: abi
  • Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der barocke Bau auf dem Schöppinger Berg wieder hergestellt war. Foto: abi
  • Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der barocke Bau auf dem Schöppinger Berg wieder hergestellt war. Foto: abi
  • Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der barocke Bau auf dem Schöppinger Berg wieder hergestellt war. Foto: fn

„Wir waren in aller Munde und sogar mit einem Foto auf der ersten Seite der Bistumszeitung“, beschreibt Heinz Schütte das große Interesse der Öffentlichkeit. Dieses hat auch dazu geführt, dass viele Menschen gespendet haben, damit die Kapelle wieder aufgebaut wird. „Die reinen Unfallkosten von 75 000 Euro sind durch die Versicherung abgedeckt“, erklärt der Pfarrdechant. Hinzu kamen aber Kosten für die Instandsetzung von Mängeln, die erst während der Aufräumarbeiten aufgefallen sind. So entdeckten die herbeigerufenen Fachleute das der stark lädierte Altar von Schädlingen befallen war.

„Ohne dieses Unglück hätten wir das vermutlich erst viel später oder vielleicht sogar zu spät bemerkt“, gibt der Zweite Vorsitzende der Bruderschaft, Martin Ruck, zu bedenken. Zudem sei vielen Menschen der ideelle Wert des Wahrzeichens der Stadt Horstmar durch das Unglück erst richtig bewusst geworden. Die Bürger würden die Kapelle heute viel mehr schätzen, sind sich die Verantwortlichen einig.

Nicht zuletzt haben die gemeinsame Sorge und die zahlreichen Arbeitseinsätze, um die Kapelle zu erhalten, den ohnehin schon guten Zusammenhalt innerhalb der Bruderschaft noch weiter gestärkt. Die kümmert sich nicht nur ganzjährig um die Kapelle, sondern spendet auch regelmäßig Geld für gemeinnützige Zwecke und bedürftige Familien.

„Die Farbtöne sind viel intensiver“, meint der Pfarrdechant, dass die Blautöne des Altars nach der Restaurierung viel besser zur Geltung kommen. Im Zuge der Arbeiten wurden auch neue Fenster eingebaut. Zudem sitzen die Besucher bequemer als früher. So ist die Kapelle mit neuen Bänken ausgestattet worden, die rund 250 Jahre alt sind und aus einer Kirche in Rinkerode stammen. „Wir haben sie durch unseren Schreinermeister Ulrich Heidemann einkürzen und aufpolstern lassen“, berichtet der Vorsitzende.

Passend zur Wiedereröffnung freut sich die Bruderschaft über eine Glockenstiftung von den Schwestern der Göttlichen Vorsehung in Münster. „Damit werden wir am 3. Januar draußen läuten“, kündigt Heinz Schütte an. Er und seine Mitstreiter freuen sich, dass dann ein besonderes Kapitel zu Ende geht, das wohl niemand so schnell vergessen wird.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6293507?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686831%2F
Die Römer sind auf dem Vormarsch
Angriff!Grimmig gucken können die Freizeit-Legionäre Ralf Koritko, Carsten Kraft und Niels-Benjamin Hahn (v.l.) schon. Wilfried Gerharz Wilfried Gerharz
Nachrichten-Ticker