Künstlerin Eva Früh und ihre Sicht auf den Flughafen
Zart und gleichzeitig kraftvoll

Greven -

Ungewöhnliche Orte künstlerisch zu erfahren zählt zu den Grundgedanken, die das Schaffen von Eva Früh bestimmen. In einer intensiven Auseinandersetzung mit den jeweiligen Orten kommt es zur Konfrontation mit ihrer eigenen Vorstellungswelt, verändert sich dadurch die Sichtweise bzw. die Abbilder der so erfahrenen Realität.

Sonntag, 23.06.2019, 19:41 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 15:38 Uhr
Aus den vielen am Flughafen entstandenen Zeichnungen hat Künstlerin Eva Früh aus Berlin mehrere Bildkollagen geschaffen, die einen ganz eigenen Reiz auf den Betrachter ausüben. Foto: Axel Engels

Der Kunstverein Greven ist immer offen für ein

besonderes Kunsterlebnis, geht dabei auch unkonventionelle Wege. So lernte Eric Erbacher, stellvertretender Vorsitzender des Kunstvereins, bei einem Besuch des Hans-Thoma-Kunstmuseums in Bernau die in Berlin lebende Künstlerin Eva Früh kennen, war von ihren Werken so angetan, dass sie in diesem Jahr dann vom Kunstverein nach Greven eingeladen wurde.

Nun war Eva Früh für drei Wochen am Flughafen Münster-Osnabrück, konnte mit

Tuschestift und Zeichenblock sich auf dem öffentlich zugängigen Teilen des Flughafengeländes bewegen. Dabei sind Arbeiten entstanden, die ihre einzigartige künstlerische Ausdrucksweise deutlich machen. Am Freitag wurde im Kunstturm eine Ausstellung eröffnet, die in dieser Art sicherlich einzigartig ist. Aus den vielen am Flughafen entstandenen Zeichnungen hat sie mehrere Bildkollagen geschaffen, die einen ganz eigenen Reiz auf den Betrachter ausüben. Wie Eric Erbacher in seiner Begrüßung betonte, ist es gerade diese Individualität und Vielschichtigkeit, die diese Ausstellung mit dem Titel „Fluglinien“ prägen.

In der 31-jährigen Geschichte des Kunstvereins sind schon viele künstlerische Ausdruckarten gezeigt worden. Aber die Blätter der Werkgruppen, die mit dünnsten Nadeln an den Wänden befestigt sind, offenbaren ihren Reiz nicht beim ersten Betrachten. Man geht mit ihnen gleichsam in einen Dialog und dabei entdeckt jeder Besucher ganz eigene Dinge und Zusammenhänge. Gleich einem vielschichtigen Portrait leben die Bilder durch die Fantasie des Betrachters, dessen Vorstellungswelten sich eben nur teilweise widerspiegeln.

Zart und gleichzeitig kraftvoll, filigran und voller Kontraste, die Zeichnungen von Eva Früh sind sicherlich für jeden Besucher der Ausstellung im Kunstturm eine Bereicherung. Extra angereist für die Eröffnung war ihre ehemalige Dozentin an der freien Kunstakademie Basel. Eva Früh nahm sich ausgiebig Zeit, Fragen der Besucher zu beantworten und bot in einen tiefen Einblick in ihr künstlerisches Denken.

Bis zum 21. Juli kann man die Ausstellung „Fluglinien“ im Kunstturm besuchen, jeweils samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Verpassen sollte man dieses Kunsterlebnis der besonders introvertierten Art nicht, denn die ausgestellten Werke von Eva Früh wird man so an keinem anderen Ort erleben können. Denn in einer folgenden Ausstellung wären die Zeichnungen sicherlich anders zusammengestellt, denn sie unterliegen einem steten Wandel.

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