Parkverbot an der Obstwiese gegenüber der Grundschule
Steine als pragmatische Lösung

Reckenfeld -

Morgens sollen dort 30, 40 Autos vorfahren und anhalten. Am Steuer: Eltern, die ihre Schulkinder aussteigen lassen. Denn direkt an der Schule, am Wittlerdamm, ist dies nicht mehr möglich, seitdem dort vor geraumer Zeit große Steine auf dem Seitenstreifen platziert wurden. Gegenüber aber, an der Schwester-Gerlande-Straße, kann man ungehindert vorfahren und halten.

Samstag, 22.06.2019, 11:18 Uhr aktualisiert: 23.06.2019, 13:44 Uhr
An dieser Stelle gilt Parkverbot, weil dies in einer Spielstraße nur erlaubt ist, wo Parkplätze explizit markiert sind (was hier nicht der Fall ist). Kurzes Halten jedoch ist erlaubt. Deshalb soll der Seitenstreifen mit Steinen blockiert werden. Zudem gibt es Kontrollen. Foto: Oliver Hengst

Das wird auch gemacht, wie Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) im Bezirksausschuss mit Fotos dokumentierte. Er regte an, mit einem Halteverbot einzuwirken, um die Anwohner vor Lärm zu schützen.

Das Problem: Dort gilt schon ein Parkverbot. „Wir sind hier in einem verkehrsberuhigten Bereich“, erläutert André Kintrup, im Rathaus für Verkehrsfragen zuständig. Das bedeute: Wo nicht explizit Parkplätze markiert seien, sei das Abstellen von Autos nicht zulässig. Auf der Grünfläche zu parken (auch mit einem Reifen) sei gleichfalls verboten. „Ich würde ungern eine Beschilderung in einem Bereich anbringen, wo es bereits eine Parkverbotsregelung gibt“, schlussfolgerte der Fachmann. Ein Haltverbotsschild schrecke an dieser Stelle genauso so wenig ab, wie das schon bestehende Parkverbot.

Sein Vorschlag: Man sollte den Verkehrsüberwachern (die an drei von fünf Tagen pro Woche auch in Reckenfeld unterwegs seien) einen Hinweis geben und sie bitten, diesen Bereich „für eine gewisse Zeit intensiv zu kontrollieren“ und gegebenenfalls zu verwarnen.

Ernst Reiling reichte das nicht. Er schlug vor, genau wie auf der anderen Seite der Obstwiese Steine zu platzieren, die ein Parken unmöglich machen. „Wenn wir dahin kämen, wären wir und vor allem die Anwohner sehr zufrieden.“ Er habe sich die Situation morgens gegen 7.30 Uhr angesehen: Außer Motorenlärm und Hupen sei vor allem ärgerlich, dass der Randbereich der Obstwiese als Autoparkplatz genutzt werde.

Wenn das Konsens sei, „können wir das gerne machen“, antwortete Kintrup. Doch es gab auch Widerspruch. „Ich finde diesen Antrag so sinnlos, weil schon alles geregelt ist“, betonte Wolfgang Klaus (SPD). Er wollte den Antrag von der Tagesordnung nehmen, „weil er so sinnlos ist und meine Zeit unnütz in Anspruch nimmt“. Das mochte Reiling natürlich nicht einfach so stehen lassen. „Es geht hier nicht um ihre Zeit, sondern um die Ruhezeit der Leute, die da wohnen. Ich glaube, sie sollten von diesem hohen Ross runter kommen. Wir sind für die Bürger da.“ Guido Höppener (SPD) war um Sachlichkeit bemüht: „Schilder helfen da nicht. Wenn, muss man den Leuten ans Portmonee gehen. Das hilft.“

Bürgermeister Peter Vennemeyer entschied die Sache letztlich mit einem Machtwort: „Wir legen da ein paar Steine hin und fertig.“ Niemand legte Widerspruch ein.

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