Horstmar Kirchplatz wird barrierefrei

Horstmar -

Die Stadt Horstmar plant, den Kirchplatz und sein Umfeld einschließlich der Zuwegungen Münsterstraße und Püttgengängsken barrierefrei zu gestalten und dafür Fördermittel aus dem Städtebauförderprogramm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier NRW 2017“ zu beantragen. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hat dem zugestimmt und eine entsprechende Empfehlung an den Rat ausgesprochen, der Donnerstag tagt.

Von Sabine Niestert
Der aus einem losen Pflastermix aus Betonstein und Natursteinpflaster befestigte Kirchplatz ist aufgrund der jährlich zunehmenden Unebenheiten und Stolperfallen eine Gefahrenquelle insbesondere für ältere Menschen. Deswegen soll er umgestaltet und barrierefrei werden.  
Der aus einem losen Pflastermix aus Betonstein und Natursteinpflaster befestigte Kirchplatz ist aufgrund der jährlich zunehmenden Unebenheiten und Stolperfallen eine Gefahrenquelle insbesondere für ältere Menschen. Deswegen soll er umgestaltet und barrierefrei werden.   Foto: ine Niestert

Stürze von Gottesdienstbesuchern soll es künftig nicht mehr geben. So plant die Stadt Horstmar, den Platz der St.-Gertrudis-Kirche samt des Umfeldes einschließlich der „Münsterstraße“ und des „Püttgengängsken“ barrierefrei zu gestalten.

Eine Vorentwurfsplanung für die Änderungen stellte Markus Lampe vom Büro Wolters Partner dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss während seiner Sitzung am Dienstagabend im Pfarrheim Ss. Cosmas und Damian in Leer vor. Diese hat die Stadt in Auftrag gegeben, die plant, einen Antrag auf Fördergelder aus dem „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier NRW 2017“ zu stellen. Dieser muss bis zum 3. Mai bei der Bezirksregierung Münster eingegangen sein. Deswegen sei die Zeit sehr knapp, begründete Bürgermeister Robert Wenking die Eile, eine Entscheidung zu treffen.

Das letzte Wort in dieser Frage hat der Rat, der sich während seiner Sitzung am heutigen Donnerstag (27. April) mit der Thematik befassen wird. Grünes Licht hat das Fachgremium unter dem Vorsitz von Ludger Hummert (CDU) für die Antragstellung gegeben und diese auch dem Stadtrat empfohlen. So stimmten die Ausschussmitglieder dem Vorhaben zu.

Nur der grüne Ratsherr Alfons Rottmann enthielt sich der Stimme. Er kritisierte die „extrem kurze Beratungszeit“. So würden die Politiker vor vollendete Tatsachen gestellt. Zudem vermisste er, dass das Vorhaben in einen Gesamtzusammenhang mit anderen geplanten Maßnahmen gestellt wird.

„Der Umfang ist begrenzt durch die Mittel“, entgegnete der Bürgermeister, dass Ergänzungen nicht ausgeschlossen seien und es sich lediglich um eine Vorplanung handele, die als Aufschlag diene, um in den Genuss des Städtebauförderprogramms zu kommen. Immerhin sieht dieses eine 90-prozentige Förderung vor.

Mit der Maßnahme sollen de Kirchplatz und sein Umfeld als Begegnungs- und Aufenthaltsraum qualitativ aufgewertet werden, was auch der Belebung der historischen Altstadt dienen soll. Um dieser Funktion gerecht zu werden, müssen die Verbindungswege, die öffentlichen Einrichtungen (Seniorenhilfeeinrichtungen/Betreutes Wohnen im Nordosten und das Pfarrzentrum im Borchorster Hof mit öffentlicher Bücherei im Südwesten des Altstadtquartiers) sowie die Münsterstraße und des Püttengängsken miteinbezogen werden. Sie bilden mit dem Kirchplatz eine funktionale Einheit.

Der katholischen Kirchengemeinde als Eigentümerin des Kirchplatzes sowie dem Bistum und der Zentralrendantur Steinfurt wurden die Vorentwürfe bereits vorgestellt und erläutert. Mit seinem losen Mix aus Natur- und Betonsteinpflaster und wegen des an die Oberfläche drängenden Wurzelwerkes einiger Lindenbäume ist der Kirchplatz gerade für ältere Menschen mit Rollator nur schwer passierbar. Deswegen sieht Planer Markus Lampe vor, die Fläche zu erneuern. Auch das Pflaster auf den Fußwegen der Münsterstraße, des Holskenhoks und des Püttengängsken soll aufgenommen und durch barrierefreies Pflaster ersetzt werden.

Der Architekt schlägt weiter vor, die nicht historische Begrenzungsmauer zwischen Brunnen und Parkplätzen im nordöstlichen Bereich zur Königstraße in Teilbereichen aufzulösen und die Stellflächen an dieser Stelle aufzugeben. Dort soll ein Begegnungs- und Aufenthaltsraum mit Gastronomie entstehen. Ersatzparkplätze sind im Süden der Stadtverwaltung an der Königstraße vorgesehen.

Zur Neugestaltung des Kirchplatzes sollen vier Lindenbäume vor dem West- und dem Südportal der Kirche entfernt werden, um die Portale freizustellen und um zu verhindern, dass das Wurzelwerk der Bäume das neue Pflaster wieder beschädigt. Für die zwei Bäume vor dem Westportal (Turmportal) sind Neuanpflanzungen in unmittelbarer Nähe geplant. Die Pflanzringe um die Lindenbäume, die einen Kranz um den inneren Kern des Platzes bilden, werden stark vergrößert, um Bäumen und Wurzelwerk Platz zu verschaffen, kündigte der Architekt eine weitere Maßnahme an.

Als „ein Glücksfall und eine einmalige Chance für die Stadt Horstmar“, bezeichnete Ausschuss-Vorsitzender Ludger Hummert das Städtebauförderprogramm. Wenn es der Kommune gelinge, in dieses aufgenommen zu werden, könne das zu einer weiteren Verbesserung der Verbindung zwischen Kirche und Politik führen, die ohnehin schon gut sei, meinte der Christdemokrat.

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