Schüler beleuchten das Thema „Rassismus“ Parallelen zum Dritten Reich

Horstmar/Schöppingen -

Rassismus heute, Rassismus im Dritten Reich. Parallelen sind erkennbar. Aber auch Unterschiede. Das alles stellten während einer Projektwoche jetzt die Neuntklässler der Sekundarschule Horstmar-Schöppingen fest.

Von Susanne Menzel
Auf Spurensuche nach den Stolpersteinen in Horstmar haben sich einige Schüler begeben. Die Ergebnisse präsentierten sie jetzt ihren Mitschülern.
Auf Spurensuche nach den Stolpersteinen in Horstmar haben sich einige Schüler begeben. Die Ergebnisse präsentierten sie jetzt ihren Mitschülern. Foto: Susanne Menzel

Rassismus heute, Rassismus im Dritten Reich. Parallelen sind erkennbar. Aber auch Unterschiede. Das alles stellten während einer Projektwoche jetzt die Neuntklässler der Sekundarschule Horstmar-Schöppingen fest. In verschiedenen Gruppen näherten sie sich dem Thema auf zum Teil ganz individuelle Weise.

So hatten sich einige der 15- und 16-Jährigen in Horstmar auf Spurensuche begeben. Dort hatte der Kölner Bildhauer Günter Demnig sogenannte Stolpersteine verlegt, die an die Vertreibung und Vernichtung der einst dort lebenden jüdischen Mitbürger erinnern. Die Schüler hatten die Lage der Steine in einer Skizze festgehalten, sich auch mit dem Hintergrund der europaweiten Aktion Demnigs sowie der Geschichte der einst in Horstmar lebenden Familien befasst.

Lieder gegen rechtes Gedankengut sowie gegen Rassismus hatten wiederum andere als Vorlage für das Erstellen von Collagen benutzt. Friedenssymbole, aber auch die Geschlechterrollen sowie die politischen Situationen in Ungarn oder den USA waren zu Gesamtbildern verarbeitet worden.

„Ungerechtigkeiten gab es früher, Ungerechtigkeiten und Vorurteile gibt es heute“, haben die Jugendlichen auch anhand eigener Erlebnisse festgestellt.

Zum Thema Vorurteile gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen hatte ein Team Videospots erstellt. Inhalt: Schüler, die einen neuen Mitschüler aufgrund seiner Herkunft sofort verdächtigen, als plötzlich ein Handy verschwunden ist. Dass der Smartphone-Besitzer es selbst verbummelt hat, stellt sich dann gegen Ende des Films heraus.

Das „Tagebuch der Anne Frank“ wie auch die Lektüre „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, Erinnerungen der Holocaust-Überlebenden Halina Birenbaum, waren ebenfalls Gegenstand der Projektwoche.

Aus der Anne-Frank-Lektüre lasen die Mädchen und Jungen Textpassagen vor. Das Leben von Halina Birenbaum hatten sie anhand eines Zeitstrahls nachgestellt und sich in diesem Zusammenhang auch mit Birenbaums Aufenthalt im Warschauer Ghetto sowie im Konzentrationslager auseinandergesetzt.

„Es ist wichtig, immer wieder auf das Thema Rassismus hinzuweisen und es mit den Alltagssituationen zu verknüpfen“, betonte Lehrer Dr. Andreas Heilborn.

Zum Abschluss der Projektwoche stand eine gemeinsame Fahrt an den Geschichtsort „Villa ten Hompel“ in Münster an.

Außerdem wollen Schüler und Lehrer ihre Projektwochen-Ergebnisse am 21. März (Dienstag), dem „Internationalen Tag gegen den Rassismus“, der Öffentlichkeit zugänglich machen.

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