„Kirche mit Zukunft“ Visionen sollen lebendig werden

Horstmar-Leer -

Neue Wege will die Kirche in Horstmar und Leer gehen. Dazu gibt es eine ökumenische Vision von „Kirche mit Zukunft“, die Thema einer Präsentation am Sonntag im Vereinshaus der Katharinen war. Dazu hatten Pfarrdechant Johannes Büll im Namen der katholischen und Prädikant Alexander Becker im Namen der evangelischen Kirchengemeinde eingeladen. Dabei ging es um die Themen Tradition, Seelsorge und Service.

Von Franz Neugebauer
Mehr als 150 Besucher waren ins Vereinshaus der Katharinen gekommen, um sich mit der ökumenischen Vision für Horstmar und Leer zu befassen. Prädikant Alexander Becker, Pia Ahmann, Anne Telgmann und Jutta Göcking (kl. Bild v.l.) moderierten die Veranstaltung. Fotos: fn
Mehr als 150 Besucher waren ins Vereinshaus der Katharinen gekommen, um sich mit der ökumenischen Vision für Horstmar und Leer zu befassen. Prädikant Alexander Becker, Pia Ahmann, Anne Telgmann und Jutta Göcking (kl. Bild v.l.) moderierten die Veranstaltung. Fotos: fn

Zu einer ungewöhnlichen Zeit, nämlich Sonntag um 12 Uhr, und zu einem ungewöhnlichen Ort, nämlich dem Vereinshaus der Bruderschaft St. Katharina, hatten die katholische und die evangelische Kirchengemeinde eingeladen. „Wir sind überwältigt von der überaus guten Resonanz“, begrüßten Pfarrdechant Johannes Büll und Prädikant Alexander Becker die mehr als 150 Gäste. Diese konnten sich zunächst mit einer Gulaschsuppe stärken.

Die Teilnehmer, die aus den Vereinen, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen stammten, bekamen Anregungen für eine „Kirche mit Zukunft – einer ökumenischen Vision für Horstmar und Leer“. Damit diese nicht lediglich eine schöne Idee bliebe, die an einzelnen Personen hänge, sondern lebendige Sache von und für alle Menschen in Horstmar und Leer, forderten die Gastgeber die Besucher auf, die Vision mit Leben zu füllen.

Vor gut einem halben Jahr wurde der Startschuss für diese Idee geboren. An drei Abenden waren seinerzeit Vertreter aller kirchlichen Verbände, die nicht direkt kirchlich gebundenen Gruppen, Vereine und Verbände, die Vertreter der Kommunalgemeinde, der Institutionen und der Politik eingeladen worden. Insgesamt 70 Vereinigungen nahmen daran teil. (wir berichteten darüber).

In intensiver Arbeit wurden die Ergebnisse und Anregungen dieser Gruppenabende von den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und des Presbyteriums ausgewertet und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Gerade dieser Prozess der vergangenen Monate, der durch die inzwischen jahrelange ökumenische Zusammenarbeit so gut vorbereitet wurde, sei eine Perspektive für eine „Kirche mit Zukunft“, hieß es.

„Wir wollen nicht mehr im kircheneigenen Saft schmoren“, formulierte es Prädikant Becker drastisch. Die Kirche müsse sich verändern. Sie bestehe aus lebendigen Menschen, die heute anders denken als vor 30 Jahren. Auch Kirche sei Teil einer Gesellschaft, die sich ändere und anders ticke als noch vor fünf Jahren.

„Wenn Kirche nicht in diesen Prozess der Veränderung hineingenommen wird, ist sie tot und für niemanden von Nutzen“, bestätigte Pfarrdechant Büll.

Mit Seelsorge, Tradition und Service hatten die Arbeitskreise insgesamt drei Schwerpunkte herausgearbeitet, die von Jutta Göcking, Pia Ahmann und Anne Telgmann erläutert wurden. „Auf dem Wege nicht allein“ lautete das Schlagwort zum Bereich Seelsorge. Die Kirche strebe nach Offenheit gegenüber allen Gruppen und Ideen und wolle ein verlässlicher Ansprechpartner sein. Kernkompetenz von Kirche sei Vertrauen. Da, wo Vertrauen verloren gegangen sei, bemühe man sich, es wieder aufzubauen. Man stehe für Werte wie Nächstenliebe, Ökumene, Integration und Gerechtigkeit.

Mit diesem Profil, einer klaren Haltung und den vielfältigen Angeboten wolle man öffentlich präsent und für alle Gruppen, Vereine und Institutionen ein zuverlässiger Partner sein.

Man wolle die Vernetzung mit Partnern vor Ort unter dem Motto „Tradition, willkommen zuhause“ Verlässlichkeit schaffen und erhalten, das Raumangebot des Pfarrzentrums Borchorster Hofes und des Pfarrheimes in Leer nutzen, Öffentlichkeitsarbeit betreiben und ein Netzwerk mit erkennbaren Partnern schaffen waren nur einige der vielen Aspekte unter dem Thema „Service, darf es ein bisschen mehr sein?“

Und das Versprechen dazu: Als Kirche wolle man relevant sein und bleiben, mitten in der Welt, mitten in der Stadt und im Dorf. Kurze Wege sollen das Miteinander prägen und das Leben in Horstmar und Leer gestalten.

Bürgermeister Robert Wenking bedankte sich am Ende für das große Engagement aller Beteiligten.

Nach einem Jahr will man Bilanz ziehen über das Erreichen der gesetzten Ziele, hieß es zum Abschluss.

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